Heiliger Josefmaria Escrivá. Gründer des Opus Dei
 

Die Universität “Los Andes” in Chile

Stichwörter: Opus Dei, Universität, Schweiz
Mit der intellektuellen Begabung dienen

Am Fuß der Bergkette der Anden liegt der Campus der Universidad de los Andes, die 1989 von Akademikern und Unternehmern ins Leben gerufen wurde. Sie waren der Überzeugung, damit ein wirksames Instrument zu schaffen, um dem Ideal zu dienen, das den hl. Josefmaria beseelte: Die Universität als Ausbildungsstätte für diejenigen, die der Gesellschaft mit ihrer intellektuellen Begabung dienen können.

„Die Studenten müssen sich ihrer Verantwortung bewusst sein; sie benötigen eine gesunde Unruhe gegenüber den Problemen ihrer Mitmenschen und die großzügige Bereitschaft, sich mit diesen Problemen auseinanderzusetzen und sich um ihre bestmögliche Lösung zu bemühen.“
(Gespräche mit Msgr. Escrivá de Balaguer, Nr. 74),

Die Universität gehört zu den ältesten Einrichtungen in der Geschichte des Okzidents. Sie hat sich dort als wirksamer Motor erwiesen, um neue Kulturprozesse in Gang zu setzen. Dank ihrer wissenschaftlichen Arbeit, die in Hörsälen, Bibliotheken und Labors immer neue Fortschritte erzielt, bestimmt und verändert sie unser tägliches Leben. Die Grundzüge, die seit ihrer Entstehung ihre Identität ausmachten, sind vielfältig. Die Arbeit der Universität „Los Andes“ setzt folgende Schwerpunkte:

UNIVERSALITÄT

Das bedeutet Offenheit gegenüber anderen Kulturen, Ideen und Wissensgebieten, so wie ganz allgemein gegenüber anderen Menschen. An der Universität zu studieren bedeutet, sich auf eine Entdeckungsreise einzulassen, die voller unerwarteter Überraschungen ist und Zugang zu neuen Welten erschließt.

„Meine Studienzeit in der Universität war alles andere als belanglos. Dank des persönlichen Kontaktes zu einem Professor lernte ich Gott kennen und gewann dadurch eine neue Blickrichtung, ein neues Ziel, nämlich mein Leben und meine Arbeit auf die anderen Menschen hin auszurichten. Ich entdeckte, dass mein Aufenthalt an der Universität – vor allem an dieser – kein bloßer Zufall war. Vielmehr verstand ich dass ich nicht dort war, um mich selbst zu profilieren und später Erfolg zu haben, sondern um Gutes zu verwirklichen und mich und die anderen glücklich zu machen.“ (Jorge Nazer, Jurist, Jahrgang 1996, Unternehmer)



SUCHE NACH DER WAHRHEIT

Die Universität ist ein geeigneter Ort, um sich den letzten und radikalsten Fragen zu stellen: Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin bin ich unterwegs? Warum gibt es das Böse? Was erwartet uns nach diesem Leben? Worin wurzelt die Würde der Person? Was macht mich glücklich? Die Beantwortung dieser Fragen bietet eine Orientierung für das eigene Berufsleben und kann den Sinn der eigenen Existenz erschließen.

Die Lehr- und Forschungstätigkeit der Universität „Los Andes“ ist geprägt von einem christlichen Menschbild und einer christlichen Sicht auf Welt und Gesellschaft. Ihr Anliegen ist die Kohärenz zwischen Glauben, Wissenschaft und Leben. Daher bietet sie Professoren, Verwaltungsangestellten und Studenten Veranstaltungen an, die die christliche Bildung vertiefen und das eigene religiöse Leben fördern. Allen stehen die Angebote der „Capellania universitaria“ (Hochschulgemeinde) zur Verfügung.

„Als ich in der Universität zu arbeiten begann, wurde mir bald klar, dass neben der Lehrtätigkeit eine weitere wichtige Aufgabe in der Forschung darin bestand. Das war für mich nicht nur eine persönliche Bereicherung, sondern sie vermittelte mir oft neue Erkenntnisse, die dann in meine Lehrtätigkeit einflossen. Ich habe am eigenen Leib erfahren wie sehr die Universität bei den dort Lehrenden Forschergeist und Liebe zur Wissenschaft fördert. Gerade über die Forschung leistet die Universität ihren Dienst an der Gesellschaft.“(Dr. M. Francisca Greene, Professorin der Kommunikationswissenschaft)

VON RESPEKT GETRAGENES MITEINANDER

Die Universität ist von ihren Wurzeln her christlich geprägt. Das äußert sich vor allem in der Achtung vor der Würde jedes Menschen sowie in der Sorge, nicht nur technisch, sondern vor allem auch ethisch einwandfrei zu arbeiten, getragen von dem Bewusstsein, dass das Leben des Einzelnen erst dann zur vollen Entfaltung gelangt, wenn er seine Arbeit zu einem Dienst an den anderen macht. Diese Einstellung ist kein Hindernis, sondern vielmehr ein mächtiger Motor, auch Achtung vor Andersgläubigen oder Menschen ohne Glauben zu fördern.

Die christliche Ausrichtung der Universität setzt unter ihren Studenten Impulse zu solidarischen Handeln, das sich in praktischen Einsatz für Arme und Bedürftige übersetzt.

„Die Studenten müssen ihre Verantwortung erkennen sowie Offenheit Problemen anderer gegenüber entwickeln und so zu einer großzügigen Haltung finden, die ihnen hilft in bestmöglicher Weise zu einer Lösung dieser Probleme beizutragen“ (Gespräche mit Msgr. Escrivá de Balaguer, Nr. 74)

Josefmaria Escrivá war davon überzeugt, dass die Arbeit „sowohl ein Mittel zur Entwicklung der eigenen Persönlichkeit darstellt als auch ein Bindeglied zu anderen Menschen ist und so zum Fortschritt der Menschheit beitragen kann“. Unsere Universität legt deshalb verstärkt Wert auf eine gut verrichtete Arbeit und auf eine sorgfältige Ausführung. Das fällt bei intellektueller Arbeit ebenso ins Gewicht wie bei der Ausführung materieller Arbeiten. Die Universität vertritt den Standpunkt, dass allen Aufgaben die gleiche Würde zukommt, wenn sie aus Liebe und zum Wohl der Menschen erfüllt werden.

Der Auftrag

Die Universität „Los Andes“ sieht es deshalb als ihre vordringliche Aufgabe an, einen Lebensentwurf in die Gesellschaft hineinzutragen, der sich der Wahrheit verpflichtet weiß und so Glauben und Vernunft in Einklang bringt. Sie entwickelt und veröffentlicht neue Erkenntnisse in allen Wissensbereichen. Sie fördert eine Haltung des offenen Dialogs und der Achtung aller und ist um eine ganzheitliche Bildung der einzelnen Studierenden bemüht. Sie vermittelt Wertschätzung für eine gut geleistete Arbeit und hält gleichzeitig den Wunsch zu dienen wach. Der Geist des Opus Dei ist ihr dabei eine wertvolle Inspirationsquelle und ein wichtiger Garant der christlichen Bildung, die in ihr vermittelt wird.

Das Bildungsideal

Die Universität "Los Andes" hat es sich deshalb zum Ziel gesetzt, hervorragende Arbeit zu leisten. Ein besonderes Anliegen ist es ihr, moralische und intellektuelle Ausrichtung auf hohem Niveau zu verwirklichen. Ihre Studenten sollen sich in der Zukunft durch einen hohen Grad an beruflicher Kompetenz, an Solidarität und Verantwortung auszeichnen. Nur so wird es ihnen gelingen, ihre Fähigkeiten im Dienst an der Gesellschaft einzubringen. Es wird für sie dann selbstverständlich sein, ethischen Normen in ihrem Beruf Achtung zu verschaffen. In der Gesellschaft sollen sie in hervorragender Weise zum Schutz des Lebens beitragen und sich durch professionelle Arbeit und Wahrheitsliebe auszeichnen. Besonders gefördert wird der Austausch mit andern nationalen und internationalen Institutionen.

"Wir haben den großen Vorteil, mit Dozenten rechnen zu können, die unseren Lernprozess beratend begleiten können. Wir müssen aber gleichzeitig alle neuen Angebote nutzen, das heißt, nicht nur die Pflichtkurse, sondern alle spezifischen Veranstaltungen und Hilfen, die uns für eine ganzheitliche Bildung zur Verfügung gestellt werden." (Adriana Morales, Delegierte, Krankenschwesternschülerin im 4. Lehrjahr)

Lehre und Forschung

In der Universität wird besonderer Wert auf eine enge Vernetzung von Lehre und Forschung gelegt. Jeder Studierende wird von einem akademischen Beirat begleitet, der in besonderer Weise auf berufliche Qualifikation und die Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit achtet. In allen Studierenden soll der Wunsch gefördert werden, einen wertvollen Beitrag in der Gesellschaft zu leisten.

Jedes Jahr werden nach Möglichkeit neue Professoren verpflichtet, auf deren akademische Weiterbildung besonderer Wert gelegt wird. Schon in den Anfängen wurde der Forschungsarbeit der Dozenten besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Gleichzeitig fördert die Universität Berufspraktika, um so die Studierenden in beständigen Kontakt mit der Berufswelt zu halten.


WELTOFFENHEIT

In einer immer stärker vernetzten Welt müssen die Studierenden vorbereitet werden, um dem Austausch mit Andersdenkenden gewachsen und in der Lage zu sein, sich auf neue Gegebenheiten einzulassen. sind deshalb bewusst Alle Fakultäten liegen deshalb in erreichbarer Nähe auf dem Universitätsgelände und erleichtern so den Austausch zwischen den verschiedenen Disziplinen. Internationale Kongresse bieten die Möglichkeit, den Austausch zwischen Professoren und Studierenden in weltweitem Rahmen zu fördern.


Der Campus

Fünf Gebäude sind bereits fertiggestellt: Humanwissenschaften, Naturwissenschaften, die Bibliothek, das Gebäude für Betriebswirtschaft sowie seit 2009 das „Hauptgebäude mit der Uhr“. Seit 2007 besteht ein Klinikgebäude von 1800 qm an dem Uniklinikum „Los Andes“, das in San Bernardo liegt. Momentan bestehen dort 60 zahnärztliche Behandlungsräume mit modernster Ausstattung. Geplant ist ein weiterer Ausbau in San Bernardo bis auf 5400 qm.

Das medizinische Zentrum der Universität, der erste universitätseigen Campus mit klinischer Ausbildung, versorgt Patienten aus dem öffentlichen Gesundheitswesen. Seit 1999 hat es seinen Sitz in San Bernardo, wo Studierende der Medizin, der Zahnheilkunde, Krankenschwestern und Psychologen ihre Berufspraktika absolvieren können.


Die Betriebswirtschaftliche Fakultät (ESE) richtet sich hauptsächlich an Postgraduierte. Sie soll Unternehmern und Führungskräften die Erlangung des “Master” ermöglichen. Gleichzeitig gibt es Seminare zu spezifischen Themen und die Möglichkeit, durch verbesserte Kenntnisse in einem Spezialgebiet ein zusätzliches Diplom zu erwerben. Alle diese Lehrveranstaltungen sind von einer christliche Sicht des Menschen und der Gesellschaft getragen.

Leben an der Universität

Die Studentenheime La Cañada, in Concepción, Alborada und Araucaria in Santiago sind für Studenten ideal eingerichtet, ermöglichen ihren Bewohnern die Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen und bieten Hilfe beim Studium und geistliche Bildungsmittel an.


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