Heiliger Josefmaria Escrivá. Gründer des Opus Dei
 

Das Elternhaus von Josemaría Escrivá

Josemaría Escrivá wurde am 9. Januar 1902 gegen zehn Uhr abends in Barbastro geboren. Seine Eltern waren D. José Escrivá y Corzán und Dña. Dolores Albás y Blanc.

Die Escrivás waren aus Narbonne in Südfrankreich gebürtig, aber bereits Jahrhunderten in Lérida in Katalonien ansässig. José kam als junger Mann nach Barbastro, um sich dort als Kaufmann niederzulassen. Zuerst arbeitete er in der Firma, „Cirilo Latorre“, die mit Stoffen Handel trieb, später gründete er mit zwei Berufskollegen die Gesellschaft „Nachfolger von Cirilo Latorre“, welche später „Juncosa und Escrivá“ umbenannt wurde.

Die Familie von Dolores Albás, der Mutter des Gründers des Opus Dei, stammte ursprünglich aus den südlichen Pyrenäen. Ihr Großvater war jedoch schon nach Barbastro gezogen und hatte dort geheiratet. Sie wuchs als Vorletzte von 15 Kindern seines ältesten Sohnes in Barbastro auf.

In Barbastro
José Escrivá und Dolores Albás sheirateten am 19. September 1898 in der Kathedrale von Barbastro. Dann zogen sie in ein Haus in der Hauptstraße, dessen eine Front zum Marktplatz ging. Dort wurden ihre erste Tochter, María del Carmen, und ihr Sohn, José María, geboren. Dieser verknüpfte später seine beiden Vornamen aus Verehrung zur Gottesmutter und zum hl. Josef. Diesen beiden Kindern folgten noch drei Mädchen — María Asunción, María de los Dolores und María del Rosario — und sehr viel später, als die Familie bereits in wohnte, ein weiterer Sohn, Santiago.

Die Escrivás waren in Barbastro wohl angesehen. Sie hatten viele Freunde und von der Seite der Mutter her eine ausgedehnte Verwandtschaft. Ihre wirtschaftliche Lage war gut, und so schienen sie eine vielversprechende Zukunft vor sich zu haben.

Wallfahrt zur Muttergottes
Der Junge Josemaría war gesund und wuchs zu einem kräftigen Jungen heran, wurde aber im Alter von zwei Jahren schwer krank. Die Ärzte gaben ihn auf. Eines Abends sagte der Hausarzt zu José, dass das Kind innerhalb weniger Stunden sterben würde. Die Eltern baten ganz besonders Maria um seine Heilung. Dolores versprach Unserer Lieben Frau von Torreciudad, die in der ganzen Gegend sehr verehrt wurde, mit dem Jungen zu ihrer Kapelle zu wallfahren, falls er gesund würde. Am folgenden Morgen sagte José zu dem Arzt, der ihn fragte, wann genau das Kind gestorben sein: Er ist nicht gestorben, und er ist sogar restlos geheilt.

So wurde der Kleine also von seinen Eltern zur Gottesmutter in ihrem Wallfahrtsort hoch in den Bergen der Pyrenäen gebracht. Wenn Dolores ihrem Sohn von diesem großen Gnadenerweis erzählte, pflegte sie zu sagen: Mein Kind, du warst mehr tot als lebendig; wenn Gott dich auf der Erde gelassen hat, dann hat er gewiss etwas Großes mit dir vor.

Erste Gebete
In der Familie Escrivá wurde gemeinsam gebetet, so der Rosenkranz und die Tischgebete, und alle gingen auch zusammen in die Sonntagsmesse in eine nahe gelegene Kirche, nahmen an der Samstagsandacht teil und besuchten Weihnachten die Mitternachtsmesse. Schon als kleines Kind lernte Josemaría von seinen Eltern die ersten Kindergebete. Dolores bereitete ihren Sohn persönlich auf die erste Beichte vor und begleitete ihn am festgesetzten Tag bis zum Beichtstuhl.

Für den Kleinen war der Vater der beste Freund. Er erwartete ihn immer voller Ungeduld, wenn er von der Arbeit heimkam, und öffnete ihm die Türe; oder er ging ihm entgegen und suchte in seinen Manteltaschen nach einer Süßigkeit. José nahm ihn mit auf die Jahrmärkte von Barbastro oder bummelte mit ihm durch die Kleinstadt. Es waren Spaziergänge, die Vater und Sohn eng verbanden, wo der Kleine ihm seine kindlichen Sorgen und Freuden anvertraute und ihm die für Kinder typischen Fragen stellen konnte.

Der Tod seiner jüngeren Schwestern
Von einem bestimmten Augenblick an überfiel das Leid mit aller Heftigkeit das Zuhause der Escrivás. Zwischen 1910 und 1013 starben, von der Kleinsten angefangen bis zur Ältesten, die drei kleinen Schwestern. Beim Anblick des Schmerzes seiner Eltern trat der Schmerz auch in das Leben Josemarías, und er lernte durch das Beispiel seiner Eltern, es in christlicher Weise anzunehmen. Er wurde nachdenklicher; eines Tages hatte er sich Gedanken über die Reihenfolge jener Todesfälle gemacht, und sagte daraufhin zu seiner Mutter: Im nächsten Jahr bin ich dran. Sie aber erinnerte ihn tröstend daran, dass er der Muttergottes gehöre, die sich um ihn kümmern würde.

Wirtschaftliche Schwierigkeiten
Zu diesem seelischen Leid kam der Niedergang des Geschäftes von José, der ihn zwang, eine ihm gemäße Arbeit außerhalb von Barbastro zu suchen. Er fand sie in Logroño, wohin die ganze Familie 1915 zog.

Die ersten Jahre in Logroño spielten sich für Josemaría zwischen Gymnasium und Familie ab. Während dieser Jahre erwarb er eine umfassende Bildung, vor allem durch das Lesen der spanischen Klassiker und das Studium der Geschichte. 1918 verließ er die Schule mit einem exzellenten Abiturzeugnis.


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