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Persönliche Zeugnisse

Sich den Drachen stellen

Der bekannte Schauspieler Wes Bentley hat durch seine Rolle im Film über den Gründer des Opus Dei im Spanischen Bürgerkrieg seine Drogenabhängigkeit überwunden.

25 November 2011

Stichwörter: Bekehrung, Bürgerkrieg, Film
Ich bin Wes Bentley und spiele Manolo in dem neuen Film von Roland Joffé “There be dragons”. Ich wollte daraus eine Geschichte machen, die davon handelt, wie man die Erde mit Liebe erfüllt, besonders aber über den Mangel an Liebe in der Welt und welche Folgen er hat. Wenn die Liebe verschwindet, hinterlässt sie eine Leere, und diese Leere kann mit ausgesprochen negativen Elementen gefüllt werden.

Manolo ist ein Mann, der liebt. Aber da er in diesen schrecklichen Konflikt verstrickt ist,
verwandelt sich seine Liebe schnell in Zorn. So wird es für ihn ganz leicht, Zugang zu einer Welt zu bekommen, die scheinbar keinen Sinn hat.

Ich habe mich mit der Person von Manolo sofort identifiziert. Er hatte vieles schlecht gemacht.
Seine Taten sind die ganze Zeit über schlecht, er arbeitet immer in die eigene Tasche, und das hatte ich auch getan. Ich habe mich immer ganz egoistisch selbst bedient. Und ich war verloren, komplett verloren. Manolo ist auch verloren, er versucht verzweifelt, etwas zu sein, aber er erreicht nichts. So wie ich. Ich war ein Nichts, eine gebrochene Existenz, in den letzten zehn Jahren, bevor ich mich gefangen habe.

Das hat mich wie durch einen dunklen Tunnel geführt, dazu, schlechte Entscheidungen zu treffen, die mich dann in noch schlimmere, äußerst undurchsichtige Situationen brachten. .
Ich hatte oft Probleme mit Drogen und ähnlichen Sachen, nachts war ich mehrmals physisch dem Tod sehr nahe. In einem solchen Augenblick merkte ich plötzlich, dass ich nicht so weitermachen konnte, dass ich sterben würde. Und das hat mich zur Besinnung gebracht. In diesem Film “There be dragons” bin ich wieder ich selber geworden, ganz allein ist das schwer zu bewerkstelligen, besser gesagt – das ist meine persönliche Meinung –, allein ist es unmöglich, das zu schaffen.

Ich hatte das Glück, während der Dreharbeiten jemanden kennen zu lernen, der mich, ohne es zu beabsichtigen, sehr positiv beeinflusst hat. Zwei Jahre später musste ich einfach zu ihm gehen und ihm sagen: “Ich habe ein Problem, und du bist der einzige, der mir helfen kann.” Seit dem Tag war ich “clean” und ließ mich therapieren. Das alles passierte noch während der Dreharbeiten zu “There be dragons”. Ich war wieder ganz ich selbst, während ich den Film drehte, und das war die schönste Erfahrung für mich, es war eine Befreiung. Ich sah mich selbst und sagte zu mir: “Alles ist vorbei, ich fange neu an. Ich kann Vater sein. Ich kann ein guter Bruder sein. Ich kann in dieser Gesellschaft ein guter Mensch und ein großer Schauspieler sein.” Ohne das hätte ich nicht Vater meines Sohnes werden können.

Offensichtlich hat mir dieser Film eine starke geistliche Erfahrung vermittelt, wobei sich vieles aus meinen Beziehungen zu Roland, Charlie Cox und dem Rest der Truppe ergab. Aber mit der Gestalt von Manolo und der von Josemaría habe ich eine neue Verbindung zu Gott, zu den Menschen, zum Leben aufgebaut. Ich fing wieder an zu leben. Und das alles während des Films. Ich möchte zum Ausdruck bringen, dass das ein riesiger Qualitätssprung war. Seither sind anderthalb Jahre vergangen, aber das wird immer dazu gehören.

In diesem Film gibt es etwas ganz Besonderes, etwas Geistliches, was ich zu Beginn nicht bemerkt habe. Ich weiß nicht, wie ich es sagen soll, es ist eine einzigartige Erfahrung.