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Fragen und Antworten zum Glauben

Warum ist der Papst Petrus?

Stichwörter: Papst, Benedikt XVI.
Als katholische Christen schulden wir dem Papst als rechtmäßigem Nachfolger Petri Gehorsam, und wir sehen in ihm den Stellvertreter Christi auf der Erde. Angesichts dieser Auffassung fragen sich heutzutage viele Menschen: Warum soll man dem Papst gehorchen? Ist er nicht auch nur ein Mensch? Bedeutet Unfehlbarkeit, dass der Papst sich nie irren kann?

1. Wenn Christus das Haupt der Kirche ist, warum sagen wir dann, der hl. Petrus sei das Oberhaupt der Kirche?
An verschiedenen Stellen lesen wir in der Heiligen Schrift, dass Christus Petrus zum Oberhaupt der Kirche machte: Als Christus die Zwölf bestellte, „setzte er [sie] nach Art eines Kollegiums oder eines beständigen Zusammenschlusses ein, an dessen Spitze er den aus ihrer Mitte erwählten Petrus stellte“ (LG 19).
(Katechismus der Katholischen Kirche, 880)

Der Herr hat einzig Simon, dem er den Namen Petrus gab, zum Felsen seiner Kirche gemacht. Er hat Petrus die Schlüssel der Kirche übergeben (vgl. Mt 16, 18-19) und ihn zum Hirten der ganzen Herde bestellt (vgl. Joh 21, 15-17). „Es steht aber fest, dass jenes Amt des Bindens und Lösens, das Petrus gegeben wurde, auch dem mit seinem Haupt verbundenen Apostelkollegium zugeteilt worden ist“ (LG 22). Dieses Hirtenamt des Petrus und der anderen Apostel gehört zu den Grundlagen der Kirche. Es wird unter dem Primat des Papstes von den Bischöfen weitergeführt.
(Katechismus der Katholischen Kirche, 881)

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Größte Wertschätzung und Liebe, tiefe Verehrung, ergebenen Gehorsam und herzliche Anteilnahme sollst du dem Papst, dem Stellvertreter Christi auf Erden, entgegenbringen.
Wir Katholiken müssen bedenken: Nach Gott und nach der heiligen Maria, unserer Mutter, folgt in der Rangordnung der Liebe und Autorität der Heilige Vater.
(Im Feuer der Schmiede, 135)

Dies ist die einzige Kirche Christi, die wir im Glaubensbekenntnis als die eine, heilige, katholische und apostolische bekennen. Sie zu weiden hat unser Erlöser nach seiner Auferstehung dem Petrus übertragen, ihm und den übrigen Aposteln hat er ihre Ausbreitung und Leitung anvertraut, für immer hat er sie als "Säule und Feste der Wahrheit" errichtet (II. Vatikanisches Konzil, Dogm. Konstitution Lumen gentium, Nr. 8).
(Loyal zur Kirche, 19)

2. Warum ist der Papst der Nachfolger des hl. Petrus?
Wie nach der Bestimmung des Herrn der hl. Petrus und die übrigen Apostel ein einziges apostolisches Kollegium bilden, so sind in gleicher Weise der Römische Bischof, der Nachfolger des Petrus, und die Bischöfe, die Nachfolger der Apostel, untereinander verbunden.
(Katechismus der Katholischen Kirche, 880)

Die antiken Städte waren vom Mauern umgeben. Die Übergabe der Schlüssel, die Zutritt zu den Mauern gewährte, kam dem Akt gleich, die Macht über die Stadt zu überlassen. Der Ausdruck
Die antiken Städte waren vom Mauern umgeben. Die Übergabe der Schlüssel, die Zutritt zu den Mauern gewährte, kam dem Akt gleich, die Macht über die Stadt zu überlassen. Der Ausdruck "Petrus die Schlüssel übergeben" entspricht also dem Akt, ihm die oberste Gewalt über die Kirche zu geben, die Jesus oftmals als "Himmelreich" bezeichnete.
„Christus hat den hl. Petrus an die Spitze der übrigen Apostel gestellt und in ihm ein immerwährendes und sichtbares Prinzip und Fundament der Glaubenseinheit und der Gemeinschaft gesetzt.“ Diese Lehre von „den Bischöfen, den Nachfolgern der Apostel, die mit dem Nachfolger Petri, dem Stellvertreter Christi und sichtbaren Haupt der ganzen Kirche, zusammen das Haus des lebendigen Gottes leiten“ bekennt die Kirche bis heute.
(vgl. II. Vatikanisches Konzil, Dogm. Konstitution Lumen gentium, Nr. 18).

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Die Liebe zum Heiligen Vater muß eine herrliche Leidenschaft in uns sein, denn in ihm sehen wir Christus. Wenn wir mit dem Herrn im Gebet verkehren, werden wir einen klaren Blick bekommen, der uns auch hinter Ereignissen, die wir vielleicht manchmal nicht verstehen oder die uns Kummer bereiten und die Tränen in die Augen treiben, das Wirken des Heiligen Geistes erkennen läßt.
(Loyal zur Kirche, 30)

Katholisch, apostolisch, römisch! - Es gefällt mir, daß du sehr römisch bist. Und daß du den Wunsch hast, eine Romfahrt zu machen, »videre Petrum«, um Petrus zu sehen.
(Der Weg, 520)

Ich verehre mit allen meinen Kräften das Rom des Petrus und des Paulus, das getränkt ist vom Blut der Märtyrer, den Mittelpunkt, von dem so viele hinausgezogen sind in die ganze Welt, um die Heilsbotschaft Christi zu verkünden. Römisch sein bedeutet in keiner Weise Abkapselung, sondern rechte Ökumene; es beinhaltet den Wunsch, das Herz weit zu machen, es allen Menschen mit dem Erlöserverlangen Christi zu öffnen, der alle sucht und alle aufnimmt, weil Er alle zuerst geliebt hat.
(Loyal zur Kirche, 28)

3. Welche Sendung hat der Papst?
Der Papst, der Bischof von Rom und Nachfolger des heiligen Petrus, ist das immerwährende und sichtbare Prinzip und Fundament für die Einheit der Kirche. Er ist der Stellvertreter Christi, das Haupt des Bischofskollegiums und der Hirte der Gesamtkirche. Aufgrund göttlicher Einsetzung hat er über die ganze Kirche die höchste, volle, unmittelbare und allgemeine Vollmacht.
(Kompendium des Katechismus der Katholischen Kirche, 182)

Der Papst, der Bischof von Rom und Nachfolger des hl. Petrus, ist „das immerwährende und sichtbare Prinzip und Fundament für die Einheit der Vielheit sowohl von Bischöfen als auch von Gläubigen“ (LG 23). „Der Römische Bischof hat kraft seines Amtes, nämlich des Stellvertreters Christi und des Hirten der ganzen Kirche, die volle, höchste und allgemeine Vollmacht über die Kirche, die er immer frei ausüben kann“ (LG 22)
(Katechismus der Katholischen Kirche, 882)

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Und dies ist die bleibende Sendung des Petrus: dass Kirche nie nur mit einer Nation, mit einer Kultur oder einem Staat identisch sei. Dass sie immer die Kirche aller ist. Dass sie über alle Grenzen hin die Menschheit zusammenführt, inmitten der Trennungen dieser Welt den Frieden Gottes, die versöhnende Kraft seiner Liebe gegenwärtig werden lässt. Heute gibt es in der Welt durch die überall gleiche Technik, durch das weltweite Informationsnetz wie durch die Bündelung gemeinsamer Interessen neue Weisen der Einheit, die aber auch neue Gegensätze aufbrechen lassen und alten Gegensätzen neue Stoßkraft geben. Inmitten dieser Einheit von außen, vom Materiellen her brauchen wir um so mehr die Einheit von innen, die aus dem Frieden Gottes kommt – Einheit all derer, die durch Jesus Christus Geschwister geworden sind. Dies ist die bleibende Petrussendung, auch der besondere Auftrag an die Kirche von Rom.
(Benedikt XVI., Predigt am 29. Juni 2008)

Der Weg des hl. Petrus nach Rom als Verkörperung der Weltvölker steht vor allem unter dem Wort »una«: Sein Auftrag ist es, die Einheit der »catholica«, der Kirche aus Juden und Heiden, der Kirche aus allen Völkern zu wirken. Petrus, der zuerst auf Gottes Weisung hin die Tür für die Heiden aufgetan hatte, überläßt nun den Vorsitz der judenchristlichen Kirche Jakobus dem Jüngeren, um sich seiner eigentlichen Sendung zu widmen: dem Dienst an der Einheit der einen aus Juden und Heiden gebildeten Kirche Gottes
(Benedikt XVI., Predigt am 29. Juni 2008)

4. Warum heißt der Papst Stellvertreter Christi?
Der Papst heißt Stellvertreter Christi, weil er an seiner Stelle die Kirche leitet. Er ist das sichtbare Haupt der Kirche, da er „aufgrund göttlicher Einsetzung die höchste, volle, unmittelbare und universale Seelsorgegewalt besitzt“, die Christus als unsichtbares Haupt der Kirche hat.
(Vgl. Katechismus der Katholischen Kirche, 937)

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Diese katholische Kirche ist römisch. Wie koste ich dieses Wort aus: römisch! Ich fühle mich römisch, denn römisch bedeutet universal, katholisch; es führt mich zu einer innigen Liebe zum Papst, il dolce Cristo in terra, wie ihn die heilige Katharina von Siena, die mir eine überaus liebe Freundin ist, so gerne genannt hat.
(Loyal zur Kirche, 28)

Im Gedanken an so manche Situation der Geschichte, die der Teufel aufs neue herbeizuführen sucht, scheint mir das, was du über Loyalität schreibst, ins Schwarze zu treffen: »Den ganzen Tag über steigt mir aus Kopf, Herz und Mund das Stoßgebet zum Himmel: Rom!«
(Die Spur des Sämanns, 344)

Unsere heilige Mutter, die Kirche, streut in wunderbar weitherziger Liebe den Samen des Evangeliums über die ganze Welt aus. Von Rom bis in die fernsten Winkel der Erde.
Deine Mitarbeit am Werk der Glaubensverbreitung in der ganzen Welt muß darauf zielen, die Peripherie mit dem Zentrum, das heißt mit dem Papst, zu verbinden, damit die ganze Erde dies sei: eine einzige Herde, ein Hirt, ein Apostolat!
(Im Feuer der Schmiede, 638)

5. Bedeutet Unfehlbarkeit, dass sich der Papst nie irren kann?
Der pastorale Auftrag des Lehramtes ist es, zu wachen, daß das Gottesvolk in der befreienden Wahrheit bleibt. Zur Erfüllung dieses Dienstes hat Christus den Hirten das Charisma der Unfehlbarkeit in Fragen des Glaubens und der Sitten verliehen.
(Katechismus der Katholischen Kirche, 890)

Dieser Unfehlbarkeit...erfreut sich der Römische Bischof, das Haupt des Kollegiums der Bischöfe, kraft seines Amtes, wenn er als oberster Hirt und Lehrer aller Christgläubigen, der seine Brüder im Glauben stärkt, eineLehre über den Glauben oder die Sitten in einem endgültigen Akt verkündet [...].
(Katechismus der Katholischen Kirche, 891)

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Die Obergewalt des Papstes und seine Unfehlbarkeit, wenn er ex cathedra spricht, sind nicht menschliche Erfindung, sondern ergeben sich aus dem ausdrücklichen Stiftungswillen Christi. Wie wenig sinnvoll ist es aber dann, zwischen der Regierung des Papstes und jener der Bischöfe einen Gegensatz zu konstruieren oder die Gültigkeit der päpstlichen Lehrentscheide von der Zustimmung der Gläubigen abhängig zu machen! Nichts paßt da weniger als ein Mächtegleichgewicht. Die menschlichen Denkformen sind hier unbrauchbar, so attraktiv und funktionell sie auch sein mögen. Niemand besitzt in der Kirche aus sich selbst, als Mensch, absolute Gewalt; in der Kirche gibt es kein anderes Oberhaupt als Christus; und Christus hat für seine pilgernde Braut einen Stellvertreter einsetzen wollen - der Papst.
(Loyal zur Kirche 30)

6. Wann ist das Lehramt unfehlbar?
Das Lehramt ist unfehlbar, wenn der Papst kraft seiner Autorität als oberster Hirte der Kirche oder das Bischofskollegium in Gemeinschaft mit dem Papst, vor allem auf einem Ökumenischen Konzil, eine Lehre über den Glauben oder die Sitten in einem endgültigen Akt verkünden. Das Lehramt ist auch unfehlbar, wenn der Papst und die Bischöfe in ihrem ordentlichen Lehramt übereinstimmend eine Lehre als endgültig vorlegen. Solchen Lehren muss jeder Gläubige im Glaubensgehorsam anhangen.
(Kompendium des Katechismus, 185)

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Du musst jeden Tag in deiner Loyalität gegenüber der Kirche, dem Papst, dem Apostolischen Stuhl wachsen. Sie ist Frucht einer wachsenden Liebe, deren Mittelpunkt Gott allein ist.
(Die Spur des Sämanns, 353)

Die Treue zum Papst schließt eine klare und eindeutige Verpflichtung ein: wir müssen die Lehre, die er in Enzykliken oder in anderer Form vorträgt, gut kennen und uns nach Kräften darum bemühen, daß alle Katholiken sie beachten und sich in ihrem Verhalten danach richten.
(Im Feuer der Schmiede, 633).

Das Wort des Papstes sollst du mit frommer, demütiger und zur Tat bereiter innerer Zustimmung aufnehmen. Und es dann auch weitergeben!
(Im Feuer der Schmiede, 133)