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Dokumentation

Warum das Opus Dei mich zu einer besseren Mutter macht

Stichwörter: Einheit des Lebens, Familie, Frau
Dass ich eine sechsstündige Reise nach Paris mache, um ein Gespräch von einer Stunde zu führen und gleich wieder in unser entlegenes Heim in die Normandie zurück zu fahren, kann einen Eindruck davon vermitteln, wie beeindruckt ich von dem bin, was das Opus Dei zu bieten hat. Zweifellos werden weit interessantere Geschichten von Unbekümmertheit bei unserem Beisammensein in London am Valentinstag erzählt werden, an dem wir den 80. Geburtstag der Gründung der weiblichen Abteilung feiern. Und der Grund dafür, dass ich so stark unsere Verbundenheit mit dem Vermächtnis des hl. Josefmaria, unseres Gründers, fühle, ist die herzliche Wärme, die von den Mitgliedern und ihrem unablässigen – echt und ungeheuchelt – Streben nach Heiligkeit ausgeht.

Ich kannte das Opus Dei, seit ich als Teenager in ein Zentrum des Werkes in meiner Stadt ging, um mir bei den Hausaufgaben in Geschichte helfen zu lassen. Die angehende Journalistin in mir machte mich natürlich neugierig hinsichtlich vieler Aspekte des Werkes, wie wir es liebevoll nennen, und ich stellte eine Menge unverschämter Fragen, die mit größter Geduld beantwortet wurden.

Mehrere Jahre beobachtete ich das Werk von außen. Erst nach weiteren 20 Jahren, als ich unser viertes Kind erwartete, wurde ich Supernumerarierin und verpflichtete mich auf diesen Weg der Heiligkeit. Mein Ehemann machte sich als jemand, der nicht glaubt, Gedanken über meine "Gott belästigenden" Tätigkeiten, wie er sie nannte, aber er respektierte meine Freiheit. Inzwischen macht er es mir leicht, jeden Morgen in die Messe zu gehen, und schätzt die Tatsache, dass mir das hilft, ein besserer Mensch und eine bessere Frau und Mutter zu sein. Er erzieht unsere sechs Kinder nach allgemein menschlichen Gesichtspunkten und erklärt zum Beispiel, warum es nicht gut ist, faul oder abhängig von Soap-Operas im Fernsehen zu sein, wohingegen ich ihnen christliche Tugenden wie Nachbarschaftshilfe, Vergebungsbereitschaft und Großzügigkeit beibringe.

Was das Opus Dei von der Unbeständigkeit der Welt unterscheidet, ist die ‚Einheit des Lebens’, die die Mitglieder zu leben versuchen. "Das bist wirklich du, der Mensch, der du hinter geschlossenen Türen bist", sage ich oft zu meinen Kindern, "nicht das Bild, das du von dir zeigst, wenn du draußen bei deinen Freunden bist."

Das Wesentliche im Leben eines Mitglieds des Opus Dei ist, diese Einheit des Lebens zu verwirklichen, deshalb liebe ich das Werk so sehr. "Wären doch dein Verhalten und deine Worte so, dass jeder, der dich sieht oder mit dir spricht, unwillkürlich dächte: Der da beschäftigt sich mit dem Leben Jesu", schreibt der hl. Josefmaria im "Weg" - was eigentlich alles zusammenfasst. Die Einheit des Lebens zu leben bedeutet, trotz aller Rückschläge dankbar zu sein für jede Minute jeden Tages, statt bestimmte Zeiten des Tages Gott zu widmen und den Rest für sich zu beanspruchen. Es bedeutet, den Stolperstein zu umgehen, ein "Sonntagskatholik" zu werden, der mit einem abgehobenen Gefühl aus der Kirche kommt, nur um beim Anblick seines zugeparkten Autos vor Ungeduld zu beben oder wütend zu werden, weil der Ehemann dich für etwas, das falsch gelaufen ist, verantwortlich erklärt.

Wenn wir Gott nahe stehen, bitten wir unseren Mann um Entschuldigung – auch, wenn wir im Recht sind –, weil wir nicht in die Falle geratenwollen, nur an uns zu denken und daran, wie uns alles trifft. Das heißt nicht, dass Ungerechtigkeit unbemerkt bleibt – erst recht nicht in einer großen Familie. Es ist unmöglich, vor so vielen Zeugen mit groben Erwiderungen ungeschoren davon zu kommen. Aber indem man Jesus nachahmt, kann man sich mit Höflichkeit und Geduld verständlich machen.

In Opus Dei gibt es keine Vorspiegelung falscher Tatsachen, man sieht eigentlich genau das, was eben da ist, obwohl wir hoffentlich klug genug sind, keine schmutzige Wäsche in der Öffentlichkeit zu waschen. Es mag sich selbstgefällig anhören, aber ich weiß, dass ich weniger egoistisch bin, weil ich in Priestern und anderen Mitgliedern vom Werk gute Vorbilder habe und von ihnen Hilfe und Orientierung bekommen habe und weiter bekomme.

Zum Werk zu gehören hat nichts Spektakuläres, außer dass man sich tief drinnen glücklich fühlt in dem Bewusstsein, Kind Gottes zu sein. Ich kenne nicht alle ungefähr 500 Mitglieder, die in diesem Lande leben, obgleich ich wahrscheinlich im Laufe der Jahre vielen von ihnen begegnet bin. Wir achten die Privatsphäre der anderen Mitglieder, versuchen aber so hilfreich und höflich wie innerhalb unserer eigenen Familie zu sein.

Ohne falsche Demut kann man sagen, dass wir einfach Sünder sind, die nach der Heiligkeit streben.