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Vor 50 Jahren: Generalkongress des Opus Dei in Einsiedeln

28 August 2006

Stichwörter: Opus Dei, Klugheit
Vom 22. bis zum 25. August 1956, also vor genau 50 Jahren, fand im schweizerischen Einsiedeln der II. Generalkongress des Opus Dei statt. Vertreter aus vielen Ländern kamen zusammen, um unter der Leitung des Gründers, des hl. Josefmaria Escrivá, wichtige Weichen für die künftige Entwicklung des Opus Dei zu stellen.

Die Ausgangslage war nicht sehr günstig: Man hatte finanzielle Sorgen, die Räumlichkeiten waren zu knapp, und zudem litt man unter dem Unverständnis einiger wohlmeinender Personen. Die Wahl fiel auf den Wallfahrtsort Einsiedeln, einerseits zum Zeichen der Verehrung Marias, andererseits wegen seiner zentralen Lage in Europa.

Escrivá bereitete die Zusammenkunft sorgfältig vor und rief schon ab Jahresbeginn zum Gebet für ein gutes Gelingen auf. Am 3. Juli wurde er im Hotel Pfauen direkt gegenüber der Wallfahrtskirche vorstellig. Er mietete es für den Kongress und regelte die Einzelheiten für die Unterkunft der Teilnehmer. Auch die Benediktiner stellten einige Säle zur Verfügung, jedoch konnte am Ende fast alles im Hotel stattfinden.

Segenswünsche des Papstes
Danach informierte Escrivá den Hl. Stuhl über Ort und Datum der Veranstaltung. Papst Pius XII. sandte allen Teilnehmern seinen Segen mit dem Wunsch, „Gott möge sein Licht über die Arbeit des Kongresses leuchten lassen, damit in vollkommener Einheit des Geistes die intensive Arbeit des Werkes immer neue Früchte trage.“

Der Kongress selbst begann am 22. August. Ein wichtiges Traktandum war die Erneuerungswahl für den Generalrat, das zentrale Leitungsorgan auf Seiten der Männer. Beschlossen wurde auch, den Sitz dieses Rates von Madrid nach Rom zu verlegen, wo der Gründer bereits seit 1946 lebte. Weiter ging es um die Gewährleistung einer guten Ausbildung der stetig wachsenden Zahl der Mitglieder im Hinblick auf die sich abzeichnende weltweite Ausbreitung.

Festlegung der offiziellen Sprache
Die bereits erreichte Internationalität hatte auch die Frage aufkommen lassen, in welcher gemeinsamen Sprache man sich in Dokumenten und internationalen Zusammenkünften verständigen solle. Neun Vertreter aus nicht spanischsprachigen Ländern (USA, Italien, Portugal, Deutschland, Irland und England) stellten den Antrag, das Spanische zur offiziellen Sprache des Opus Dei zu erklären. Sie begründeten dies damit, dass das Opus Dei in Spanien geboren wurde und Spanisch die Muttersprache des Gründers war. Auch seien die ersten Dokumente in dieser Sprache abgefasst. Die Arbeit werde dadurch wirksamer gemacht und die Einheit gefördert. Der Kongress nahm den Antrag an.

Das Wichtigste aber waren nicht so sehr die Sachentscheide, sondern die Gelegenheit der aus vielen Ländern stammenden Teilnehmer, ein paar Tage mit dem Gründer zusammen zu leben und zu arbeiten. Im Urteil Alvaro del Portillos, Escrivás späterem Nachfolger, war dies der entscheidende Faktor für die Erhaltung von Geist und Einheit des Opus Dei und für die weitere Ausbreitung seiner Arbeit.

Nach Beendigung der Zusammenkunft informierte Escrivá den Hl. Stuhl über die wichtigsten Beschlüsse.

Das Hotel Pfauen musste ein paar Jahrzehnte später seine Tore schliessen. Das Gebäude jedoch, worin der Kongress stattgefunden hatte, besteht noch heute.