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Vor 100 Jahren: Die Wallfahrt der Escrivás nach Torreciudad

7 August 2004

Stichwörter: Familie Escrivá, Torreciudad
2004 sind es hundert Jahre her, seit das Ehepaar Escrivá eine Dankeswallfahrt zum Gnadenbild der Muttergottes von Torreciudad machte, in der Überzeugung, ihr die Heilung ihres Sohnes Josemaría zu verdanken, den die Ärzte schon aufgegeben hatten.

Im Jahr 1930 schrieb der heilige Josemaría in seinen persönlichen Aufzeichnungen: “Mein Gebieterin und Mutter! Du gabst mir die Gnade der Berufung. Du hast mir als Kind das Leben gerettet. Du hast mich so oft erhört...!” Er bezog sich auf die wunderbare Heilung, die seine Eltern 1904, als er zwei Jahre alt war, von Maria erwirkt hatten. In seiner Biographie über den Gründer des Opus Dei erzählt Andrés Vázquez de Prada die Geschichte fogendermaßen: “Es war um diese Zeit, daß er todkrank wurde. Es handelte sich möglicherweise um eine akute Infektion. (...) Am Vorabend es unerwarteten Ereignisses ging Doktor Ignacio Camps Valdovinos, Hausarzt der Familie, noch einmal zu den Escrivás, um sich das Kind anzuschauen. Als erfahrener Arzt hatte er einen guten klinischen Blick. In der damaligen Zeit war es jedoch nicht möglich, heftige Infektionen erfolgreich zu behandeln. (...) Schließlich mußte Dr. Camps dem Vater sagen: ‘Pepe, diese Nacht übersteht er nicht!’

Voll Glauben hatten die Eltern Gott um die Heilung des Kindes gebeten. Dolores begann mit großem Vertrauen eine Novene zu Unserer Lieben Frau vom Heiligsten Herzen: das Paar versprach der Gottesmutter, mit dem Kleinen als Dank zu ihrem Gnadenbild in der Kapelle von Torreciudad zu wallfahren.”

Esperanza Corrales, eine Nachbarin, erinnert sich noch viele Jahre später an den Ausgang: “Die Krankheit nahm plötzlich eine Wende, und der kleine Josemaría überstand sie, entgegen den düsteren Diagnosen der Ärzte. Als er wieder ganz gesund war, erfüllte das Ehepaar Escrivá das Versprechen, mit dem Kind zur Muttergottes von Torreciudad zu pilgern und ihr zu danken.”

Auf Saumtierpfaden legten sie ungefähr vier Meilen zurück. Dabei saß Dolores Escrivá im Damensattel auf einem Esel und hielt das Kind in ihren Armen. Über unwegsames und streckenweise abschüssiges Gelände stiegen sie den Pfad über der steil abfallenden Schlucht des Cinca bis zur Gnadenkapelle hinauf, wo sie zum Dank das Kind der Gottesmutter zu Füßen legten. Wenn Dolores Escrivá sich später an diese Episode erinnerte, sagte sie oft zu Josemaría: “Mein Sohn, für etwas Großes hat dich Maria auf dieser Welt gelassen; denn du warst schon mehr tot als lebendig.”


“Turris Civitatis”
Die Eltern des heiligen Josemaría pilgerten zum Gnadenbild Unserer Lieben Frau von Torreciudad, da die Muttergottes in dieser Region besonders unter dieser Anrufung verehrt wurde. Ein kürzlich im “Heraldo de Huesca” veröffentlichter Artikel gibt Zeugnis von dieser volkstümlichenVerehrung:

Die Wallfahrtskapelle erhebt sich an der Spitze eines Felsvorsprungs oberhalb des Cinca-Flusses, inmitten einer wilden Naturlandschaft. Sie war damals schwer zugänglich, und man erreichte sie nur zu Fuß oder auf einem Maultier. Seit dem Jahr 1084 ist in den umliegenden Dörfern die Tradition der Wallfahrt von einer Generation zur nächsten übertragen und legendig erhalten worden.

Oft pilgerten ganze Dörfer des Somontano mit Fahnen und Standarten dorthin. Am Marienheiligtum angekommen, hatten die Teilnehmer gewöhnlich Zeit zu beichten, und dann wurde die heilige Messe gefeiert. Am Nachmittag betete man den Rosenkranz vor dem ausgesetzten Allerheiligsten.

Der Ursprung der ersten Kapelle und des Gnadenbildes ist nicht eindeutig geklärt. Experten vermuten, daß nach der Befreiung von den arabischen Eroberern das Bild gefunden und die Kapelle erbaut wurde. Es ist eine sogenannte “Schwarze Madonna”, ähnlich wie die von Montserrat. Der Legende nach erschien sie einigen Holzfällern und teilte ihnen ihren Wunsch mit, an diesem Ort verehrt zu werden.

Torreciudad liegt 24 km nördlich von Barbastro, in der Nähe des Stausees von El Grado. In noch erhaltenen mittelalterlichen Dokumenten wird mit “Civitas” (was später zu “Turris Civitatis”, Torreciudad, wurde) die Bastion bezeichnet, die von den moslemischen Invasoren zur Verteidigung gegen die Christen benutzt wurde, welche von Norden her vordrangen, um die Gebiete, die ihnen von den Arabern entrissen worden waren, zurückzuerobern.

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