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Welches sozialkulturelle Umfeld prägte die Kindheit von Josemaría Escrivá?

Stichwörter: Barbastro, Familie Escrivá, Logroño, Josemaría Escrivá
Blick vom Inneren des Hauses aus, in dem Josemaría Escrivá geboren wurde
Blick vom Inneren des Hauses aus, in dem Josemaría Escrivá geboren wurde
Die Familie wohnte in Barbastro, das damals etwa 8.000 Einwohner zählte. Die meisten Leute widmeten sich dem Handel und der Landwirtschaft.

In der Kleinstadt gab es während der Kindheit des hl. Josefmaria keine sozialen Konflikte. Sie genoss dank der von Kleineigentümern und Handelsleuten geprägten Gesellschaftsstruktur einen gewissen Wohlstand. Dieser stand in starkem Kontrast zu der allgemeinen Lage des Landes, das unter dem noch frischen Eindruck des Verlustes von Cuba, Puerto Rico und den Philippinen wie betäubt war.

Barbastro war Bischofssitz. Es gab auch mehrere Kulturvereine und zwei Schulen, von den Piaristen respektive den Vinzentinerinnen geleitet, in denen Josemaría Schüler gewesen ist.

Er erinnerte sich gerne an jene Zeit, besonders an die Freiheit und Natürlichkeit, mit der in seiner Familie der christliche Glaube gelebt wurde.

„Und ich denke an jene hellen Tage meiner Kindheit zurück: an den Dom, so hässlich von außen und so wunderschön von innen … wie das Herz der Menschen dort ist, gut, christlich und treu, verborgen unter der rauhen Schale des aragonesischen Charakters.
Inmitten einer Seitenkapelle erhob sich der Grabhügel, auf dem die liegende Statue Unserer Lieben Frau ruhte. Das Volk ging vorbei und küsste andächtig die Füße der ›schlafenden Jungfrau‹ …
Meine Mutter, mein Vater, meine Geschwister und ich gingen immer zusammen zur heiligen Messe. Mein Vater gab uns ein Geldstück, das wir dann freudig dem verkrüppelten Mann gaben, der am Bischöflichen Palais saß. Danach tauchte ich die Finger ins Weihwasser, um es an die anderen weiterzugeben. Dann begann die heilige Messe … Hinterher beteten wir jeden Sonntag in der Kapelle des Wundertätigen Christus ein Glaubensbekenntnis. Und am Festtag der Aufnahme Mariens in den Himmel war es, wie ich schon sagte, Pflicht, die Muttergottes von der Kathedrale ›anzubeten‹ (wie wir es ausdrückten)."

(Persönliche Aufzeichnungen, Nr. 228 und 229, 15.8.1931; zitiert in VÁZQUEZ DE PRADA, A., Der Gründer des Opus Dei, Josemaría Escrivá; Bd. 1; Die frühen Jahre, Adamas Verlag, Köln 2001, S. 38)

Anmerkung: Wir stellen hier nur die deutschprachige Literatur vor. Wenn Sie die Möglichkeit haben, sich in anderen Sprachen, vornehmlich auf spanisch, weitergehend zu informieren, gehen Sie auf die entsprechende Version der Webseite.

Zum Einführungsartikel dieser Serie von Fragen und Antworten