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Dokumentation

Sein ganzer Tag war eine hl. Messe

Msgr. Jose María García Lahiguera

Stichwörter: Eucharistie, Glaube, Frömmigkeit
Sein ganzer Tag war eine heilige Messe in Einheit mit der, die er jeden Morgen am Altar feierte. Tag und Nacht bot er Gott in jeder Minute unscheinbare Kleinigkeiten und bedeutendsame Unternehmungen - einfach alles - an, ohne dass es auffiel oder komisch wirkte, sondern ganz natürlich. Wohl aber brachte er seine volle, wirklich heroische Hingabe an den Willen Gottes mit einem Lächeln zum Ausdruck. Ein Zeichen dafür, dass er alles auf die heilige Messe hinordnete, war seine Liebe zur Liturgie, die ungewöhnlich, ja außergewöhnlich war.

Die Sorgfalt in allem, was sich auf den Kult bezog, die er selbst lebte und seine Kinder leben lehrte, war für mich der lebendige Ausdruck eines starken und zugleich zärtlichen Glaubens an die heilige Eucharistie, an Christus, der wahrhaft unter den sakramentalen Gestalten gegenwärtig ist. Seine Treue zu den liturgischen Normen gehörte sicher zu seiner gewöhnlichen Haltung des vollkommenen Gehorsams der kirchlichen Autorität gegenüber, aber außerdem – ich würde sogar sagen, als erstes – kam sie aus der Frömmigkeit, aus der Liebe zu Gott. Denn diese äußert sich in der gleichen Art wie die Liebe unter Menschen – mit Küssen, Blicken, kostbaren Geschenken –, oder es ist keine echte Frömmigkeit, keine wahre Liebe.

Ich weiß noch gut, wie schwer es Josemaría fiel, nach der ersten Änderung im Ordo Missae das heilige Opfer anhand der neuen Rubriken zu feiern, ohne sich zu zerstreuen. Er war schon mehr als siebzig Jahre alt und feierte daher bereits seit siebenundvierzig Jahren die heilige Messe mit den alten Rubriken. Er hatte die Messe immer so intensiv gefeiert, dass selbst die scheinbar unbedeutendste Anweisung für ihn von Bedeutung war, denn er hatte alle in sein Gebet genommen, alle waren für ihn ein Thema tiefer Betrachtung gewesen.