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Persönliche Zeugnisse

Richtlinien für das Familienunternehmen

Cecilia Royals, Vorsitzende des NIW (National Institut of Women), Familienmutter, USA

10 Januar 2009

Stichwörter: Bürgersinn, Kinder, Ordnung, Arbeit
Cecilia Royals ist verheiratet und Mutter von acht Kindern. Zwei Kinder haben das Down-Syndrom. Sie ist Vorsitzende des NIW (National Institut of Women). Sie hat an Konferenzen der Vereinigten Staaten teilgenommen und vor dem Ministerium für Internationale Beziehungen des Senats der USA und vor dem Kongressausschuss gesprochen. Sie setzt sich bei zahlreichen internationalen Konferenzen für die Frau, die Familie, die Erziehung und die Gesellschaft ein.

Es war Josemaría Escrivá, der mein Leben radikal beeinflusst hat. Er hat mich im tiefsten Inneren getroffen und mir den Sinn meines Lebens klar gemacht. Durch ihn habe ich gelernt, meine Arbeit zu lieben und sie Gott im Messopfer zu schenken als Opfergabe für meiner Heiligung und die der ganzen Welt. Er hat mich gelehrt, sie zur Ehre Gottes so gut wie nur möglich zu verrichten, damit sie eine Gott wohlgefällige Opfergabe sei. Weiterhin habe ich gelernt, die gewöhnliche Arbeit zu lieben und ihr die notwendige Zeit und das nötige Studium zu widmen, um meine Wirksamkeit zu vergrößern. Außerdem konnte ich meinen Arbeitsbereich nach und nach erweitern und habe keine Angst zu haben, die Dinge mehr, früher und besser zu tun.

Ich bin Hausfrau und widme meine ganze Zeit und meine Fähigkeiten meiner Familie. Im Mai bin ich 24 Jahre verheiratet. Mein Mann und ich haben vier Jungen und vier Mädchen. Das älteste Kind ist ein Mädchen von 22 Jahren und das kleinste ein Junge von sieben. Sie sind wunderbar. Ihr Leben war geprägt durch das Auf und Ab, das alle Kinder erleben.

Trotzdem war die Gesundheit meiner Kinder eine Herausforderung für uns. Es fing mit der schwierigen Situation bei unserem ersten Sohn an. Er musste sich mehreren Bluttransfusionen unterziehen, hat viele Knochenbrüche erlitten, wurde dreimal am offenen Herzen operiert und musste dreimal die Herzschrittmacher wegen schlechter Funktion ersetzt bekommen. Zwei unserer Kinder haben das Down-Syndrom mit Schwierigkeiten beim Sprechen und Verzögerung in ihrer Entwicklung. Sie brauchen Physiotherapie und eine besondere Erziehung.

Unsere Aufgabe als Eltern unterscheidet sich sehr von einer normalen Arbeit. Allein der Einsatz für die Familie kann 24 Stunden täglich dauern, und tatsächlich war es so während einer gewissen Zeit. Am Anfang konzentrierte sich das Bestreben, in meiner Arbeit wirksam zu sein, lediglich auf meine Familie. Ich musste das Abendessen für meinen Mann gut vorbereiten und außerdem die Entwicklung der geistigen Fähigkeiten meiner kleinen Kinder anregen. Ich musste ihre Fehler verbessern, sie beobachten und ihnen helfen, in den Tugenden zu wachsen. Manchmal nahm mich die Arbeit im Haus sehr in Anspruch, weil ich z. B. meiner Tochter fünf verschiedene Arzneien verabreichen musste, da sie herzkrank ist. Außerdem musste ich waschen, Staub wischen und die Menüs entsprechend den Allergien meiner Kinder aussuchen und planen. Ich musste nicht nur das Essen für eine Woche gut planen und kochen, sondern auch das von Woche 27 und das 351ste bis zu 7221 und so immer weiter. Ich musste mich um so viele Einzelheiten kümmern und verbessern. Mir schien es, dass ich sehr wenig Zeit hätte.

Nach und nach wurde mir klar, dass die 24 Stunden auch den Einsatz für andere Menschen einschließen müssen. Ich sah, dass ich großzügiger sein musste und dass ich meine Fähigkeiten in den Dienst anderer stellen sollte. So könnte ich zum Beispiel meinen Freunden und Bekannten mehr helfen, wenn ich sie regelmäßig sehen würde. Die Idee, häufig Zeit für meine Freundinnen herauszuschlagen, eröffnete mir neue Möglichkeiten, die ich nicht gesehen hatte, als ich mich von den Ereignissen und dem Stundenplan in meiner Situation leiten ließ. Mit anderen Worten, wenn ich keinen Plan gehabt hätte, wäre das von mir aus eine Nachlässigkeit gewesen.

Die Botschaft von Josefmaria Escrivá eröffnete mir neue Perspektiven des Einsatzes für andere Menschen. Am Anfang war alles einfach. Ich ging in einen Literaturclub. Wir trafen uns zu einigen Freundinnen einmal monatlich, um ein Buch zu besprechen. Oft sprachen wir über aktuelle Themen. Bei diesen Gesprächen unterhielten wir uns oft darüber, wie wichtig es ist, dass es Frauen gibt, die das Wesen der Frau richtig beurteilen und in der öffentlichen Meinung Einfluss nehmen. Nach kurzer Zeit erkannten wir, dass nicht andere dies machen sollten, sondern dass es eine Gelegenheit war, unseren eigenen Beitrag zu leisten. Die Lehre des heiligen Josefmaria hat mich dazu geführt, meine Haltung zu ändern. Vorher war alles Theorie, jetzt habe ich es in die Praxis umgesetzt. Anfangs sah ich klar, dass jemand das machen musste, später wurde mir klar, dass ich selbst für diese Aufgabe mein Bestes geben sollte.

Die Arbeit für meine Familie muss auch generell für alle Familien, d. h. für die Gesellschaft sein. Wenn ich den Stadtrat um bessere Straßen bitte oder in den Vereinigten Staaten für eine grundlegende Freiheit kämpfe, tue ich das als Hausfrau, arbeite ich für meine Kinder und für die Kinder meiner Kinder. Ich arbeite für meine Nachbarn und ihre Familien und für denjenigen, der noch keine Familie hat. Diese Arbeit, unsere Zivilisation in eine Familie zu verwandeln, in welcher der Mensch glücklich leben kann, ist die Arbeit einer Hausfrau. Das ist meine Arbeit.

Erlauben Sie mir, dass ich Ihnen jetzt einiges über das Institut berichte, das wir gegründet haben. Das Nationalinstitut der Frau (NIW) strebt danach, allen Frauen die Würde bewusst zu machen, Frau zu sein und eine Kultur zu schaffen, die Achtung vor der Frau hat. NIW stellt eine meinungsbildende Einrichtung dar und stellt sich wichtigen Forderungen. Auf diese Weise fördert es einen konstruktiven Dialog über Themen, die sich auf die Entfaltung der Person, der Familie und der Gesellschaft durch die öffentliche Meinung beziehen. Außerdem fördert es die Analyse verschiedener Regierungsformen und die Heranbildung leitender Persönlichkeiten. Wir machen auch Forschung für die NGO und für Personen, die an Konferenzen in den Vereinigten Staaten und anderen internationalen Konferenzen über Frauenfragen teilnehmen. (...)

Die Anstrengungen, die wir unternehmen, um die regelmäßigen Tätigkeiten aufrecht zu erhalten, haben sich in eine wichtige Herausforderung verwandelt. Manchmal mussten wir wegen der Bedürfnisse unserer Kinder das monatliche Forum und die Veröffentlichung der Mitteilungsblätter aufschieben. Wir können mit der Schnelligkeit der Vereinigten Staaten nicht mithalten. Wir tragen das bei, was wir können und wann wir es können. In diesem Geschäft, in das wir eingebunden sind, brauchen die Dinge Zeit, um sich zu ändern, manchmal Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte. Wir müssen bei dieser Arbeit den Menschen, die wir kennen gelernt haben, den gemeinsamen Gesprächen und den Brücken, die wir gebaut haben, große Wichtigkeit beimessen. Ich hätte es mir im Traum nicht vorstellen können, so viele Menschen kennen zu lernen und mit ihnen Umgang zu haben, wenn nicht durch den Ansporn, den ich durch die Lehre des heiligen Josefmaria erhalten habe.

Sowohl meine Familie als auch NIW können mit Leichtigkeit alle Stunden der Woche ausfüllen und die ihnen gewidmete Zeit wäre immer noch nicht ausreichend. Hier kommt mir wieder der heilige Josefmaria zur Hilfe. Er hat uns viele Beispiele und Handlungsweisen gezeigt, um bis zum Ende durchzuhalten. Zum Beispiel sind seine Vorschläge, wie man Ordnung hält und die Zeit ausnutzt, sehr nützlich, um die Wirksamkeit zu vergrößern. Mit ein wenig Gemeinschaftssinn kann man bei den vielen anstehenden Dingen unterscheiden, welche wir delegieren können und das dann auch wirklich tun. Josefmaria erinnerte uns daran: "Ein wichtiger Grundsatz, um bei Leitungsaufgaben gute Arbeit zu leisten, besteht darin, dass man Verantwortung an andere weitergibt. Ich meine damit aber nicht, dass der Verantwortliche es sich bequem machen oder anonym bleiben soll ... Konkret delegiere ich das Waschen und Bügeln der Wäsche. Bei mir zu Hause ist jeder über 10 Jahre für seine Wäsche selbst verantwortlich, auch mein Mann. Wir zeigen den Kindern, wie man die Maschinen benutzt und sich einen Stundenplan macht. Und wenn sie größer werden bringen wir ihnen bei, die Handtücher und Dinge des gemeinsamen Gebrauchs zu waschen und außerdem den Kleinsten zu helfen. Mein Mann war derjenige, der vor allem mit seinem Beispiel diese Regeln gefördert hat, besonders wenn die Dinge nicht gut liefen. Auf der anderen Seite bereite ich das Essen, und die Kinder machen den Nachtisch wie Brownies oder Plätzchen mit Schokoladenstückchen.

Gewiss erfordern meine Familie als auch das NIW manchmal einen Extra-Einsatz, der Änderungen in der Erfüllung meiner Verpflichtungen nötig macht. Diese Änderungen des Stundenplans kommen in meiner Familie häufig vor. Ich würde sagen, dass sie fast das Normale sind. Deshalb strengen wir uns an, Sonderarbeit zu verringern, damit wir uns vor der folgenden Krise neu organisieren können.

Im Laufe der Jahre musste ich meinen Stundenplan notwendigerweise ändern, und ich habe gelernt, ihn gemäß meiner Prioritäten zu organisieren. Ich habe mich bemüht, alle Aspekte meiner Berufung als Hausfrau ausgewogen zu halten. Das setzt voraus, dass man lernt, die Kräfte auf das zu lenken, was am wichtigsten ist und nicht auf das, was dringend scheint. Es mag dringend sein, dass ich heute neue Sportsachen kaufe, dass ich den Wagen in die Werkstatt bringe, dass ich mich um Gelder für die Organisation bemühe und dass ich die Unordnung behebe, die im Schlafzimmer im 1. Stock herrscht. Diese Dinge müssen natürlich getan werden. Man muss aber auch Zeit finden, um zu studieren, zu schreiben und auf die Fragen unseres Alters zu antworten.

Die Dinge richtig zu gewichten, bedeutet für mich nicht, alles perfekt zu machen, sondern zu wissen, welche Aufgabe im Moment wichtiger ist und welche ich für kurze Zeit beiseite lassen kann. Ich muss meine Kräfte, wenn es nötig ist, erneuern und bis zum Schluss einsetzen. Ich weiß, dass diese Arbeit früher oder später fertig werden wird, wenn sie wirklich wichtig ist. Es bedeutet auch, sich von so vielen Manien zu lösen, die auf das persönliche Prestige abzielen, und immer den Blick auf das Ziel zu richten, selbst wenn man dabei ist, in die entgegengesetzte Richtung zu gehen. Es gleicht sehr der Segelschifffahrt: Die rückzulegende Fahrstrecke von Punkt A nach Punkt B ist gewunden.