Heiliger Josefmaria
Seine Botschaft

Priester zu sein ist eine Gnade

Stichwörter: Kirche, Papst, Priestertum
Die Seelsorge nimmt den Priester - insbesondere bei dem gegenwärtigen Priestermangel - derart in Anspruch, daß sie keine Doppelbeschäftigung zuläßt. Die Menschen brauchen uns so sehr, auch wenn viele von ihnen es nicht wissen, daß wir immer alle Hände voll zu tun haben. Es fehlt an Menschen, an Zeit, an Kräften. Deshalb pflege ich meinen Söhnen im Opus Dei, die Priester sind, zu sagen: wenn sie einmal Zeit übrig hätten, dann könnten sie völlig sicher sein, ihr Priestertum nicht gut gelebt zu haben.
Gespräche mit Msgr. Escrivá de Balaguer, 4

Die Kirche braucht Priester, jetzt und immer. Bitte jeden Tag die Allerheiligste Dreifaltigkeit durch die Fürsprache Unserer Lieben Frau um Priesterberufungen. Bitte um frohe, tatkräftige, fleißige Priester, die gut ausgebildet sind und sich ohne Selbstmitleid im Dienst an ihren Mitmenschen verzehren.
Im Feuer der Schmiede, 910

Wer behauptet, wir Priester seien allein, sagt nicht die Wahrheit oder irrt sich. Niemand ist weniger allein als wir, denn der Herr leistet uns ständig Gesellschaft, und wir sollen ja ständig mit Ihm Umgang pflegen. Wir sind Liebende, die die Liebe selbst - den Urheber aller Liebe - lieben.
Im Feuer der Schmiede, 38

Als jener Priester die Kommunion austeilte, hätte er am liebsten ausgerufen: Ich reiche dir die Glückseligkeit!
Im Feuer der Schmiede, 267

Am Eingang des Herzens eine Wache aufstellen! - Darum betete jener Priester: »Jesus: Mein verführbares Herz sei wie ein >verschlossener Garten<. Mein verletzliches Herz soll ein Paradies und Deine Wohnstätte sein. Mein Schutzengel bewache es mit feurigem Schwert und läutere meine Regungen, bevor sie in mich Einlaß finden. Jesus: Versiegle mein armes Herz mit dem göttlichen Siegel Deines Kreuzes.«
Im Feuer der Schmiede, 412

Ein junger Priester bat oft den Herrn mit Worten der Apostel: »Edissere nobis parabolam« - erkläre uns dieses Gleichnis. Und dann fügte er hinzu: Meister, senke in unsere Seele die Klarheit Deiner Lehre ein, damit sie unserem Leben und unserem Tun niemals abhanden kommt - und damit wir sie weitergeben können. Sag du dem Herrn das Gleiche!
Im Feuer der Schmiede, 579

Ein Priester in großer Trübsal betete: »Jesus, es komme das Kreuz nach Deinem Willen. Von nun an werde ich es mit Freude annehmen und es mit den reichen Gnaden meines Priestertums segnen!«
Im Feuer der Schmiede, 775

Christsein und besonders Priestersein - vergessen wir nicht, daß alle Getauften am königlichen Priestertum Christi teilhaben - heißt ständig am Kreuz hängen!
Im Feuer der Schmiede, 882

Wie sehr müssen wir die priesterliche Reinheit bewundern! - Sie ist sein Schatz. - Keine Macht der Welt kann der Kirche jemals diese Krone entreißen.
Der Weg, 71

Mir scheint, daß von uns Priestern gerade die Demut verlangt wird zu lernen, nicht modisch, sondern echte Diener der Diener Gottes zu sein gemäß dem Wort des Täufers: illum oportet crescere, me autem minui (Joh 3,30) - er muß wachsen, und ich muß abnehmen -, damit die gewöhnlichen Christen, die Laien, Christus in allen Bereichen der Gesellschaft gegenwärtig machen. Eine der wichtigsten Aufgaben des Priesters wird immer darin bestehen, in der christlichen Lehre zu unterweisen; den Mitmenschen zu helfen, die persönlichen und sozialen Forderungen des Evangeliums zu erfassen; darauf hinzuwirken, daß die Zeichen der Zeit in richtiger Weise erkannt werden. Aber alle priesterliche Arbeit muß sorgfältig die rechtmäßige Freiheit der Gewissen achten, weil jeder einzelne Mensch frei auf Gott antworten muß. Aber abgesehen von dieser Hilfe des Priesters empfängt auch jeder einzelne Katholik von Gott Klarheit. Er besitzt die Standesgnade, um die spezifischen Aufgaben zu verwirklichen, die er als Mensch und als Christ erhalten hat.
Gespräche mit Msgr. Escrivá de Balaguer, 59