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Von Rom aus

Persönliche Zeugnisse zum Papstbesuch

Stichwörter: Bekehrung, Benedikt XVI.
Am 21.9.2011 gab es beim „Nightfever-Special“ in der Bonifatiuskirche in Berlin-Kreuzberg ein Vorprogramm, in dem bekannte und weniger bekannte Menschen von ihrer Bekehrung oder ihrem Zugang zum katholischen Glauben erzählten, ein Prozess, an dem Professor Ratzinger, jetzt Papst Benedikt XVI., durch seine Bücher und vor allem durch seine Person einen nicht geringen Anteil hatte. Wir fassen einige der Zeugnisse zusammen.

Ein ehemals evangelischer Christ aus der damaligen DDR lernte durch den Tod Johannes Pauls II. und die damit verbundene Trauerfeier vor dem Petersdom die Person Kardinal Ratzingers kennen. Seine bescheidene, gütige Art bewog ihn, seine Bücher zu kaufen. Die Lektüre führte ihn nach 15 Jahren, in denen er seinen Glauben in keiner Weise praktiziert hatte, zu Jesus. Es brauchte noch einmal 2 Jahre, bis er durch die Teilnahme an einem katholischen Glaubenskurs endlich fand, was er lange gesucht hatte, den katholischen Glauben, der für ihn „das Beste“ ist.

Seine Frau war nicht nur evangelisch, sie war ausgesprochen anti-katholisch erzogen worden. Da ihr trotzdem bewusst war, dass Papst Johannes Paul II. einen großen Einfluss auf den Fall der Mauer gehabt hatte, sah sie sich seine Trauerfeier im Fernsehen an. Beeindruckt von der Würde des Gottesdienstes nahm sie dann auch Anteil an der Papstwahl. Perplex von der Ausstrahlung Kardinal Ratzingers, des neuen Papstes, wandte sie sich erneut ihrem evangelischen Glauben zu. Weitere wesentliche Momente auf dem Weg ihrer endgültigen Entscheidung für den katholischen Glauben waren die Fußwaschung in der Feier der Osternach 2009, die Kreuzverehrung in Kevelaer und vor allem die Weihnachtsmesse im kalten Kölner Dom, wo sie den Eindruck hatte, „Kardinal Meisner predigte für mich allein“. 2010 folgte sie ihrem Mann und wurde katholisch. Ihr ganzbesonderer Dank gilt dem Heiligen Vater, auf dessen Besuch in Deutschland und Berlin sie sich riesig freut.

Der Historiker, Autor und Fachjournalist für zeit- und kirchengeschichtliche Themen Michael Hesemann hielt geradezu ein Plädoyer für den brillanten Theologen Ratzinger und den Papst Benedikt XVI. Bei seiner Predigt in der Beerdigungsmesse von Johannes Paul II. standen ihm und anderen Journalisten „Tränen in den Augen“. Er selbst sagte anschließend zu jemandem: „Kein Zweifel: Habemus Papam.“ Allerdings habe er seine Person ganz neu in den Blick nehmen können durch das Gespräch, das er mit dem Bruder des Papstes, Prälat Georg Ratzinger, vor kurzem geführt hat. Ihm wurde ganz klar, dass Joseph Ratzinger nie ein Karrieremann gewesen ist, sondern immer gedrängt werden musste und jede neue Stelle - erst als Professor an mehreren Universitäten, dann das Bischofsamt von München, die Berufung nach Rom und schließlich das Papstamt - im Gehorsam angenommen hat. „Der Heilige Geist hat im richtigen Augenblick den richtigen Mann an die Spitze der Kirche berufen, der, klug und bescheiden zugleich, die richtigen Antworten auf die Fragen unserer Zeit hat.“ Michael Hesemann bedauerte, dass die zur Zeit in Deutschland geführten Debatten so unfruchtbar sind und die Visionen vermissen lassen, die der Papst inspirieren könnte. Er zitierte den hl. Augustinus mit dem Satz: „Ibi Petrus, ibi Ecclesia“ (Wo Petrus ist, da ist die Kirche), und fügte hinzu: „Der hl. Josefmaria ergänzte diese Aussage noch durch: Dort ist Gott.“ Er schloss mit dem bewegenden Aufruf: „Der Mensch braucht Gott. Willkommen Heiliger Vater. Zeige uns den Weg in eine menschenwürdigere Zukunft!“

Ein junger Mann, der im Norden Deutschlands als Atheist aufgewachsen ist, fragte: „Warum liegt mir der Heilige Vater am Herzen?“ Schon als Jugendlicher hatte er sich für Philosophie, für Logik und Denken interessiert – und keinerlei Verbindung mit dem christlichen Glauben gesehen. Doch 2002 kam er über seine philosophischen Interessen zu Ratzingers Büchern, die nicht nur Theologie sind, sondern immer auch ein Glaubenszeugnis enthalten, das ihm von Anfang an glaubwürdig erschien. 2008 ließ er sich taufen. Inzwischen promoviert er über den Heilige Vater und ist auch in dessen neuen Schülerkreis aufgenommen. In diesem Rahmen hatte er Gelegenheit, ihm selbst aus nächster Nähe zu begegnen. Am Ende bezeichnete er sich selbst als„Produkt der Neuevangelisierung“.

Eine besonders anrührende Geschichte bildete den Schlusspunkt des Zeugnisses eines jungen französischen Priesters, der als Mitglied von Point Coeur seit zwei Jahren in Berlin-Neukölln im Stillen missionarisch tätig ist. Er hatte vergessen, einem Freund, einem Künstler ohne Beziehung zu Glauben und Kirche, zu sagen, dass er an diesem Abend nicht kommen könne. Und dieser sagte spontan: „Ich weiß, warum du nicht kommen kannst. Dein Papst kommt ja.“ Wie zart und liebevoll das aus seinem Mund klang: Dein Papst!

Der Journalist Ingo Langner machte kein Hehl aus seiner Begeisterung für Joseph Ratzinger/Papst Benedikt XVI. Spätestens seit er das Buch „Salz der Erde“ in der Hand hatte, war ihm klar: „Er hat die richtigen Antworten auf unsere Fragen und führt uns zu Jesus Christus. Lieber Heiliger Vater, willkommen in deiner deutschen Heimat, willkommen in Berlin!


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