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Dokumentation

Paul VI. und der hl. Josefmaria

Stichwörter: Kirche, Opus Dei, Papst, Paul VI., Josemaría Escrivá
Zusammenstellung einiger Texte, die Auskunft geben über den Kontakt, den der hl. Josefmaria Escrivá zu Papst Paul VI. hatte.

Die erste Audienz des Gründers des Opus Dei bei Paul VI.
"Am 24. Januar 1964 gewährt der Heilige Vater Paul VI. dem Gründer des Opus Dei eine Privataudienz.
Ein Foto von der Audienz des hl. Josefmaria bei Paul VI. am 24. Januar 1964
Ein Foto von der Audienz des hl. Josefmaria bei Paul VI. am 24. Januar 1964
Bei seinem Eintritt in das Empfangszimmer versucht dieser, sich zur Begrüßung hinzuknien, wie es das Protokoll vorschreibt. Aber Seine Heiligkeit erlaubt es ihm nicht, sondern umarmt ihn herzlich und liebevoll […].
Fast am Ende der Unterredung teilt er dem Papst mit, dass Don Alvaro draußen wartet. Paul VI. lässt ihn sofort herinholen:
-Don Alvaro!.... Wir kennen uns bereits seit mehr als zwanzig Jahren!...
-Heiligkeit, erst seit achtzehn.
-Da allora sono diventato vecchio (Seither bin ich alt geworden).
-Ma no, Santitá: è diventato Pietro (Nein, eure Heiligkeit, Sie sind Petrus geworden).“
(Ana Sastre, Tiempo de caminar, S. 483)
Sein Kommentar über die dort geleistete Arbeit: "Es ist ein Werk des Herzens, es ist ein Werk Christi, es ist ein Werk des Evangeliums."

Einweihung des CENTRO ELIS (21.11.1965)
Es fehlten nur noch wenige Wochen bis zum Konzilsende am 8. Dezember 1965, als der Papst seinen Wunsch äußerte, zuvor noch das Centro ELIS zu eröffnen.
Centro ELIS war ein gerade fertiggestelltes soziales Ausbildungszentrum für die Arbeiterjugend im römischen Stadtteil Tiburtino. Das Projekt ging auf eine Entscheidung Johannes’ XXIII. zurück, der bestimmt hatte, die anläßlich des 80. Geburtstags von Pius XII. eingegangenen Geldspenden einem sozialen Projekt zuzuführen und seine Umsetzung wie die Leitung dem Opus Dei zu übertragen.
Der Heilige Vater Paul VI. beim Besuch des Centro ELIS
Der Heilige Vater Paul VI. beim Besuch des Centro ELIS
Laut Dell’Acqua war es der Wille des Papstes, die feierliche Eröffnung während einer der Sitzungsperioden des II. Vatikanischen Konzils vorzunehmen. So konnten die Konzilsväter, die dies wollten, das Zentrum besichtigen, das von der Sorge des Papstes um jene sozialen Schichten zeugte, die religiöse und berufliche Bildung am meisten benötigten, sowie von seiner Wertschätzung für das Opus Dei.
Die Eröffnung der Pfarrei und der angrenzenden Gebäude fand am 21. November statt. In seiner offiziellen Ansprache dankte Paul VI. begeistert jenen, die dieses Projekt, »ein weiterer Erweis der Liebe der Kirche«, Wirklichkeit werden ließen. In seiner Antwort skizzierte der Gründer die Entstehungsgeschichte von ELIS und seine Aufgabe im Dienst der Jugend, die hier lernen wird, »daß die geheiligte und heiligende Arbeit ein wesentlicher Teil der Berufung des Christen ist« . Der Vater war sehr bewegt, als er den Text in Anwesenheit des Stellvertreters Christi auf Erden las. Paul VI. war seinerseits gerührt und rief, bevor er das Centro ELIS wieder verließ, laut aus: »Qui tutto è Opus Dei« – hier ist alles Opus Dei. Und er umarmte herzlich Escrivá.
Andrés Vázquez de Prada, Der Gründer des Opus Dei, Band 3)

Die letzte Audienz bei Paul VI.
Am 25. Juni 1973 wurde der Gründer von Paul VI. in Audienz empfangen, der letzten zu seinen Lebzeiten. Der Papst begrüßte ihn herzlich. Seit der letzten Begegnung waren fünf Jahre vergangen:
-Warum kommen sie nicht häufiger zu mir?, beklagte sich der Papst.
Es entstand ein Schweigen, das der Gründer sofort überspielte, indem er von der Entwicklung des Werkes im Laufe jener Jahre auf allen fünf Kontinenten sprach. Dann und wann unterbrach ihn Paul VI., schaute ihn bewundernd an und rief aus:
-„Sie sind ein Heiliger!“
-Nein, nein. Eure Heiligkeit kennen mich nicht. Ich bin ein armer Sünder
-Aber nein, Sie sind ein Heiliger“ wiederholte der Papst.
Beschämt und verwirrt lenkte der Gründer das Lob von seiner Person ab und sagte: - Auf der Erde gibt es nur einen Heiligen: den Heiligen Vater.
(Pilar Urbano, El hombre de Villa Tevere, S. 430-431)

«Diese letzte Zusammenkunft war ein unvergessliches Treffen, ein Gespräch von sehr übernatürlichem Charakter. Der Vater berichtete dem Papst über die jüngste Entwicklung des Werkes und die ihm von Gott auf der ganzen Welt geschenkte apostolische Fruchtbarkeit. Paul VI. war sehr erfreut, unterbrach ihn gelegentlich und ließ sich schließlich zu dem Ausruf hinreißen: »Sie sind ein Heiliger!« Ich weiß dies deshalb, weil mir der Vater nach der Audienz sehr nachdenklich, ja fast traurig vorkam. Auf meine Frage nach dem Grund wollte er mir zunächst nicht antworten. Dann erzählte er, die gerade erwähnten Worte des Papstes hätten ihn mit Scham und Schmerz über seine eigenen Sünden erfüllt und er habe protestiert: »Nein, nein, Eure Heiligkeit, Sie kennen mich nicht. Ich bin ein armer Sünder.« Doch der Papst sei dabei geblieben: »Nein, nein, Sie sind ein Heiliger.« Darauf der Gründer: »Auf Erden gibt es nur einen Heiligen, den Heiligen Vater.«
(Álvaro del Portillo, Über den Gründer des Opus Dei, S. 17)
Paul VI. unterbrach ihn gelegentlich und ließ sich schließlich zu dem Ausruf hinreißen: »Sie sind ein Heiliger!«

«Bei einer Privataudienz am 25. Juni 1973, berichtete unser Vater Papst Paul VI. Über den guten Gang des auerordentlichen Generalkongresses. Der Papst war sehr erfreut über diese Nachrichten und ermunterte unseren Gründer, weiter zu arbeiten in Hinblick auf die endgültige kirchenrechtliche Lösung des institutionellen Problems des Werkes. »
(Álvaro del Portillo, Brief, 28.11.1982, in Rendere amabile la verità, (Die Wahrheit liebenswürdig sagen) S. 73-74)