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Persönliche Zeugnisse

Nicolás kam mit dem Down-Syndrom zur Welt

Socorro Ache de Viana, Hausfrau, Uruguay

1 April 2012

Stichwörter: Kreuz, Krankheit, Gotteskindschaft
Wir sind eine kinderreiche Familie mit 12 Kindern, 4 Mädchen und 8 Jungen. Während der Brautzeit lernte ich das Opus Dei durch meinen Mann kennen. Unsere Hochzeitsreise ging nach Rom. Dort kam es zu einer Begegnung mit Alvaro del Portillo, dem ersten Nachfolger von Msgr. Escrivá. Er sagte uns bei dieser Gelegenheit, er hoffe, dass Gott uns mit einem Kranz von Kindern segnen werde.

Wie Sie sich sicher vorstellen können, geht es bei uns wie bei allen kinderreichen Familien zu: es gibt unter den Kindern die verschiedensten Charaktere. Es gibt Frühaufsteher und Verschlafene, Zerstreute und solche, die überall arbeiten oder studieren können. Es gibt leidenschaftliche Kämpfer, Sentimentale und Ängstliche. In unserer Familie gibt es einen Vater, der Wirtschaftsfachmann und Fischer ist, und eine Mutter, die Hausfrau und Familienberaterin ist, dazu Studenten der Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften, aber auch einen begeisterten Berufsfußballer in der Ersten Liga bei Bella Vista. Dann haben wir noch Zwillinge, denen das Leben auf dem Land besonders gefällt, andere spielen Rugby, Tennis oder Hockey…

Was wir allerdings uns niemals hatten vorstellen können, war, dass Nicolás, unser elftes Kind mit einem Down-Sydrom zur Welt kommen würde. Als er geboren wurde, entstand ein totales Durcheinander. Wir verstanden nicht, was passierte. Der Arzt kam und sagte uns, dass wir einen Test machen müssten, um feststellen zu lassen, ob er wirklich ein Down-Sydrom habe. Erst zehn Tage später wurde die Diagnose bestätigt.

Ich erinnerte mich daran, dass ich eine Woche vorher einem Priester gegenüber gesagt hatte, dass ich Gott sehr dankbar sei, dass er mir zehn gesunde Kinder geschenkt hatte. Er erwiderte daraufhin, dass Gott nicht aufhöre gut zu sein, wenn er uns ein Kind mit Problemen schenken würde.

Als die Diagnose bestätigt wurde, flossen zunächst viel Tränen, aber gleichzeitig war da die Sicherheit, dass wir nicht allein waren und wenn Gott uns Nico geschenkt hatte, dass das ganz sicher das Beste für unsere Familie wäre.

Zunächst waren wir in Aufruhr. Warum traf es uns, die wir doch immer Gott vertraut hatten? Später fanden wir zur Ruhe und zum Vertrauen zurück und dachten darüber nach, dass Gott unser Vater ist, der alles, was uns zustößt zum Guten lenkt, auch wenn wir es nicht verstehen. Wir begannen viel über das Down-Sydrom zu lesen und uns besser zu informieren.
Wir erfuhren, dass diese Kinder es sehr weit bringen können, wenn sie spüren, dass wir ihnen vertrauen und an sie glauben.

Klar, dass es mehr Arbeit mit sich bringen würde und wir ständig gefordert wären, um nicht den Eindruck zu erwecken, dass dieses Kind weniger geliebt sei und sich dann schutzlos fühlen könnte. Aber welche Befriedigung erfüllte uns, als Nico zu krabbeln begann, als er laufen lernte und schließlich alleine essen konnte. Jede neue Eroberung beglückte die ganze Familie.

In dieser Situation war es enorm hilfreich, uns an die Sicherheit zu erinnern, die es dem Gründer des Opus Dei gegeben hatte, sich als Kind Gottes zu fühlen. Wir stützten uns sehr auf das, was der hl. Josefmaria im „Feuer der Schmiede“ sagt: „ Jesus, da ich weiß, dass ich Dich liebe und Du mich liebst, macht mir alles anderen nichts aus, alles ist so in Ordnung.“ Wir sind seine Kinder und er weiß, was für uns gut ist.

Dieses Kreuz, dass im Moment der Geburt so schwer war, wurde mit der Zeit immer leichter. Die anderen Kinder hatten Nico sehr gerne und einige beteten sogar den Gebetszettel für ihn, damit er etwas Konkretes schaffen konnte. Sehr schön war für mich der Moment, als einer meiner Kinder, der am Computer arbeitete, plötzlich den Kopf hob und zu mir gewandt sagte: „Wie sehr hat Nico die ganze Familie eng vereint!“

Jetzt erkennen wir, dass wir zu Hause einen Schatz haben, der uns alle Gott näher bringt. Wir konnten am eigenen Leib erfahren, was der hl. Josefmaria sagte: Oft segnet Gott mit dem Kreuz.