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Bischof Alvaro del Portillo

Mit Herz und Verstand von Rom aus für die ganze Welt

Stichwörter: Alvaro del Portillo, Johannes Paul II., Universität
Bischof Alvaro del Portillo wird seliggesprochen. Diese Ankündigung ist auch für die Wohltäter der Päpstlichen Universität Santa Croce in Deutschland ein Anlass zur Freude. Vom Himmel aus begegnet Bischof del Portillo Ihrer Heimat mit noch größerer Wertschätzung – einem Land, das er öfter besucht hat. Besonders in den achtziger Jahren verbrachte er mehrfach ein paar Wochen in einem Haus in Solingen, um seinen Töchtern und Söhnen in Deutschland nahe zu sein. In diesen Zeiten betete er besonders für die Deutschen. Er war ein tief dankbarer Mensch und wusste die Zuneigung zu erwidern, die ihm viele Menschen entgegen brachten.

Während ich diese Zeilen schreibe, danke ich Gott für seine Treue. Zugleich empfehle ich die vielen Menschen seiner Fürsprache vor Gott, die mit ihrem Gebet und ihrem Einsatz zur Entfaltung der Päpstlichen Universität Santa Croce beitragen. Bereits in den Anfängen des Opus Dei wünschte der hl. Josefmaria, das Werk möge „römisch werden“ – es möge durch die Nähe zum Nachfolger Petri weltweit, katholisch werden. Seit er 1946 in die Ewige Stadt übergesiedelt war, bezeugte er in beständigem Gebet und durch tatkräftige Arbeit seine Bereitschaft zum Dienst an der Kirche und seine tiefe Verehrung und kindliche Liebe zum Heilige Vater. Schon bald bat er einige Frauen und Männer des Opus Dei, nach Rom zu kommen und sich dort dem gründlichen Studium der kirchlichen Wissenschaften zu widmen. Vor allem aber sollten sie „römisch werden, Rom erlernen“, wie es der nun heilige Johannes Paul II. im 5. Kapitel von „Geschenk und Geheimnis“ ausgedrückt hat. Auch er war 1946 – von Polen – nach Rom gegangen, wo er am Angelicum studierte.

Die erfolgte Heiligsprechung von Johannes Paul II. und die anstehende Seligsprechung von Alvaro del Portillo vereint zwei Persönlichkeiten noch enger, die schon zu ihren Lebzeiten freundschaftlich miteinander verbunden waren. Der Prälat des Opus Dei machte das von seiner Seite durch eine aufrichtige kindliche Zuneigung zum Papst deutlich, außerdem verband die beiden ihr engagierter Einsatz für die Kirche, ihre zuversichtliche Freude in allen Lebenslagen und ihr tiefes geistliches Leben, das der Liebe zu Gott entsprang. Zwar geht die Gründung der Universität Santa Croce auf die Initiative des hl. Josefmaria zurück, der von einer Hochschule für kirchliche Studien in Rom geträumt hatte. Doch verwirklicht wurde diese Idee durch eine intensive Verständigung zwischen Johannes Paul II. und Alvaro del Portillo. So ist eine Einrichtung zum Wohl aller Diözesen der Welt entstanden, eine Bildungseinrichtung für viele Menschen, insbesondere Seminaristen und Priester, aber auch für Laien. Bischof del Portillo setzte sie mit dem Segen Johannes Pauls II. ins Werk, der das Projekt nicht nur genehmigte, sondern auch sehr schätze.

Die nötigen Mittel waren nicht leicht zu beschaffen, und es bedurfte schon eines großen Starkmutes, einen Dienst an der Kirche von solchen Ausmaßen in angriff zu nehmen. Auch darin zeigt sich das ausgeprägte Gottvretrauen dieser beiden großen Gestalten des 20. Jahrhunderts, die den Lehrenden wie den Lernenden und allen, die sonst mit dieser Universität in Berührung kommen, eine tiefe, dem Lehramt verpflichtete, christliche Bildung zu bieten suchten.

Der hl. Josefmaria, der heilige Johannes Paul II. und der künftige selige Alvaro del Portillo laden alle Freunde und Förderer der Päpstlichen Universität Santa Croce ein, sich ihrer Fürsprache bei Gott anzuvertrauen und ihrem heiligmäßigen Leben nachzueifern, das sie allein der Ehre Gottes und dem Wohl ihrer Mitmenschen gewidmet hatten.

+ Bischof Javier Echevarría, Prälat des Opus Dei