Heiliger Josefmaria
Seine Botschaft

Wirklich lieben

Stichwörter: Liebe zu Gott, Asketischer Kampf, Heilige Reinheit, Inneres Leben, Christliche Berufung
"Ich will euch zeigen, wem ein Mensch gleicht, der zu mir kommt und meine Worte hört und danach handelt. Er ist wie ein Mann, der ein Haus baute und dabei die Erde tief aushob und das Fundament auf einen Felsen stellte. Als nun ein Hochwasser kam und die Flutwelle gegen das Haus prallte, konnte sie es nicht erschüttern, weil es gut gebaut war.
Evangelium nach Lukas, 6. 47-48

Willst du wirklich?
Du sagst mir: Ja, du willst es. Gut, aber willst du es so, wie ein Geizhals sein Geld will, wie eine Mutter ihr Kind liebt, wie ein Streber nach Ehren verlangt, wie ein unglücklicher Lüstling nach seiner Befriedigung sucht? Nein? Dann willst du auch nicht.
Der Weg, 316

So stark deine Liebe auch ist, nie wird sie groß genug sein.
Des Menschen Herz vermag sich wunderbar zu weiten. Wenn es liebt, dann sprengt es, in einem crescendo der Liebe, alle Fesseln.
Wenn du Gott liebst, dann findet jedes Geschöpf in deinem Herzen einen Platz.
Der Kreuzweg, 8. Station, 5

Liebe bedeutet für einen Christen lieben wollen, sich in Christus dazu entschließen, ohne irgendeinen Unterschied das Wohl aller Menschen zu suchen, damit ihnen die beste aller Gaben zuteil wird: Christus kennenzulernen und Ihn innig zu lieben.
Der Herr drängt uns: Tut Gutes denen, die euch hassen, und betet für die, die euch verfolgen und verleumden. Es mag wohl sein, dass wir für die, die unsere Nähe zurückweisen würden, menschlich gesehen keine Zuneigung empfinden; aber Jesus verlangt, dass wir ihnen nicht Böses mit Bösem vergelten, dass wir keine Gelegenheit versäumen, ihnen von Herzen, auch wenn es uns schwer fällt, zu dienen, dass wir sie immer wieder in unser Gebet einschließen.
Freunde Gottes, 231

Die Formel, der Schlüssel für das irdische Glück und ewige Heil stehen mir zweifelsfrei vor Augen: Sich nicht bloß mit dem Willen Gottes abfinden, sondern sich ihn zu eigen machen, sich mit ihm identifizieren, kurz: mit einem klaren Willensentschluss das wollen, was Gott will.
Ich wiederhole: Das ist der nie versagende Schlüssel zu Freude und Frieden.
Im Feuer der Schmiede, 1006

Wie liebe ich?
Der Herr - Meister der Liebe - ist ein eifersüchtiger Liebender, der uns um alles bittet, um alles, was uns schon zuteil ward, und alles, was wir erstreben. Er erwartet, daß wir Ihm all das Unsere darbringen, indem wir dem Weg folgen, den Er einem jeden von uns vorgezeichnet hat.
Im Feuer der Schmiede, 45
Das ist es, was der Herr von uns erbittet: die Bereitschaft, Ihn lieben zu wollen mit Taten, in den kleinen Dingen eines jeden Tages. Wenn du im Kleinen siegst, dann wirst du auch im Großen Sieger sein.

Wer in der Nachfolge Jesu ausharren will, muß stets innerlich frei sein, immer wieder seinen Willen dazu erneuern und fortwährend seine personale Freiheit wahrnehmen.
Im Feuer der Schmiede, 819

Mache mich heilig, mein Gott, und wenn es sein muß, durch Schläge... Ich möchte Deinem Willen nicht ausweichen. Ich will ihm gehorchen, ich will großzügig sein. Jedoch... will ich es wirklich?
Im Feuer der Schmiede, 391

Solange es den Kampf gibt, den asketischen Kampf, solange gibt es auch übernatürliches Leben. Das ist es, was der Herr von uns erbittet: die Bereitschaft, Ihn lieben zu wollen mit Taten, in den kleinen Dingen eines jeden Tages.
Wenn du im Kleinen siegst, dann wirst du auch im Großen Sieger sein.
Der Kreuzweg, 3. Station, 2

Ohne Angst
Lieben: das ist der Weg. Der Apostel Johannes hat uns Worte hinterlassen, die mich zutiefst treffen: »Qui autem timet, non est perfectus in caritate«. Ich übersetze sie, beinahe wörtlich, so: Wer Angst hat, ist unfähig zu lieben.
Du liebst, du verstehst es zu lieben: du darfst dich also vor nichts ängstigen!
Geh deinen Weg furchtlos weiter!
Im Feuer der Schmiede, 260

Wenn wir uns für Gott entscheiden, verlieren wir nichts und gewinnen alles. Wer um den Preis seiner Seele sein Leben bewahrt, wird es verlieren; und wer sein Leben um meiner Liebe willen verliert, wird es finden.
Wir haben das große Los gezogen, den ersten Preis gewonnen. Sollten wir diese Klarheit jemals verlieren, dann müssten wir uns im Innern unserer Seele prüfen. Vielleicht stoßen wir dann auf schwächlichen Glauben, auf zu wenig persönlichen Umgang mit Gott, auf zu wenig Gebetsleben. Wir müssen den Herrn bitten - durch seine und unsere Mutter -, Er möge unsere Liebe vermehren, Er möge uns seine beseligende Gegenwart erfahren lassen; denn nur wenn man liebt, gelangt man zur vollen Freiheit - zu einer Freiheit, die niemals, in alle Ewigkeit nicht, den Gegenstand ihrer Liebe verlassen will.
Freunde Gottes, 38

Hab keine Angst davor, die Menschen um Christi willen zu lieben! Und deine Familienangehörigen sicher noch mehr als andere. So ist es gut, vorausgesetzt daß du - bei aller Liebe zu den Deinen - Christus noch tausendmal mehr liebst.
Im Feuer der Schmiede, 693

Ein willenloses Wollen ist das, wenn du nicht entschieden die Gelegenheit meidest. - Betrüge dich doch nicht selbst und erzähle mir, du seiest schwach. Du bist... feige. Das ist es.
Wie gut ist es, aus Gott zu leben! Wie gut ist es, nichts anderes zu wollen als seine Ehre!
Der Weg, 714

Aus ganzen Herzen
Die Liebe ist nicht unser eigenes Werk, sie strömt in uns ein durch Gottes Gnade: denn Er hat uns zuerst geliebt. Wir sollten von dieser großartigen Wahrheit ganz eingenommen sein: Wenn wir Gott lieben können, dann deshalb, weil wir von Gott geliebt worden sind. Du und ich, wir sind imstande, den anderen mit verschwenderischer Liebe zu begegnen, weil wir durch die Liebe des Vaters zum Glauben geboren wurden. Bittet den Herrn mit Kühnheit um diesen Schatz, um die natürliche Tugend der Liebe, damit ihr sie dann auch bis in die winzigste Kleinigkeit hinein weiterschenken könnt.
Um euch diese Wahrheit unverlierbar einzuprägen, habe ich tausendmal dasselbe Bild gebraucht: Wir haben nicht ein Herz, um damit Gott, und ein anderes, um damit die Geschöpfe zu lieben: mit diesem unserem einen armen Herzen aus Fleisch lieben wir menschlich und, wenn sich diese Liebe mit der Liebe Christi vereint, zugleich übernatürlich. Diese, und keine andere, ist die Liebe, die in uns wachsen muss und die uns in den Mitmenschen die Gestalt unseres Herrn erkennen lassen wird.
Freunde Gottes, 229

Wenn ihr es wirklich versteht, einander zu lieben und in einer warmherzigen Verbundenheit zu leben - die letztlich in der zartfühlenden Liebe Christi wurzelt -, dann werdet ihr euch gegenseitig stützen. Und einer, der vielleicht gestolpert wäre, wird sich von der spürbaren festen Brüderlichkeit getragen und angespornt fühlen, Gott treu zu bleiben.
Im Feuer der Schmiede, 148

Wie gut ist es, aus Gott zu leben! Wie gut ist es, nichts anderes zu wollen als seine Ehre!
Im Feuer der Schmiede, 1048

Ein gottbegeisterter Mensch empfindet die Keuschheit nicht als eine beschwerliche und demütigende Last. Sie ist ihm eine freudige Bejahung. Denn das Wollen, die Beherrschung, die Überwindung - sie kommen nicht aus dem Fleisch, nicht aus den Trieben, sie sind Frucht des Willens, besonders wenn dieser Wille mit dem des Herrn vereint ist. Um keusch zu sein - und nicht bloß enthaltsam oder anständig -, müssen wir die Leidenschaften der Vernunft unterwerfen, und zwar aus dem höchsten Beweggrund, aus der Kraft der Liebe heraus.
Ich vergleiche diese Tugend mit Flügeln, die uns befähigen, die Gebote, die Lehre Gottes, überall hinzutragen, ohne Furcht, im Schlamm stecken zu bleiben. Freilich, diese Flügel - auch die jener majestätischen Vögel, die bis hoch in die Wolken aufsteigen - wiegen etwas, sie sind schwer; aber ohne sie würden sie nicht fliegen können. Prägt euch das ein, seid entschlossen, nicht nachzugeben, wenn ihr den Ansturm der Versuchung spürt. Sie beginnt fast immer mit der Vorstellung, die Reinheit sei eine unerträgliche Last. Nur Mut, und aufwärts, der Sonne entgegen, Jäger der Liebe.
Freunde Gottes, 177

Beharrlich und ausdauernd
Bleibe deinen Frömmigkeitsübungen treu - mit liebendem, wenn auch trockenem Willen. Mach dir nichts daraus, wenn du dich dabei ertappst, wie du die Minuten oder Tage zählst, die noch verstreichen müssen, bis deine Andacht oder deine Arbeit zuende sind. Du magst wie ein bummelnder Student empfinden, der auf das Ende des Semesters wartet, oder wie ein Häftling, der schon neue Pläne für die Zeit nach der Entlassung schmiedet.
Ich wiederhole: Bleibe dabei, sei willensstark! Und meide die Versuchung, die äußeren Hilfsmittel der Frömmigkeit auch nur für einen Augenblick zu vernachlässigen.
Im Feuer der Schmiede, 447


Was das Geheimnis der Beharrlichkeit sei?
Die Liebe. - Verliebe dich, und du wirst Ihn nicht lassen.
Der Weg. 999

Wie willst du aus diesem Zustand der Lauheit, der kläglichen Schlaffheit herauskommen, wenn du die Mittel dazu nicht einsetzt? Du kämpfst sehr wenig. Wenn du dich einmal anstrengst, dann in einer Art von kindischem Groll und mürrisch, so als ob du wünschtest, deine lahmen Bemühungen möchten vergeblich sein, um ein Alibi dafür zu haben, dir selbst nichts mehr abzuverlangen und nichts mehr von dir verlangen zu lassen.
Du bist dabei, deinen eigenen Willen zu erfüllen anstatt den Willen Gottes. Solange du dich nicht änderst, und zwar ernstlich, wirst du weder das Glück noch den Frieden finden, die du jetzt vermisst.
Demütige dich vor Gott und bemühe dich darum, wirklich zu »wollen«.
Die Spur des Sämanns, 146

Du hast deine Berufung, Gott zu lieben, sehr klar gesehen, aber nur mit dem Verstand. Du versicherst mir, du gingest deinen Weg auch mit dem Herzen... Aber gelegentlich läßt du dich ablenken und versuchst sogar zurückzublicken... Ein Zeichen, daß du dein Herz nicht bis zum letzten hingegeben hast.
Läutere deine Hingabe!
Die Spur des Sämanns, 815

Er ist doch unser Vater!
Man muss sich klar machen, dass Gott dauernd bei uns ist. - Wir leben, als ob der Herr fern wäre, dort, wo die Sterne leuchten, und wir bedenken nicht, dass Er auch immer an unserer Seite ist.
Er ist da wie ein liebender Vater. Jeden einzelnen von uns liebt Er mehr, als alle Mütter der Welt ihre Kinder lieben können. Er ist da, helfend, leitend, segnend... und verzeihend.
Wie oft hat sich die Stirn unserer Eltern geglättet, wenn wir ihnen nach einer Ungezogenheit sagten: Ich will es nie wieder tun! - Vielleicht haben wir am seIben Tag aufs neue gefehlt... - Unser Vater hat uns dann, mit vorgetäuschter Strenge in der Stimme und ernstem Gesicht, getadelt - aber gleichzeitig wurde ihm das Herz weich, denn er kannte unsere Unbeständigkeit und dachte wohl: armes Kind, wie es sich anstrengt, sich gut zu betragen!
Wir müssen uns ganz davon durchtränken und erfüllen lassen, dass der Herr unser Vater ist, Vater durch und durch, der an unserer Seite ist und im Himmel.
Der Weg, 267