Heiliger Josefmaria
Seine Botschaft

Sehnsucht nach Gott

Stichwörter: Liebe zu Gott, Heiliger Geist, Heiligkeit
Meine Seele verzehrt sich in Sehnsucht nach dem Tempel des Herrn.
Mein Herz und mein Leib jauchzen ihm zu, ihm, dem lebendigen Gott.

Psalm 84, 3

Lass deine Seele sich in Sehnsucht verzehren... Sehnsucht nach Liebe, nach Selbstvergessenheit, nach Heiligkeit, nach dem Himmel... Verliere dich nicht in Gedanken darüber, ob all das auch einmal Wirklichkeit werden wird - wiewohl so manche »kluge« Ratgeber dir derartige Spekulationen suggerieren möchten. Nein, entfache immer mehr Wünsche in dir: denn der Heilige Geist selbst verkündet, daß Er Wohlgefallen hat an Menschen, die große Wünsche im Herzen tragen.
Aber es sollen tatkräftige Wünsche sein, die du in deiner täglichen Arbeit realisierst.
Die Spur des Sämanns, 628
Zentraler Ausschnitt des Gemäldes von Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan
Zentraler Ausschnitt des Gemäldes von Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan

Es ist gut, daß du oft gegenüber dem Herrn den brennenden, starken Wunsch nach Heiligkeit äußerst, auch wenn du weißt, wie es um deine Erbärmlichkeiten steht.
Gerade deshalb mußt du weiter so beten!
Im Feuer der Schmiede, 419

Trage aufrichtig und beständig dein Streben nach Heiligkeit und nach Apostolat vor Gott hin. Dann wird das armselige Gefäß - das deine Seele ist - nicht brüchig werden; oder wenn es zerbricht, wird man es neu und noch schöner zusammensetzen, und es wird deiner Heiligkeit und dem Apostolat weiterhin dienen.
Im Feuer der Schmiede, 357

Wenn dein alltäglicher innerer Kampf, der meistens aus vielen Kleinigkeiten besteht, von dem tatkräftigen Wunsch geprägt ist, Gott stets zu gefallen, dann versichere ich dir: Nichts ist umsonst!
Im Feuer der Schmiede, 278

Fördere diesen wertvollen Gedanken, diese aufkeimenden heiligen Wünsche... - Ein Funke kann ein Feuer entfachen.
Der Weg, 320

Welch brennende Sehnsucht verzehrt dich, die Hingabe zu besiegeln, zu der du dich damals entschlossen hast: dich als Kind Gottes zu wissen und auch so zu leben!
Leg all deine Armseligkeiten und Treulosigkeiten in die Hände Gottes: allein schon deswegen, weil dies die einzige Möglichkeit ist, ihr Gewicht zu verringern.
Die Spur des Sämanns, 175

Kinderwünsche
Wenn die Seele eines Kindes dem Herrn ihre Wünsche nach Vergebung vorträgt, soll sie sicher sein, dass diese Wünsche bald in Erfüllung gehen werden: Jesus wird aus der Seele den unreinen Niederschlag entfernen, den sie durch ihre vergangenen Erbärmlichkeiten mit sich herumschleppt. Er wird die toten Gewichte, die von all den Unreinheiten geblieben sind und die Seele am Boden festhalten, wegnehmen. Er wird das Kind von dem irdischen Ballast in seinem Herzen befreien, damit es aufsteigen kann bis zur Majestät Gottes, um in dem lebendigen Brand der Liebe aufzugehen, der Er ist.
Der Weg, 886

Kind - entflammt dich nicht der mächtige Wunsch zu erreichen, daß alle Ihn lieben?
Im Feuer der Schmiede, 300

Gott nimmt nicht Anstoß an den Menschen. Gott wird unser nicht überdrüssig wegen unserer Treulosigkeiten. Unser himmlischer Vater verzeiht jede Beleidigung, wenn nur der Sohn umkehrt und sich Ihm wieder zuwendet, wenn er bereut und um Verzeihung bittet. Unser Herr ist so sehr Vater, daß Er sogar unserem Verlangen nach Vergebung zuvorkommt und uns mit ausgebreiteten Armen entgegengeht, um uns seine Gnade zu schenken.
Ihr könnt euch selber überzeugen, daß ich nichts erfinde. Erinnert euch doch nur an jenes Gleichnis, das uns der Sohn Gottes erzählt, um uns die Liebe des Vaters im Himmel begreiflich zu machen: das Gleichnis vom verlorenen Sohn.
Christus begegnen, 64

Ich weiß, dass ich es erreichen werde, weil ... ich mir deiner sicher bin
Aber mit Gott zu leben, ist auch ein Wagnis, denn der Herr will nicht teilen, Er will alles.
»Ure igne Sancti Spiritus!« Entzünde mich mit dem Feuer Deines Geistes! - so rufst du. Und dann der Gedanke: Meine arme Seele muss sich unbedingt so bald wie möglich wieder erheben..., und ihr Flug soll nicht eher enden, als bis sie ruht in Ihm!
Wie gut, dass du dies wünschst! Ich will viel für dich zum Tröster beten; Ihn immer wieder anflehen, dass Er im Innersten deiner Seele wohne und alles, was du tust, sprichst, denkst und begehrst, präge und ins Übernatürliche erhebe.
Im Feuer der Schmiede, 516

Heute hast du in deinem Gebet den Vorsatz erneuert, mit Jesus einswerden zu wollen. Und wie gut verstehe ich, was du hinzugesetzt hast: Ich weiß, ich werde das Ziel erreichen. Nicht weil ich meiner sicher wäre, Herr, sondern... weil ich Deiner sicher bin!
Im Feuer der Schmiede, 320

Bitte, dränge, ohne Angst! Erinnere dich an den Bericht des Evangeliums über die wunderbare Brotvermehrung. Bedenke, wie freigebig der Herr auf die Not der Apostel eingeht: Wieviele Brote habt ihr? Fünf?... Und was möchtet ihr?... Der Herr gibt ihnen sechs, hundert, tausende... Warum?
Weil Christus unsere Not im Lichte seiner göttlichen Weisheit sieht. Seine Allmacht kann und will alle unsere Wünsche übertreffen.
Der Herr sieht weiter als wir mit den schwachsichtigen Augen unserer simplen Logik... und Er ist unendlich großzügig.
Im Feuer der Schmiede, 341

Wunsch und Wirklichkeit
Es ist ein heiliges Drängen, das Gott wohlgefällt, wenn du viele hochherzige Wünsche hegst. Bleibe aber nicht beim Wünschen stehen, sei ein Mann, eine Frau der Tat! Willst du, daß das Wünschen zu Handeln wird, so fasse klare und bestimmte Vorsätze.
Und dann, mein Kind, kämpfe mit Gottes Hilfe um ihre Verwirklichung!
Im Feuer der Schmiede, 116

Sieh den Herrn hinter jedem Ereignis, hinter jeder Situation. So wird alles, was geschieht, in dir die Liebe vermehren und deinen Wunsch nach Treue vertiefen. Denn der Herr wartet auf uns überall und immer, und Er bietet uns die Möglichkeit, unseren einmal gefassten Vorsatz »Serviam!« - Ich will Dir dienen! - stets von neuem zu erfüllen.
Im Feuer der Schmiede, 96

Im Schutz des Allerhöchsten zu wohnen, mit Gott zu leben, darin liegt die kühne Sicherheit des Christen. Unser Herz wird sich nur dann mit Frieden erfüllen, wenn wir uns davon überzeugen, dass Gott uns erhört und für uns da ist. Aber mit Gott zu leben, ist auch ein Wagnis, denn der Herr will nicht teilen, Er will alles. Ihm näher kommen bedeutet daher, bereit sein zu neuer Umkehr und Begradigung des Lebens, zum aufmerksameren Hinhören auf seine Eingebungen, auf die heiligen Wünsche, die Er in unserer Seele weckt, und bereit sein, sie in die Tat umzusetzen.
Christus begegnen, 58

Allein! - Du bist nicht allein. Von fern begleiten wir dich dauernd. - Außerdem wohnt der Heilige Geist - Gott mit dir - im Innersten deiner Seele und stimmt all deine Gedanken, Wünsche und Werke übernatürlich.
Du wirst dann der Christ sein, von dem du manchmal träumst: reich an Werken der Liebe und Gerechtigkeit, freudig und stark, voller Verständnis für die anderen und mit strenger Forderung an dich selbst.
Der Weg, 273

Verspürst du nicht im Laufe des Tages den Wunsch, länger mit Ihm zu sprechen? Sagst du Ihm nicht: Später erzähle ich es Dir, später werde ich mit Dir darüber reden?
In den Zeiten, die eigens dieser Unterhaltung mit dem Herrn gewidmet sind, spricht sich das Herz aus, der Wille wird gestärkt, der menschliche Verstand sieht mit Hilfe der Gnade, wie sich Übernatürliches und Menschliches durchdringen können. Klare und praktische Vorsätze sind die Frucht: dein Verhalten zu bessern, allen Menschen in feinfühliger Liebe zu begegnen, dich mit dem festen Willen eines guten Sportlers ganz in diesem christlichen Kampf der Liebe und des Friedens zu engagieren.
Christus begegnen, 8

Der Christ sein, von dem du träumst
Vielen Bekehrungen, vielen Entscheidungen zur Hingabe im Dienst Gottes ist eine Begegnung mit Maria vorausgegangen. Unsere Herrin hat unser Suchen unterstützt, hat die Unruhe der Seele in mütterlicher Sorge geschürt und hat uns nach einem anderen, einem neuen Leben verlangen lassen. Und so hat sich ihr Alles, was Er euch sagen wird, das tut in die Wirklichkeit einer großzügigen Hingabe verwandelt, in eine christliche Berufung, die seither unser ganzes persönliches Leben erhellt.
Christus begegnen, 49

Zum Schluss möchte ich dir noch raten, dass du deine persönliche Erfahrung mit der mütterlichen Liebe Mariens suchst, falls es noch nicht so ist. Es genügt nicht zu wissen, dass sie Mutter ist; es genügt auch nicht, sie nur als solche zu betrachten und in diesem Sinne von ihr zu sprechen. Sie ist deine Mutter, du bist ihr Sohn. Sie liebt dich, als ob du ihr einziger Sohn auf dieser Welt wärest. Dein Umgang mit ihr darf davon ausgehen; erzähle ihr alles, was dich bewegt, verehre sie, liebe sie. Keiner kann es für dich tun, wenn du es nicht tust, und keiner kann es besser für dich tun als du selbst.
Ich versichere dir, dass du auf diesem Wege sofort die ganze Liebe Jesu Christi finden wirst. Du wirst dann erfahren, dass du in der unergründlichen Lebensfülle Gottes des Vaters, Gottes des Sohnes und Gottes des Heiligen Geistes verweilst. Du wirst Kraft finden, um den Willen Gottes vollkommen zu erfüllen. Das Verlangen danach, allen Menschen zu dienen, wird in dir wachsen. Du wirst dann der Christ sein, von dem du manchmal träumst: reich an Werken der Liebe und Gerechtigkeit, freudig und stark, voller Verständnis für die anderen und mit strenger Forderung an dich selbst.
Das und nichts anderes ist die Spannkraft unseres Glaubens. Gehen wir zu Maria, und sie wird uns mit sicherem und beständigem Schritt begleiten.
Freunde Gottes, 293