StartseiteVon Rom aus"Lumen fidei", "Das Licht des Glaubens" - die neue Enzyklika von Papst Franziskus
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"Lumen fidei", "Das Licht des Glaubens" - die neue Enzyklika von Papst Franziskus

Stichwörter: Glaube, Papst, Benedikt XVI., Franziskus
  Romereports.com) Franziskus hat die Enzyklika “Lumen fidei”, “Das Licht des Glaubens” ausgehend von einem Text geschrieben, den ihm Benedikt XVI. hinterlassen hat. Das Ergebnis ist ein Lehrschreiben, das ein theologisches Thema mit aktuellen Fragestellungen verbindet und den persönlichen Stempel der beiden Päpste trägt.

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Der Papst lädt alle ein zuzulassen, dass der Glaube “das ganze Leben der Menschen erleuchtet”. Er sagt, dass “der Glaube nicht überheblich ist”, dass er “die Bindungen zwischen den Menschen stärkt” und dass er “im Dienst an der Gerechtigkeit, am Recht und am Frieden steht”.

Wie nicht anders zu erwarten, war der Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre einer der Beauftragten für die Vorstellung der Enzyklika.

Erzbischof Gerhard Ludwig Müller
Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre
"Die Enzyklika will auf neue Weise bekräftigen, dass der Glaube an Jesus Christus ein Gut für den Menschen ist, und zwar für alle. Der Glaube „ist ein Gemeingut; sein Licht erleuchtet nicht nur das Innere der Kirche, noch dient er allein der Errichtung einer ewigen Stadt im Jenseits; er hilft uns, unsere Gesellschaften so aufzubauen, dass sie einer Zukunft voll Hoffnung entgegengehen".

Im Verlauf des Textes finden sich mehrer Glaubensdefinitionen. Der papst erinnert daran, dass er aus einer Begegnung erwächst und "bedeutet, sich einer barmherzigen Liebe anzuvertrauen, die immer annimmt und verzeiht, die das Leben stützt und ihm die Richtung weist”.

Der Heilige Vater verwendet Beispiele aus dem Alltag, um ihn zu erklären. So sagt er etwa, dass das Versprechen ewiger LIebe zwischen einem mann und einer Frau für das ganze Leben verpflichtet und an viele Facetten des Glaubens erinnert.

Kard. Marc Ouellet
Präfekt der Kongregation für die Bischöfe
“In der Trilogie von Benedikt XVI. über die theologischen tugenden fehlte eine Säule. Die göttliche Vorsehung hat gewollt, dass diese Säule ein Geschenk des emeritierten Papstes an seinen Nachfolger sei und somit gleichzeitig ein Zeichen der Einheit. Indem er das Werk seines Vorgängers aufgenommen und vollendet hat, zeigt papst Franziskus gemeinsam mit Benedikt die Einheit im Glauben. Ein Papst reicht dem nächsten das Licht des Glaubens weiter, wie man im Stadion den Staffelstab weitergibt.”

Erzbischof Rino Fisichella
Präsident des Päpstlichen Rates für die Neuevangelisierung
“Vor dem Jahr des Glaubens baten wir Benedit XVI, eine Enzyklika über den glauben zu schreiben, die die Trilogie, die er mit "Deus caritas est" über die Liebe und "Spe salvi" über die Hoffnung abschließen sollte. Der papst fühlte sich eigentlich nicht in der Lage dazu, aber er gab angesichts unserer hartnäckigkeit nach. Es war ein Abschluss des jahres des Glaubens. Aber die Vorsehung änderte seine Pläne."

Die Ezyklika enthält bekannte elemente der Gedankenwelt von Benedikt XVI., wie etwa “es ist vernünftig zu glauben” und “der Glaube ist keine Privatsache und auch keine Privatmeinung”, “nach einem Glauben zu leben, der nicht wahr ist, erlöst nicht”. Außerdem zitiert er einige seiner Lieblingsautoren wie Nietzsche, T.S. Elliot oder Dostojewski.

Die erste Enzyklika der Päpste ist normalerweise ein programmatischer Text für ihr Pontifikat. Daher ist es von großer Bedeutung, dass diese erste von Franziskus ein Text voller Optimismus und Hoffnung ist.