Heiliger Josefmaria
Seine Botschaft

Loyal zur Kirche

Stichwörter: Kirche, Loyalität
"Was ist die Kirche? Wo ist die Kirche? Benommen und verwirrt erhalten viele Christen keine sichere Antwort auf diese Fragen. Es scheint, dass verschiedene Ereignisse und Schwierigkeiten zusammengetroffen sind und das reine Antlitz der Kirche entstellt haben.“ Das sind höchst aktuelle Worte des hl. Josefmaria, die sich in seiner Homilie ‚Loyal zur Kirche’ finden, die er am 4. Juni 1972 gehalten hat. Ihre Lektüre und Betrachtung kann befriedigende Antworten auf drängende Fragen zur von Christus von mehr als zweitausend Jahren gegründeten Kirche geben.
Lesen sie die Homilie: Loyal zur Kirche


Es ist bewegend, wie uns Gott, unser Vater, doch immer wieder eindringlich mahnt, zu seiner Barmherzigkeit zu flüchten, was immer auch geschehen mag. Sogar jetzt, in diesen Augenblicken, da verworrene Stimmen in der ganzen Kirchen zu hören sind; es sind Zeiten des Irregehens, denn viele Seelen finden keine guten Hirten, die sie wie Christus hinleiten würden zur Liebe des Herrn. Statt dessen stoßen sie auf Diebe und Räuber, die kommen, um zu stehlen, zu morden und zu verderben (vgl. Joh 10,8.10).

Fürchten wir uns nicht. Die Kirche ist der Mystische Leib Christi. Unerschütterlich wird sie der Weg sein und der Schafstall des Guten Hirten - festes Fundament und offene Straße für alle Menschen.
Loyal zur Kirche, 18

Tatsachen und Schwierigkeiten
Aber was ist die Kirche? Wo ist die Kirche? Benommen und verwirrt erhalten viele Christen keine sichere Antwort auf diese Fragen und verfallen vielleicht auf den Gedanken, daß die Antworten, die das Lehramt Jahrhunderte hindurch gegeben hat - und die die guten Katechismen mit einer das Wesentliche erfassenden Genauigkeit und Einfachheit wiedergaben -, überholt sind und durch neue ersetzt werden müssen. Es scheint, daß verschiedene Ereignisse und Schwierigkeiten zusammengetroffen sind und das reine Antlitz der Kirche entstellt haben. Einige behaupten: Hier ist die Kirche - im Eifer, sich an die sogenannte moderne Zeit anzupassen. Andere schreien: Die Kirche ist nichts anderes als das Streben der Menschen nach Solidarität; wir müssen sie umgestalten, wie es die heutige Situation erfordert.

Die von Christus gegründet Kirche ist immer dieselbe
Sie irren sich. Die Kirche ist heute dieselbe, die Christus gestiftet hat, und sie kann keine andere sein. Die Apostel und ihre Nachfolger sind Stellvertreter Gottes für die Regierung der Kirche, die auf den Glauben und auf die Sakramente des Glaubens gegründet ist. Und so wie es ihnen nicht gestattet ist, eine andere Kirche zu stiften, dürfen sie auch keinen anderen Glauben verkünden oder andere Sakramente einsetzen.
Loyal zur Kirche, 19

Sie setzt sich aus schwachen Menschen zusammen
Gens sancta, ein heiliges Volk, das sich aus Geschöpfen voller Erbärmlichkeiten zusammensetzt. Dieser scheinbare Widerspruch kennzeichnet einen Aspekt des Geheimnisses der Kirche. Die Kirche ist göttlich, sie ist aber zugleich auch menschlich, denn sie besteht aus Menschen, und wir Menschen haben Fehler: omnes homines terra et cinis (Sir 17,31), wir alle sind Staub und Asche.

Unser Herr Jesus Christus, der die Heilige Kirche stiftet, erwartet, daß die Angehörigen dieses Volkes sich ständig bemühen, die Heiligkeit zu erreichen. Nicht alle folgen loyal seinem Ruf. Und an der Braut Christi sieht man einerseits, wie sie auf wunderbare Weise der Heilsweg ist, und man sieht andererseits die Erbärmlichkeit der Menschen, die auf ihm wandeln.

Ein Beweis der Tugend
Der göttliche Erlöser hat die von Ihm gegründete Gemeinschaft von Menschen als eine in ihrer Art vollkommene Gesellschaft mit allen rechtlichen und gesellschaftlichen Bestandteilen gerade zu dem Zweck gewollt, damit sie dem Heilswerk der Erlösung hier auf Erden dauernden Bestand sichere... Wenn man aber in der Kirche einiges wahrnimmt, was die Schwäche unserer menschlichen Natur verrät, so fällt das nicht ihrer rechtlichen Verfassung zur Last, sondern vielmehr der beklagenswerten Neigung der einzelnen zum Bösen. Diese Schwäche duldet ihr göttlicher Stifter, auch in den höheren Gliedern seines Mystischen Leibes, damit die Tugend der Herde und der Hirten erprobt werde und in allen die Verdienste des christlichen Glaubens wachsen (Pius XII., Enz. Mystici Corporis, 29.6.1943).

Ist Heiligkeit mit Fehlerhaftigkeit vereinbar?
Das ist die Wirklichkeit der Kirche - jetzt und hier. Deshalb ist die Heiligkeit der Braut Christi mit der Tatsache vereinbar, daß sich in ihrem Schoß Personen befinden, die Fehler haben. Christus wollte die Sünder aus der von Ihm gegründeten Gemeinschaft nicht ausgeschlossen wissen. Wenn also manche Glieder an geistlichen Gebrechen leiden, so ist das kein Grund, unsere Liebe zur Kirche zu vermindern, sondern vielmehr mit ihren Gliedern größeres Mitleid zu haben (Ebd.).
Loyal zur Kirche, 23

Schwäche und Treue sind die Fundamente der Kirche
Unser Herr gründet die Kirche auf die Schwäche - aber auch auf die Treue einiger Männer, der Apostel, und Er verspricht ihnen den beständigen Beistand des Heiligen Geistes. Lesen wir einmal mehr den bekannten Text, der immer neu und aktuell ist: "Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden. Geht also hin und lehrt alle Völker und tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch geboten habe. Und seht, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt" (Mt 28,18-20).
Loyal zur Kirche, 29




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