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Liebe zu den Ordensleuten

9 Februar 2015

Stichwörter: Josemaría Escrivá
2015 ist das Jahr des geweihten Lebens. Am vergangenen 2. Februar wurde es mit einer Messe von Papst Franziskus feierlich begonnen.



Zeit seines Lebens liebte und verehrte der hl. Josefmaria die Ordensleute. Sie finden hier die Kopie eines von ihm handschriftlich verfassten Ausspruches, der an die Mitglieder des Opus Dei gerichtet war und ihnen ans Herz legte: "Es gehört zu unseren großen Aufgaben, die Liebe zu den Ordensleuten zu fördern."


Seine Verehrung heiliger Ordensleute
Der hl. Josefmaria hatte eine große Verehrung zu Ordensgründern wie etwa dem hl. Josef von Calasanz, mit dem er entfernt verwandtschaftlich verbunden war, da sein Großvater väterlicherseits im selben Ort geboren worden war wie der Gründer der Piaristen, nämlich in Peralta de la Sal, 20 km von Barbastro entfernt.
In seiner mündlichen Verkündigung wie auch in seinen Schriften zitierte er häufig die hl. Theresia von Avila, Johannes vom Kreuz, die kleine Theresia von Lisieux und andere Heilige des Karmeliterordens. Er hatte auch eine große Zuneigung und andacht zum hl. Johannes Bosco.
In seiner tief gläubigen Familie gab es außer mehreren Priestern auch verschiedenen Ordensfrauen.
Wie so viele Menschen seiner Zeit erhielt Escrivá seine christliche Bildung in zwei Ordensschulen. Mit drei Jahren ging er zur Vorschule der Töchter von der Nächstenliebe in Barbastro, der ersten Mädchenschule, die der 1633 vom hl. Vinzenz von Paul und der hl. Louise von Marillac gegründete Orden in Spanien hatte. Er besuchte sie von 1905 bis 1908 und war den Vinzentinerinnen für seine Ausbildung immer dankbar; Als er Jahre später erfuhr, dass eine der Ordensschwestern, eine Freundin seiner Mutter, im Bürgerkrieg ermordet worden war, konnte er die Tränen nicht zurückhalten.

Mit sieben Jahren besuchte er dann die Schule der Piaristen-Patres in Barbastro, die ebenfalls die erste war, die diese Ordensleute in Spanien eröffneten. Ein Piaristen-Pater, Manuel Laborde de la Virgen del Carmen war sein Lehrer in Religion, Geschichte, Latein und Schönschrift. Er kümmerte sich um die Vorbereitung von Josemaría zur Erstkommunion und brachte ihm ein Gebet der geistigen Kommunion bei, das dieser seitdem sehr oft wiederholte und an viele Menschen weiter gab.
«Ich möchte dich empfangen, Herr, mit jener Reinheit, Demut und Andacht, mit der deine heiligste Mutter dich empfing, mit dem Geist und der Inbrunst der Heiligen.»

Seine eigene Berufung
Gott bediente sich dann eines Karmelitermönches, um ihm seine Berufung zum Priestertum zu zeigen. Den jungen Escrivá ergriffen die Fußspuren im Schnee des jungen Ordensmannes bis in die Tiefe seiner Seele. Sie stammten von Pater José Miguel de la Virgen del Carmen, in der Weihnachtszeit 1917-1918 in Logroño.
Er folgte der Spur bis zu jenem Pater und sprach mit ihm, um genauer zu verstehen, was Gott von ihm wollte. Er entschloss sich, Priester zu werden. Den Ordensmann behielt er sein Leben lang in guter Erinnerung. Im Jahr 1938 trafen sie sich in Burgos wieder. P. José Miguel starb am 23. September 1942.
Besuch des hl. Josefmaria in einem Nonnenkloster im Jahr 1972 auf seiner katechetischen Reise durch die Iberische Halbinsel
Besuch des hl. Josefmaria in einem Nonnenkloster im Jahr 1972 auf seiner katechetischen Reise durch die Iberische Halbinsel
Als er sich bereits in Madrid befand, hatte er Kontakt zu heiligmäßigen Ordensfrauen, wie die Gründerin der Damas Apostólicas oder Mercedes Reyna O’Farril, eine Ordensschwester des Krankenstifts, die in Havanna geboren worden war und am 23. Januar 1929 im Ruf der Heiligkeit starb. Der Gründer verspürte nach ihrem Tod den Wunsch, sich ihrem Schutz anzuvertrauen, da er sie während ihrer letzten Krankheit betreut hatte.

Von diesen Tatsachen – denen man noch viele hinzufügen könnte – sprach der Augustiner Eduardo Zaragüeta in einem Artikel, der am 8. Juli 1975 in der Zeitung La Voz de España (San Sebastgian) erschien: „Wir Augustiner haben Don Josemarías Art, seine herrliche Einfachheit kennen gelernt, als er im Kloster San Lorenzo el Real, im Escorial, Exerzitien abhielt. Er liebte den heiligen Augustinus und die reiche Tradition des Ordens, den dieser vor sechzehn Jahrhunderten gegründet hat, unter Verhältnissen, die den heutigen sehr ähneln.“

Fray Joaquín Sanchis Alventosa, ein Franziskaner, der wichtige Leitungsaufgaben in seinem Orden wahrnahm und aktiv am Zweiten Vatikanum mitarbeitete, hat sich an die ersten Schritte des Opus Dei in Valencia, um das Jahr 1939, erinnert. Das Haus in der Samaniego-Straße, ein Studentenheim, war nahe bei seinem Kloster San Lorenzo. Der Leiter des Studentenheims bat die Franziskaner, täglich im Heim eine Messe zu feiern und samstags den sakramentalen Segen zu erteilen. So entstand eine sehr freundschaftliche Beziehung, die Fray Joaquín heraushebt „wegen der Herzlichkeit und des Entgegenkommens, die jene Studenten, die sich bemühten, eine laikale Spiritualität zu leben, uns franziskanische Mönchen gegenüber bewiesen. In dieser Wertschätzung drückte sich die Liebe zum Ordensstand, die Msgr. Escrivá seinen Kindern, welche die Heiligkeit inmitten ihres normalen Berufslebens suchten, vorgelebt hatte.“

Bei alledem blieb klar – die Kirche hat das im Laufe der Jahre bestätigt –, dass die Berufung zum Opus Dei sehr verschieden ist von der Ordensberufung. Aber dieser klare Unterschied führt nicht zur Fremdheit, sondern zu gegenseitiger Hochachtung und Liebe. Wohl gefiel Fray Joaquín die Herzlichkeit der Studenten ihm gegenüber sehr: doch ist auch seine echt christliche Großherzigkeit rührend, mit der er voll Freude in die Entfaltung des Opus Dei das Wirken Gottes erblickt: „Viele ehemalige Schüler unserer Schulen haben mir von der entscheidenden Rolle erzählt, die für sie bei ihrem Eintritt in die Universität das Apostolat des Werkes gespielt hat. Nicht wenige davon haben die Berufung zum Opus Dei erhalten. Wie sehr habe ich mich gefreut, als ich in Rom einem meiner besonders geschätzten ehemaligen Schüler begegnete, der als Mitglied des Opus Dei die Priesterweihe empfangen hatte.“

Die allgemeine Berufung zur Heiligkeit
Der Gründer des Opus Dei verkündete in der ganzen Welt den universalen Ruf zur Heiligkeit und wandte sich damit auch und vor allem an die Laien. Aber, so versicherte Pater Aniceto Fernández, der ehemalige Generalobere der Dominikaner, darin lag weder für ihn noch für die Mitglieder des Werkes „eine Geringschätzung oder Kritik des Ordenslebens oder gar eine Verkennung der Größe der Ordensberufung“.

Ein weiteres praktisches Beispiel für die Liebe, die Msgr. Escrivá den Ordensleuten entgegenbrachte: ab 1940 leistete er entscheidende Hilfe bei dem Wiederaufbau des Hieronymiten-Ordens in El Parral (Segovia). Der Hieronymiten-Pater José María Aguilar Collados bezeugt, dass er seine monastische Berufung Msgr. Escrivá verdankt. Er erwähnt dabei auch weitere Studenten, die der Gründer des Opus Dei zu ihrem Weg als Ordensleute ermutigte.

Dieser tat im Rahmen seiner Verpflichtungen alles ihm mögliche, um die Ordensleute, die ihn darum baten, geistlich zu betreuen. Der selige Alvaro del Portillo erinnert sich an die Exerzitien, die er im Escorial hielt:
„Vom 3. bis zum 11. Oktober 1944 hielt unser Gründer Exerzitien für den Augustinerkonvent im Escorial, obwohl er in ausgesprochen schlechter gesundheitlicher Verfassung war: Er hatte einen eitrigen Abszess im Rachen und hohes Fieber. Damals wurde sein Diabetes diagnostiziert. Dennoch kam er seiner Predigtverpflichtung nach. Der Provinzial der Augustiner, Pater Carlos Vicuña, schrieb mir am 26. Oktober: „Ich erlaube mir, meine Eindrücke von den Exerzitien wiederzugeben, die José María Escrivá für die Augustiner des Königlichen Klosters El Escorial in diesem Oktober gehalten hat.
Foto des Klosters von san Lorenzo (El Escorial), wo der hl. Josefmaria Exerizitien  für die  dort lebenden  Ordensmänner hielt.
Foto des Klosters von san Lorenzo (El Escorial), wo der hl. Josefmaria Exerizitien für die dort lebenden Ordensmänner hielt.
Alle Teilnehmer stimmen darin überein, dass er selbst die höchsten Erwartungen übertroffen und die Wünsche der Oberen mehr als erfüllt hat; jetzt vertrauen wir Gott die reichen Früchte dieser Tage an. Alle ohne Ausnahme (Patres, Theologen, Philosophen, Brüder und Aspiranten) hingen an den Lippen des Predigers, ja sie hielten fast den Atem an, um ihm besser zuhören zu können. Seine Vorträge von 30 oder 35 Minuten kamen ihnen wie zehnminütige Ansprachen vor, so ergriffen waren sie von seiner Inbrunst und Begeisterung, von seiner gewinnenden Herzlichkeit. Die Bemerkungen der Zuhörer, die zu mir gedrungen sind, sprechen für sich: ‚Es kommt aus seinem tiefsten Innern als Ausdruck eines lebendigen Feuers, das er im Herzen trägt; er ist ein Heiliger, ein Apostel; diejenigen von uns, die ihn überleben, werden ihn noch zur ehre der Altäre erhoben sehen…’
Solch übereinstimmendes Echo ist insofern außergewöhnlich, als es sich bei den Zuhörern in der Mehrheit um Intellektuelle und Spezialisten handelte. Ich habe keine einzige anders lautende Stimme gehört. Zweifellos ging ihm der Ruf eines Heiligen voraus; und er hat diesen Ruf nicht enttäuscht, er hat ihn in der Tat bestätigt.“

Das Wunder für die Seligsprechung
Während seiner letzten Lebensjahre besuchte er immer, wenn er konnte, das Kloster eines kontemplativen Ordens, um Gebete zu erbitten und Zeugnis von seiner Liebe zu den Ordensleuten zu geben. So geschah es zum Beispiel während der katechetischen Reisen durch Spanien und Südamerika.

Dann gibt es da noch eine interessante Koinzidenz: das Wunder, das von der Kirche für die Seligsprechung dieses Gründers, anerkannt wurde, der neue Wege zur kirchlichen Erneuerung eröffnete und die Laien an die universale Berufung zur Heiligkeit erinnerte, geschah an einer älteren Ordensfrau, Schwester Concepción Bouillón Rubio. Es war wie eine weiter Bestätigung der Verehrung und Liebe dieses Heiligen zum Ordensstand, eines Heiligen, der in die Kirche ein wahrhaft laikales Charisma hineingetragen hat.

Der hl. Josefmaria verkündete die allgemeine Berufung zur Heiligkeit.
Der hl. Josefmaria verkündete die allgemeine Berufung zur Heiligkeit.

Quellen: Artíkel von José Miguel Cejas Escrivá y los religiosos (Escrivá und die Ordensleute); das Buch von Salvador Bernal: Aufzeichnungen über das Leben des Gründers des Opus Dei; Vázquez de Prada, Der Gründer des Opus Dei,
Band 2