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Katechese des Prälaten des Opus Dei, Bischof Javier Echevarría, beim WJT in Köln.

25 August 2005

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Der Prälat des Opus Dei, Bischof Javier Echevarría, stellte seine Katechese beim Weltjugendtag unter den Titel: Entdecke deine Berufung!

Er verglich die jungen Menschen, die selbst gerade erst aus ihren Ländern – und am Vortag aus den deutschen Bistümern – angereist waren, mit den Heiligen Drei Königen, die vor mehr als 2000 Jahren ebenfalls aus ihrer Heimat aufgebrochen waren. Ihr Ziel, den „König der Juden“ finden und anbeten, spiegele die Aufgabe jedes Menschen wider. „Gott finden und lieben, zuerst hier auf der Erde und dann auf vollkommene Weise im Himmel, im Reich Christi, das kein Ende hat“, so formulierte er.

Bischof Javier Echevarría zog die Enzyklika Veritatis Splendor von Johannes Paul II. heran, um seine Gedanken zum Thema der Wahrheitssuche zu entwickeln, die er in dem Satz zusammenfaßte: „Der Besitz der Wahrheit schließt die Identifizierung mit Christus ein, und darin wiederum besteht die Heiligkeit.“ In diesem Zusammenhang berief er sich ebenfalls auf den heiligen Josefmaria, „einen heiligen Priester, unseren Zeitgenossen, der verrückt war aus Liebe zu Jesus Christus“. Dieser schrieb in einer Homilie: „Hier auf Erden gibt es – ohne eine weiter Alternative – nur zwei Möglichkeiten: entweder ein übernatürliches oder ein animalisches Leben zu leben. Für uns darf es nur das erstere geben, das Leben ausgerichtet auf Gott. Denn was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber dabei seine Seele verliert? (Mt 16, 26). Alles, was die Erde trägt, alles, was Verstand und Wille erstreben – was nützt es dem Menschen? Was ist es denn wert, wenn alles vergeht, alles versinkt, wenn alle irdischen Schätze nur Attrappe sind? Was nützt es, wenn dann die Ewigkeit anbricht, für immer – immer – immer?“(Freunde Gottes, 200) Der Prälat kam dann auf die Heiligen Drei Könige zurück: „Die Tatsache, daß sie ihr Haus, ihre Familie, ihren Besitz und alle Annehmlichkeiten verließen, um sich, von einem Stern geführt, auf unbekannten Wegen zu einem neugeborenen Kind zu begeben, von dem sie nur wußten, daß es der „König der Juden“ war, den sie ehren wollten – das alles beweist, daß bereits das Licht Christi ihren Verstand und ihr Herz erleuchtete. Auch ihr seid nach Köln gekommen, weil ihr – so sagt es der Heilige Vater – von Gott innerlich bewegt wurdet. Ihr müßt weiterhin auf Gott hören und den ehrlichen Wunsch haben, zu erkennen, was er von jedem von euch will, um es dann in die Tat umzusetzen.“

Anschließend erläuterte er die wichtigste Voraussetzung für diesen inneren Weg, den Glauben, „einen lebendigen Glauben, der sich vom regelmäßigen Empfang der Sakramente – der Beichte und der Kommunion – und vom persönlichen Gebet nährt. Die Ereignisse dieser Tage enthalten einen konkreten Anruf, den jeder für sich persönlich mit Inhalt füllen muß. Fragt euch daher: Habe ich mich auf diese Tage vorbereitet, um sie gut nutzen zu können? Bin ich mit dem Wunsch hierher gekommen, Jesus zu treffen, mit ihm zusammen zu sein, ihn anzubeten? Versuche ich mich innerlich zu sammeln, damit diese Begegnung mit ihm möglich wird? Gott spricht zu jedem von euch: durch die Heilige Schrift, die immer zeitgemäß ist; durch das persönliche Gebet (...); durch die Ratschläge für euer geistliches Leben, die euch ein Priester oder ein Freund gibt, der selbst auf dem Weg zu Christus ist; durch die Ereignisse dieser Tage, und besonders durch die Worte seines Stellvertreters auf Erden, des Papstes Benedikt XVI., wie er es auch durch dessen Vorgänger Johannes Paul II. getan hat. Seid offen und bereit wie die Heiligen Drei Könige, setzt euer ganzes Vertrauen auf Gott und wundert euch nicht,wenn Christus euch so wie sie spüren läßt, daß ihr eurem Leben eine neue Richtung geben sollt, daß ihr alte Gewohnheiten ablegen sollt, um alles, was ihr tut, unter einem neuen Licht zu beginnen, dem Licht des Sterns – Symbol des christlichen Lebens – das jeden vor die Forderungen stellt, die ihm ganz persönlich gelten.“

Im folgenden ging Bischof Javier Echevarría auf diese Forderungen näher ein und konkretisierte sie anhand von drei Personen aus dem Evangelium: Pilatus, dem die political correctness wichtiger war als die Wahrheit; der reiche Jüngling, dessen trauriges Beispiel auch der heilige Josefmaria kommentiert hatte. Wie er so rief auch der jetzige Prälat des Opus Dei den jungen Menschen zu: „Jesus genügt es nicht, daß man mit ihm teilt: Er will alles!“ (Der Weg, 155), und er fügte hinzu: „Das Herz ganz für Gott! Wenn ihr die Stimme Gottes hört, folgt ihr ohne zu zögern. Jesus will euer Glück, und dieses erfährt man nur in seiner ganzen Fülle, wenn man treu seinen Willen erfüllt.“

Als letztes lenkte er die Aufmerksamkeit auf die Gestalt des Lieblingsjüngers Johannes, der sich nach seiner ersten Begegnung mit Jesus „nie mehr von ihm trennte, und der auf die gnadenvolle Einladung Gottes mit dem Feuer und der Begeisterung seines jungen Herzens antwortete.“ Wie er sollen die Jugendlichen sich berufen fühlen, Menschenfischer zu sein: „Die christliche Berufung zur Heiligkeit und zum Apostolat ist immer ein faszinierendes Abenteuer, auch vom menschlichen Gesichtspunkt aus. Gott möge in uns allen den brennenden Wunsch erneuern, Werkzeuge in der Hand Jesu zu sein, um andere Menschen zu seinem Schiff, der Kirche, zu bringen, neue Instrumente, die sich für die Miterlösung mit Christus einsetzen wollen.“