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Dokumentation

Kardinal Jorge Maria Mejia. Rom, 9. Oktober 2002

Kardinal Jorge Maria Mejia

Stichwörter: Heiligsprechung, Heiligkeit, Arbeit, Normaler Alltag
Niemand von uns, so scheint es mir – zumindest gilt das für mich -, hat oder hatte in seinem Leben außergewöhnliche Erlebnisse. Ich glaube, wir sind zum größten Teil einfach ganz normale Christen. Was heißt das? Wir sind Christen, die der Herr – zumindest so weit man dies von außen beurteilen kann – nicht mit außerordentlichen Charismen ausgestattet hat.

Als Christen gehen wir unserer täglichen Arbeit nach, welche immer es auch sein mag. Es ist die Arbeit von gläubigen Laien, wie sie hier vertreten sind: Männer und Frauen, Jugendliche, jüngere und ältere Erwachsene, die arbeiten; und die Arbeit der Bischöfe, die ihren täglichen Dienst tun; und die Arbeit der Priester, die auch ein Dienst ist und mit der sie die Bischöfe unterstützen.

Das ist der Garten, der uns anvertraut ist, wenn wir es mit den Worten der Genesis ausdrücken. Unser Garten ist die Arbeit, die jeder von uns Tag für Tag tut. In diesem Garten ruft uns der Herr, und dort erwartet er auch unsere Antwort. Dieses Evangelium der Arbeit, das der neue Heilige verkündet hat, weist der großen Mehrheit aller Männer und Frauen auf dieser Welt den Weg, den Christen ebenso wie den Nicht-Christen: doch im Augenblick geht es um uns Christen.

Wie? Indem wir treu sind und Tag für Tag, vom Moment des Aufstehens bis zum Abend, wenn wir uns schlafen legen, das tun, was wir tun müssen: was uns mehr oder weniger angenehm ist, was mehr oder weniger dem entspricht, was wir sind und was wir wollen. Mehr oder weniger – und manchmal gar nicht. Das ist es, was der Herr von uns verlangt: dass wir nach Heiligkeit streben. Und die Heiligkeit des alltäglichen Lebens liegt in der Arbeit.