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Fragen und Antworten zum Glauben

Kann ich mit Gott sprechen?

Stichwörter: Gebet, Inneres Leben
Kann ich mit Gott sprechen und ihn hören?
Ja. Im Alten Testament sprachen Abraham, Mose und die Propheten mit Gott und hörten ihm zu. Im Neuen Testament lehrt uns Jesus, wie wir eine Beziehung zu Gott, unserem Vater, aufbauen können. Diese Erfahrung des Gebetes haben im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Menschen gemacht. Die Heiligen sind ein Beispiel für uns, dass Gott jeden Menschen in jeder Epoche und Lebenssituation anspricht, und dass dieser ihm antworten und ein wirkliches Gespräch mit ihm führen kann.

"Um den Herrn zu hören, muss man lernen, ihn zu betrachten, seine beständige Gegenwart in unserem Leben wahrzunehmen; muss man innehalten, um mit ihm zu sprechen, ihm durch das Gebet Raum geben. Jeder von uns – auch ihr Jungen und Mädchen, ihr Jugendlichen, die ihr an diesem Vormittag so zahlreich hier versammelt seid – sollte sich fragen: Welchen Raum gebe ich dem Herrn? Halte ich inne, um mit ihm zu sprechen? Von klein auf haben unsere Eltern uns die Gewohnheit vermittelt, den Tag mit einem Gebet zu beginnen und zu enden, damit wir lernen zu spüren, dass die Freundschaft und die Liebe Gottes uns begleiten. Wir wollen in unserem Tageslauf mehr an den Herrn denken!" Papst Franziskus, Audienz vom 1. Mai 2013.

Und wie soll ich mit ihm sprechen?
Der Mensch ist auf der Suche nach Gott. Durch die Schöpfung ruft Gott jedes Wesen aus dem Nichts ins Dasein. Selbst nachdem der Mensch durch seine Sünde die Ähnlichkeit mit Gott verloren hat, bleibt er nach dem Bilde seines Schöpfers geschaffen. Er behält das Verlangen nach Gott, der ihn ins Dasein ruft.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 2566

Bevor der Mensch nach Gott ruft, ruft Gott den Menschen. Mag auch der Mensch seinen Schöpfer vergessen oder sich vor dessen Antlitz verstecken, mag er auch seinen Götzen nachlaufen oder Gott vorwerfen, er habe ihn verlassen, so ruft doch der lebendige und wahre Gott unermüdlich jeden Menschen zur geheimnisvollen Begegnung mit ihm im Gebet. Beim Beten geht diese Bewegung der Liebe des treuen Gottes zuerst von ihm aus; die Bewegung des Menschen ist immer Antwort.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 2567

Woher kommt das Gebet des Menschen? Welches auch immer die Handlungen und Worte sein mögen, in denen sich das Gebet ausdrückt, es betet doch immer der ganze Mensch. Um aber den Ort zu bezeichnen, aus dem das Gebet hervorgeht, spricht die Schrift zuweilen von der Seele oder dem Geist, am häufigsten aber - mehr als tausendmal - vom Herzen. Das Herz betet. Ist dieses fern von Gott, ist das Gebet sinnentleert.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 6562

Das Herz ist unsere verborgene Mitte, die weder unsere Vernunft noch andere Menschen erfassen können. Einzig der Geist Gottes kann es ergründen und erkennen. Im Innersten unseres Strebens ist das Herz Ort der Entscheidung. Es ist Ort der Wahrheit, wo wir zwischen Leben und Tod wählen. Es ist Ort der Begegnung, da wir nach dem Bilde Gottes in Beziehung leben.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 6563

Um den Herrn zu hören, muss man lernen, ihn zu betrachten, seine beständige Gegenwart in unserem Leben wahrzunehmen.
Das Gebet ist nicht nur spontan, es entsteht nicht nur aus einem inneren Impuls; um recht zu beten, muss man beten wollen und beten lernen. Wir lernen, mit Gott zu sprechen durch die Kirche: wenn wir das Wort Gottes hören, die Evangleien lesen und vor allem, indem wir das Beispiel Jesu nachahmen.

Das Geheimnis betrachten
»Schweigeminuten«.- Die überlässt man besser den Menschen, deren Herz tot ist. Als katholische Christen und Kinder Gottes sprechen wir mit unserem Vater, der im Himmel ist.
Der Weg, 115

Nie dürfen in unserem Tagesablauf die Augenblicke fehlen, die eigens dem Umgang mit dem Herrn vorbehalten sind: Wir erheben unsere Gedanken zu Ihm, der Mund braucht nicht zu sprechen, weil das Herz singt. Räumen wir diesem Gebet die genügende Zeit ein und verrichten wir es, wenn möglich, zu festgesetzter Stunde; entweder vor dem Tabernakel, ganz nah bei Ihm, der dort aus Liebe hat bleiben wollen, oder, wenn es anders nicht geht, einfach da, wo wir uns gerade befinden, denn Gott ist in unserer Seele, so sie sich im Stande der Gnade befindet, auf eine unaussprechliche Weise gegenwärtig.
Freunde Gottes, 249

Sieh doch, mit wie vielen an sich einleuchtenden Scheingründen der Feind dich dahin zu bringen sucht, dass du das Beten aufgibst! Zum Beispiel: »Ich habe keine Zeit« - und dabei vergeudest du sie reichlich - oder »das liegt mir nicht« oder »mein Herz empfindet gar nichts« und so fort...
Das Beten ist keine Frage des Redens oder Fühlens, sondern der Liebe. Und allein schon das Bemühen, dem Herrn etwas sagen zu wollen, ist ein Zeichen dieser Liebe - auch wenn man gar nichts sagt.
Die Spur des Sämanns, 464

Immer wenn wir im Herzen den Wunsch verspüren, besser zu werden und dem Herrn großzügiger zu dienen, und wenn wir dann einen Wegweiser, einen Leitstern für unser christliches Dasein suchen, ruft uns der Heilige Geist die Worte des Evangeliums in Erinnerung, dass man allezeit beten müsse und nicht nachlassen dürfe. Das Gebet ist das Fundament jedes auf Gott ausgerichteten Tuns; mit dem Gebet sind wir allmächtig, und ohne das Gebet erreichen wir nichts.
Freunde Gottes, 238

Wie hat Jesus gebetet?
Im Neuen Testament ist das Gebet Jesu des Sohnes Gottes das voll kommene Vorbild des Betens Das Gebet Jesu - oft in Einsamkeit und im Verborgenen - besteht in der liebenden Zustimmung zum Willen des Vaters bis hin zum Kreuz und im absoluten Vertrauen erhört zu werden

In seiner Unterweisung lehrt Jesus die Jünger mit geläutertem Herzen, mit lebendigem und beharrlichem Glauben sowie mit kindlicher Kühnheit zu beten Ei fordert sie zur Wachsamkeit auf und lädt sie ein in seinem Namen Gott ihre Bitten vorzubringen Jesus Christus selbst erhört die Gebete die an ihn gerichtet werden.

Das Gebet der Jungfrau Maria in ihrem Fiat und im „Magnificat" ist durch die großmütige Hingabe ihres ganzen Wesens im Glauben gekennzeichnet. Daher ist unsere Mutter auch ein Vorbild des Betens, des Menschen, der auf das hört, was Gott ihm sagen will, um ihm zu antworten.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 2620-2622

Der hl. Lukas überliefert uns drei wichtige Gleichnisse über das Gebet:
- Das erste handelt vom aufdringlichen Freund und fordert zu inständigem Gebet auf:
- „Klopft an, dann wird euch geöffnet". Dem, der so betet, wird der Vater im Himmel geben, was er benötigt.
- Das zweite erzählt von der zudringlichen Witwe [Vgl. Lk 18,1-8]; dieses Gleichnis zielt auf eine weitere Eigenschaft des Betens: in gläubiger Geduld unablässig zu beten.
- Das dritte Gleichnis, jenes vom Pharisäer und vom Zöllner, verlangt beim Beten ein demütiges Herz. „Gott, sei mir Sünder gnädig!"
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 2613

Das Geheimnis betrachten
Das Evangelium berichtet uns von so vielen Augenblicken, in denen Jesus mit seinem Vater spricht, daß es unmöglich ist, sie alle einzeln zu betrachten. In besonderem Maße aber sollten wir bei den erschütternden Stunden vor seinem Leiden und Tod verweilen, da Er sich auf die Vollendung des Opfers vorbereitet, das uns in die göttliche Liebe heimholen wird. In der Geborgenheit des Abendmahlsaales entfaltet sich die Fülle seiner Liebe: Er wendet sich flehend an den Vater, kündigt die Herabkunft des Heiligen Geistes an und ermutigt die Seinen zu einer ständigen glühenden Hingabe in Liebe und Glauben.
Freunde Gottes, 240

Ich rate dir für dein Gebet, dass du dich in die Berichte des Evangeliums so hineinversetzt, als ob du ein weiterer Teilnehmer wärest. Zuerst stellst du dir das Geschehen vor, das du in Sammlung betrachten möchtest. Dann wird dein Geist tätig, und du bedenkst einen bestimmten Zug im Leben des Meisters: sein liebendes Herz, seine Demut, seine Reinheit, die Art, wie Er den Willen des Vaters erfüllt. Erzähle Ihm, wie es bei dir in solchen Fällen ist, was dich im Augenblick bewegt, was in dir vorgeht. Bleib aufmerksam, denn vielleicht will Er dich auf etwas hinweisen; und so regen sich Eingebungen, zeigen sich Entdeckungen, hörst du einen Tadel.
Freunde Gottes, 253

Jesus spricht: »So sage auch ich euch: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan werden.«
Bete. Bei welcher menschlichen Unternehmung könnte man dir größere Erfolgschancen zusichern?
Der Weg, 96

Wie liebenswert ist die Szene der Verkündigung! Wir haben sie oft im Geiste betrachtet: Maria betet, gesammelt, Leib und Seele ganz auf das Gespräch mit Gott gerichtet. Im Gebet erfährt sie den Willen Gottes, und betend läßt sie diesen Willen zum Leben ihres Lebens werden. Vergiss das Beispiel Unserer Lieben Frau nicht!
Die Spur des Sämanns, 481


Gibt es verschiedene Gebetsformen?
Der Heilige Geist der die Kirche lehrt und sie an alles erinnert was Jesus gesagt hat erzieht sie auch zum Gebetsleben. Innerhalb der gleichbleibenden Formen des Segens, des Bittens, der Fürbitte, der Danksagung und des Lobes erweckt der Geist neue Ausdrucksweisen.

Weil Gott das Herz des Menschen segnet, kann dieses seinerseits Gott segnen und preisen der die Quelle allen Segens ist.
Die Anbetung ist die erste Haltung des Menschen, der sich vor seinem Schöpfer als Geschöpf erkennt.
Das Bittgebet hat die Vergebung die Suche nach dem Reich Gottes sowie jedes echte Bedürfnis zum Gegenstand.
Das fürbittende Gebet besteht im Bitten zugunsten anderer. Es kennt keine Grenze und erstreckt sich auch auf Feinde.
Jede Freude und jede Not jedes Ereignis und jedes Bedürfnis können. Inhalt der Danksagung sein die an der Danksagung Christi teil hat und das ganze Leben erfüllen soll Dankt für alles (1 Thess 5 18).
Das ganz uneigennützige Lobgebet richtet .sich auf Gott Es preist ihn um seiner selbst willen es verherrlicht ihn nicht nur wegen seiner Taten sondern weil er ist.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 2644-2649

Das Geheimnis betrachten
Du hast mir geschrieben: »Beten ist Sprechen mit Gott. Aber wovon?« - Wovon? Von Ihm und von dir, von Freude und Kummer, von Erfolgen und Misserfolgen, von hohen Zielen und alltäglichen Sorgen... Von deinen Schwächen! Danksagungen und Bitten. Lieben und Sühnen.
Kurz, Ihn erkennen und dich erkennen: Beisammen sein!
Der Weg, 91

»Bete für mich« - sagte ich ihm, so wie ich es immer zu sagen pflege. Er fragte verwundert: »Wieso? Ist Ihnen etwas passiert?«
Ich musste ihm erklären, dass jedem von uns in jedem Augenblick etwas »passiert«, und ich fügte hinzu: Wo es an Gebet mangelt, da passiert noch mehr und da drücken die Dinge noch schwerer.
Die Spur des Sämanns, 479

Entschuldigt, dass ich darauf zurückkomme, aber es ist sehr wichtig, auf die einzelnen Schritte des Messias zu achten, denn Er ist gekommen, um uns den Weg zu zeigen, der zum Vater führt. Zusammen mit Ihm machen wir die Entdeckung, daß man auch den scheinbar unbedeutendsten Kleinigkeiten eine übernatürliche Dimension verleihen kann; wir werden, von ihm lernend, fähig, in jedem Augenblick des Lebens die Ewigkeit mitschwingen zu fühlen; wir vermögen tiefer zu begreifen, dass das Geschöpf Zeiten des vertrauten Gespräches mit Gott nötig hat, Zeiten, in denen wir Umgang mit Ihm haben, Ihn anflehen, Ihn lobpreisen, Ihm danken, Ihm zuhören oder einfach bei Ihm sind.
Freunde Gottes, 238
Geht uns alles leicht von der Hand: Danke, mein Gott! Kommt ein schwieriger Augenblick: Herr, verlass mich nicht!

Wenn wir Gott so suchen, verwandelt sich der ganze Tag in ein einziges Gespräch, innig und voller Vertrauen. Ich habe es sehr oft gesagt und geschrieben, aber ich wiederhole es jetzt noch einmal: durch sein eigenes Beispiel hat der Herr uns erkennen lassen, welches die einzig richtige Art des Umgangs mit Ihm ist: das immerwährende Gebet, vom Morgen bis zum Abend und vom Abend bis zum Morgen. Geht uns alles leicht von der Hand: Danke, mein Gott! Kommt ein schwieriger Augenblick: Herr, verlass mich nicht! Und dieser Gott, der sanftmütig und demütig von Herzen ist, Er wird unsere Bitten nicht verschmähen, wird nicht gleichgültig bleiben, denn Er hat gesagt: Bittet, und es wird euch gegeben; sucht und ihr werdet finden; klopft an, und es wird euch aufgetan.
Freunde Gottes, 247

Festigkeit soll das Wort Gottes in uns bewirken! Der Rat, den ich im Laufe meiner priesterlichen Arbeit immer wieder gegeben habe und den ich weiterhin gebe, ist keine Erfindung von mir. Er steht in der Heiligen Schrift, und von dort habe ich ihn übernommen: Herr, ich weiß nicht, wie ich mich an Dich wenden soll! Herr, lehre uns beten! Der liebende Beistand des Heiligen Geistes kommt uns dann zu Hilfe. Als Licht, als Feuer, als Sturmwind entzündet Er die Flamme und macht sie fähig, Brände der Gottesliebe zu entfachen.
Freunde Gottes, 244