StartseiteDokumentationFragen und Antworten Wir erleben Josemaría am Bett eines sterbenden Juden, der wohl ein Freund der Familie war. Handelt es sich um eine wahre Begebenheit aus seinem Leben?
Dokumentation
Zum Film "There be dragons"

Wir erleben Josemaría am Bett eines sterbenden Juden, der wohl ein Freund der Familie war. Handelt es sich um eine wahre Begebenheit aus seinem Leben?

Stichwörter: Tod, Jude, There be dragons
Frage von Franca – USA

Bei einer Szene des Films begegnet uns der hl. Josefmaria in Madrid am Sterbebett eines Bekannten, Honorio. Es handelt sich um einen Juden, der den Wunsch hatte, katholisch zu werden, aber aus Rücksicht vor seinen Eltern diesen Schritt nicht vollzogen hat.

In dieser Szene verarbeitet der Regisseur verschiedene historische Ereignisse aus dem Leben des hl. Josefmaria: einmal seine Sorge um die Kranken, denen er viele Jahre seines Lebens widmete, sowie sein Zusammentreffen mit Menschen aus dem Judentum oder anderen Religionsgemeinschaften. Immer war er offen, verständnisvoll und voll Respekt vor der Freiheit der Gewissen.

Joffé schafft eine erdachte Person jüdischen Glaubens (eine Erscheinung, die im spanischen Umfeld jener Zeit kaum anzutreffen ist) und zeigt, wie Josemaría sie kurz vor ihrem Tod betreut. Während Honorio das Shema Israel, betet stimmt Josefmaria ein Vater unser an.

In dieser Szene verarbeitet er gleichzeitig eine wirkliche Szene, die sich am 14. Februar 1975, dem Jahr seines Todes, in Venezuela zutrug. Es war in seinem letzten Jahr auf Erden. Während eines Beisammenseins wollte ihm ein Jude eine Frage stellen. Noch bevor er Zeit hatte sie zu formulieren, sagte der hl. Josefmaria:

- „Ich liebe die Juden sehr, denn ich liebe Jesus Christus, der ein Jude war – eigentlich müsste ich sagen, ist, denn es gilt: Jesus Christus gestern, heute und in Ewigkeit. Jesus Christus lebt, und er ist Jude wie du. Und die zweite Liebe meines Lebens ist eine Jüdin: die Muttergottes. So empfinde ich auch große Sympathie für dich!”

Auch wenn diese Szene nicht historisch ist, spiegelt sie doch gut die pastorale Arbeit des hl. Josefmaria wider, die er verständnisvoll, liebevoll und mit ganzem Einsatz ausführt. In diesem Sinn kann man sagen, dass sie, obwohl nicht so geschehen, doch einige wichtige Züge der Persönlichkeit des hl. Josefmaria genau nachzeichnet.

Ähnliches zeigt sich in einer Antwort, die er einem jüdischen Mädchen gab, die sich die Frage einer Konversion zum Katholizismus stellte. (Video: Vater, ich bin Jüdin)

Antwort von
José Miguel Cejas