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Fragen und Antworten zum Glauben

Warum wurde der Sohn Gottes Mensch?

Stichwörter: Lehre, Jesus Christus, Jahr des Glaubens
1. Warum wollte der Sohn Gottes Mensch werden?

Szene der Verkündigung durch den Erzengel Gabriel, Altarbild des Wallfahrtsortes Torreciudad (Huesca)
Szene der Verkündigung durch den Erzengel Gabriel, Altarbild des Wallfahrtsortes Torreciudad (Huesca)
Im Credo heißt es: „Ich glaube an Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria.“

Durch die Sünde unserer Stammväter hatten wir die Freundschaft mit Gott verloren, und der Himmel war für uns verschlossen. Aber Gott hat „uns geliebt und seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt“ (1 Joh 4, 10).
Jesus Christus hat Fleisch angenommen – er wurde Mensch – um uns zu retten und mit Gott zu versöhnen. „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat“ (Joh 3, 16). „Die Liebe Gottes wurde unter uns dadurch offenbart, daß Gott seinen eingeborenen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben“ (1 Joh 4, 9).
(Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 456-459)


Das Geheimnis betrachten
Schauen wir auf das Kind in der Krippe, das wir lieben. Schauen wir auf Es, wohlwissend aber, daß wir vor einem Geheimnis stehen. Wir müssen dieses Geheimnis durch den Glauben annehmen und, ebenfalls durch den Glauben, seinen Sinn vertiefen. Dazu ist die demütige Haltung nötig, die einer christlichen Seele eigen ist: nicht das Bestreben, die Größe Gottes auf die ärmliche Ebene menschlichen Begreifens und Deutens zu beschränken, sondern die Einsicht, daß dieses Geheimnis in seiner Dunkelheit Licht ist, das das Leben der Menschen erhellt.
Christus begegnen, 13

Die göttliche Liebe läßt die zweite Person der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, das Wort, den Sohn Gottes des Vaters unser Fleisch annehmen, das heißt unser Menschsein, die Sünde ausgenommen. Und dieses Wort Gottes est verbum spirans amorem, ist das Wort, aus dem die Liebe hervorgeht. Die Liebe offenbart sich uns in der Menschwerdung, in jenem erlösenden Wandel Christi auf Erden, der Ihn bis zum letzten Opfer am Kreuz führt.
Christus begegnen, 162

Jesus Christus, Deus Homo, Jesus Christus, Gott-Mensch. Dies ist eine der magnalia Dei, der Großtaten Gottes, die wir in Dankbarkeit vor dem Herrn betrachten müssen, der gekommen ist, Frieden auf Erden den Menschen guten Willens zu bringen - allen Menschen, die ihren Willen dem Willen Gottes gleichförmig machen wollen: nicht nur den Reichen und nicht nur den Armen, allen Menschen, allen Brüdern. Denn wir alle sind Brüder in Jesus, Kinder Gottes, Brüder Christi: seine Mutter ist unsere Mutter.
Christus begegnen, 13

Szene aus dem Weihnachtsgeschehen, Altarbild des Wallfahrtsortes Torreciudad (Huesca)
Szene aus dem Weihnachtsgeschehen, Altarbild des Wallfahrtsortes Torreciudad (Huesca)
2. Warum heißt er Jesus, Jesus Christus?

Der Katechismus greift die Aussagen der Heiligen Schrift über den Namen Jesu auf.
Der Name „Jesus“ bedeutet „Gott rettet“. Das Kind der Jungfrau Maria wird „Jesus“ genannt, „denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen“ (Mt 1, 21). „Es ist uns Menschen kein anderer Name
unter dem Himmel gegeben, durch den wir gerettet werden sollen“ (Apg 4, 12).
„Christus“ ist das griechische Wort für den hebräischen Ausdruck „Messias“, der „Gesalbter“ bedeutet. Zum Eigennamen Jesu wird es deshalb, weil Jesus die göttliche Sendung, die „Christus“ bedeutet, vollkommen erfüllt. „Christus“ bedeutet „Gesalbter“, „Messias“. Er war „der, der da kommen soll“ (Lk 7, 19), die „Hoffnung Israels“ (Apg 28, 20). Um Christ zu sein, muß man glauben, daß Jesus Christus der Sohn Gottes ist (Vgl. Apg 8, 37; 1 Joh 2, 23).
Christus entäußerte sich und wurde wie ein Sklave... Er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. Darum hat Ihn Gott über alle erhöht und Ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen.
(Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 436, 453-454

Das Geheimnis betrachten

Verliere die Scheu, den Herrn bei seinem Namen - Jesus - zu rufen und Ihm zu sagen, daß du Ihn liebst.
Der Weg, 303

Wie freute ich mich über die Lesung dieses Tages! Der Heilige Geist lehrt uns mit Worten des heiligen Paulus das Geheimnis der Unsterblichkeit und der Herrlichkeit. Wir Menschen - alle - sehnen uns nach Fortdauer.
Wir möchten die Augenblicke unseres Lebens, die wir glücklich nennen, verewigen. Wir möchten ihrem Gedächtnis einen nie verblassenden Glanz verleihen... Wir möchten unsere Ideale unsterblich machen. Deshalb ist es nur natürlich, daß wir alle, wenn Augenblicke scheinbarer Glückseligkeit unsere Verlassenheit mildern, sehnend ausrufen: Für immer, für immer!
Ausschnitt der szene der Kreuzigung, Altarbild des Wallfahrtsortes Torreciudad (Huesca)
Ausschnitt der szene der Kreuzigung, Altarbild des Wallfahrtsortes Torreciudad (Huesca)
Wie schlau ist der Teufel! Wie sehr kennt er unsere einfältige Natur. »Ihr werdet wie Gott sein«, sagte er zu unseren Stammeltern. Welch grausamer Betrug...
An einer Stelle des Philipperbriefes eröffnet uns der heilige Paulus das göttliche Geheimnis der Unsterblichkeit und der ewigen Herrlichkeit: Christus entäußerte sich und wurde wie ein Sklave... Er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. Darum hat Ihn Gott über alle erhöht und Ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu...

Im Feuer der Schmiede, 1021

3. Was bedeutet das Geheimnis der Menschwerdung?

Im Anschluß an die Sprechweise des hl. Johannes („Verbum caro factum est – das Wort ist Fleisch geworden“: Joh 1, 14) nennt die Kirche das Geschehnis, daß der Sohn Gottes eine menschliche Natur annahm, um in ihr unser Heil zu wirken, „Inkarnation“ [Fleisch- oder Menschwerdung].
Die Kirche bekennt so, daß Jesus untrennbar wahrer Gott und wahrer Mensch ist. Er ist wirklich der Sohn Gottes, Mensch geworden, unser Bruder, und dies ohne aufzuhören, Gott, unser Herr zu sein: „Er blieb, was er war, und nahm an, was er nicht war“, singt die römische Liturgie.
„Denn er, der Sohn Gottes, hat . . . mit menschlichen Händen . . . gearbeitet, mit menschlichem Geist gedacht, mit einem menschlichen Willen gehandelt, mit einem menschlichen Herzen geliebt. Geboren von Maria, der Jungfrau, ist er in Wahrheit einer aus uns geworden, in allem uns gleich außer der Sünde“. (GS 22, 2)
(Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 461-470)

Szene aus der Werkstatt Josefs in Nazareth, Altarbild des Wallfahrtsortes Torreciudad (Huesca)
Szene aus der Werkstatt Josefs in Nazareth, Altarbild des Wallfahrtsortes Torreciudad (Huesca)
Das Geheimnis betrachten
Als Maria ihr freies Ja zu den ihr vom Schöpfer geoffenbarten Absichten sprach, nahm das Wort Gottes die menschliche Natur an: eine vernünftige Seele und einen Leib, im reinsten Schoß Mariens. Die göttliche und die menschliche Natur vereinigten sich in der einen Person Jesu Christi. Er ist wahrer Gott und, von jener Stunde an, wahrer Mensch; Er ist der Eingeborene des Vaters von Ewigkeit her und, seit jenem Augenblick, da Er Mensch wurde, auch der wahre Sohn Mariens. Deshalb ist Unsere Liebe Frau die Mutter des menschgewordenen Wortes, der zweiten Person der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, die, für immer und unvermischt, die menschliche Natur angenommen hat.
Freunde Gottes, 274

Der Sohn Gottes hat Fleisch angenommen, Er, der perfectus Deus, perfectus homo , vollkommener Gott und vollkommener Mensch ist. In diesem Geheimnis verbirgt sich etwas, das die Christen in Unruhe versetzen müßte. Heute noch empfinde ich die Ergriffenheit von damals. Gern würde ich wieder Loreto besuchen, und in Gedanken gehe ich dorthin, um die Kindheit Jesu nachzuerleben, während ich dieses Hic verbum caro factum est betrachte.
Christus begegnen, 13

Szene der Kreuzigung, Altarbild des Wallfahrtsortes Torreciudad (Huesca)
Szene der Kreuzigung, Altarbild des Wallfahrtsortes Torreciudad (Huesca)
4. Ist es sinnvoll, die Bilder Jesu und die Krippe zu verehren und davor zu beten?

Da das Wort Fleisch wurde und eine wahre Menschennatur annahm, läßt sich das menschliche Antlitz Jesu „vor Augen stellen“ (Gal 3, 1). Auf dem siebten Ökumenischen Konzil3 hat die Kirche es als berechtigt anerkannt, Christus auf heiligen Bildern darzustellen.
Die Kirche hat auch von jeher anerkannt, daß wir „in der sichtbaren Gestalt des Erlösers den unsichtbaren Gott erkennen“ (MR, Präfation von Weihnachten). In der Tat bringen die individuellen Besonderheiten des Leibes Christi die göttliche Person des Gottessohnes zum Ausdruck. Dieser hat sich die Züge seines menschlichen Leibes so sehr zu eigen gemacht, daß sie in einer Abbildung auf einem heiligen Bild verehrt werden dürfen, denn der Gläubige, der sein Bild verehrt, „verehrt in ihm die Person des darin Abgebildeten“.
(Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 475-477)
In der Krippe von Bethlehem sagt Christus dir und mir, daß Er uns braucht; Er fordert uns auf zu einem christlichen Leben ohne Vorbehalte, zu einem Leben der Hingabe, der Arbeit, der Freude.

Das Geheimnis betrachten
Jede Weihnacht betrachte ich mit Freude die Figuren, die das Christuskind darstellen. Sie zeigen uns den Herrn, wie Er sich entäußert, und erinnern mich daran, daß Gott uns ruft, daß der Allmächtige sich uns hilfsbedürftig und von den Menschen abhängig zeigen wollte. In der Krippe von Bethlehem sagt Christus dir und mir, daß Er uns braucht; Er fordert uns auf zu einem christlichen Leben ohne Vorbehalte, zu einem Leben der Hingabe, der Arbeit, der Freude. Seht die Größe eines Kindes, das Gott ist; der Schöpfer des Himmels und der Erde ist sein Vater, und der Sohn liegt hier in einer Krippe, quia non erat eis locus in diversorio, denn es gab für den Eigentümer der Welt, für den Herrn alles Geschaffenen keinen anderen Platz auf Erden.
Christus begegnen, 18

Jedesmal, wenn ich vor der Krippe spreche, versuche ich, auf Christus, unseren Herrn zu schauen, wie Er in Windeln gewickelt auf Stroh liegt: obwohl noch ein Kind, das nicht sprechen kann, sehe ich in Ihm schon den Lehrer und Meister. Ich muß Ihn so betrachten, denn ich soll von Ihm lernen. Und dazu ist es nötig, sein Leben zu kennen, das Evangelium zu lesen, sich in das Geschehen des Neuen Testamentes hineinzuversetzen, um den göttlichen Sinn des Erdenwandels Jesu zu erfassen.
Christus begegnen, 14