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Fragen und Antworten zum Glauben

Wie empfange ich würdig die Eucharistie?

Stichwörter: Dankbarkeit, Eucharistie, Jesus Christus, Sakramente, Kommunion, Heilige Messe
Die Jünger von Emmaus, von  Caravaggio.
Die Jünger von Emmaus, von Caravaggio.
"Liebe Freunde, wir können dem Herrn nie genug danken für das Geschenk, das er uns mit der Eucharistie gemacht hat! Es ist ein sehr großes Geschenk, und daher ist es so wichtig, sonntags zur Messe zu gehen – zur Messe zu gehen, nicht nur, um zu beten, sondern um die Kommunion zu empfangen, dieses Brot, das der Leib Christi ist, der uns rettet, uns vergibt, uns mit dem Vater vereint. Es ist schön, das zu tun!"
Papst Franziskus, Audienz am 5. Februar 2014

1. Was bedeutet es, die Kommunion oder Eucharistie zu empfangen? Wer kann überhaupt kommunizieren?
Die Kommunion oder Eucharistie zu empfangen heißt, Christus selbst zu empfangen, den Sohn des lebendigen Gottes, der unter den sakramentalen Gestalten verborgen ist. Im heiligsten Sakrament der Eucharistie ist wahrhaft, wirklich und substanzhaft der Leib und das Blut zusammen mit der Seele und Gottheit unseres Herrn Jesus Christus und daher der ganze Christus enthalten. Diese Gegenwart wird nicht ausschlußweise ‚wirklich‘ genannt, als ob die anderen nicht ‚wirklich‘ seien, sondern vorzugsweise, weil sie substantiell ist; in ihr wird nämlich der ganze und unversehrte Christus, Gott und Mensch, gegenwärtig, wenn wir kommunizieren.

Daher muss man getauft sein und sich im Stand der Gnade befinden, um Christus in der Eucharistie zu empfangen. Wer sich einer schweren Sünde bewußt ist, darf ohne vorherige sakramentale Beichte nicht den Leib des Herrn empfangen.
Vgl. Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1374 u. 1385

Das Geheimnis betrachten
Wir werden den Herrn bald empfangen. Zu einem würdigen Empfang hochangesehener Menschen gehören Licht, Musik, festliche Kleidung; und wie erst müssen wir uns vorbereiten, um Christus in unsere Seele aufzunehmen? Haben wir schon einmal darüber nachgedacht, wie wir uns benehmen würden, wenn wir nur einmal in unserem Leben Christus empfangen könnten?
Während meiner Kindheit war die häufige Kommunion noch nicht verbreitet. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, mit welcher Sorgfalt man Körper und Seele auf ihren Empfang vorbereitete: Man zog den besten Anzug an, wusch und kämmte sich besonders gut und gebrauchte vielleicht sogar ein wenig Parfum...; lauter Aufmerksamkeiten von Menschen, die es verstehen zu lieben und feinfühlig und stark Liebe mit Liebe zu vergelten.
Christus begegnen, 91

Jesus hat in der Eucharistie bleiben wollen aus Liebe... dir zuliebe.
Er blieb im Sakrament, obwohl Er wußte, wie die Menschen Ihn empfangen würden..., auch wie du Ihn empfängst.
Er blieb, um dir Speise zu sein, um mit dir sprechen zu können, wenn du Ihn aufsuchst. Und damit durch die Nähe zu Ihm im Gebet vor dem Tabernakel und bei der Kommunion deine Liebe zu Ihm immer mehr wächst und du dazu beiträgst, daß viele Menschen Ihn finden.
Im Feuer der Schmiede, 887

2. Warum ist es wichtig, die Kommunion zu empfangen?
Der Herr selbst richtet an uns die drängende Einladung, ihn im Sakrament zu empfangen: "Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch" (Joh 6, 53).

Die Kommunion vertieft unsere Vereinigung mit Christus. Der Empfang der Eucharistie in der Kommunion bringt als Hauptfrucht die innige Vereinigung mit Christus Jesus. Was die leibliche Speise in unserem leiblichen Leben, bewirkt die Kommunion auf wunderbare Weise in unserem geistlichen Leben. Die Kommunion mit dem Fleisch des auferstandenen Christus, „das durch den Heiligen Geist lebt und Leben schafft", bewahrt, vermehrt und erneuert das in der Taufe erhaltene Gnadenleben. Damit das christliche Leben wächst, muß es durch die eucharistische Kommunion, das Brot unserer Pilgerschaft, genährt werden bis zur Todesstunde, in der es uns als Wegzehrung gereicht wird.
Die Kommunion vertieft an erster Stelle unsere Vereinigung mit Christus.

Die Kommunion trennt uns von der Sünde. Der Leib Christi, den wir in der Kommunion empfangen, ist „für uns hingegeben", und das Blut, das wir trinken, ist „vergossen worden für die Vielen zur Vergebung der Sünden". Darum kann uns die Eucharistie nicht mit Christus vereinen, ohne uns zugleich von den begangenen Sünden zu reinigen und vor neuen Sünden zu bewahren. Wie die leibliche Nahrung dazu dient, die verbrauchten Kräfte wiederherzustellen, so stärkt die Eucharistie die Liebe, die im täglichen Leben zu erlahmen droht. Diese neubelebte Liebe tilgt die läßlichen Sünden. Wenn Christus sich uns schenkt, belebt er unsere Liebe und gibt uns Kraft, mit ungeordneten Anhänglichkeiten an Geschöpfe zu brechen und uns in ihm zu verwurzeln.

Durch diese Liebe, die die Eucharistie in uns entzündet, bewahrt sie uns vor zukünftigen Todsünden. Je mehr wir am Leben Christi teilhaben und je weiter wir in seiner Freundschaft fortschreiten, desto geringer wird die Gefahr sein, sich durch eine Todsünde von ihm zu trennen. Zur Vergebung von Todsünden ist aber nicht die Eucharistie bestimmt, sondern das Bußsakrament. Die Eucharistie ist das Sakrament derer, die in der vollen Gemeinschaft der Kirche stehen, das heißt, im Stand der Gnade sind.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1391-1395

Das Geheimnis betrachten
Als jener Priester die Kommunion austeilte, hätte er am liebsten ausgerufen: Ich reiche dir die Glückseligkeit!
Im Feuer der Schmiede, 267

Innerlich kalt empfingst du früher die Kommunion. Du achtetest kaum auf den Herrn, jede Kleinigkeit lenkte dich ab. - Jetzt aber steht dir vor Augen - in deinem vertrauten Gespräch mit Gott -, daß die Engel dabei anwesend sind. Dein Verhalten ist nun anders geworden, denn du denkst: So dürfen sie mich nicht sehen!
Diesmal ist dir deine Sorge: »Was wird man von mir sagen?« zum Guten ausgeschlagen. Du hast einen kleinen Schritt auf die Liebe zu getan.
Die Spur des Sämanns, 694

3. Wie soll man sich auf den Kommunionempfang vorbereiten?
Um dieser Einladung zu entsprechen, müssen wir uns auf diesen so hohen, so heiligen Moment vorbereiten. Der hl. Paulus fordert zu einer Gewissenserforschung auf: „Wer unwürdig von dem Brot ißt und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn. Jeder soll sich selbst prüfen; erst dann soll er von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken. Denn wer davon ißt und trinkt, ohne zu bedenken, daß es der Leib des Herrn ist, der zieht sich das Gericht zu, indem er ißt und trinkt" (1 Kor 11,27-29). Wer sich einer schweren Sünde bewußt ist, muß das Sakrament der Buße empfangen, bevor er die Kommunion empfängt.

Angesichts der Größe dieses Sakramentes kann sich der Gläubige nur demütig und in festem Glauben das Wort des Hauptmanns zu eigen machen: „Herr, ich bin nicht würdig, daß du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund." Um sich auf den Empfang dieses Sakramentes richtig vorzubereiten, werden die Gläubigen das in ihrer Kirche vorgeschriebene Fasten beobachten, welches sie verpflichtet, sich innerhalb eines Zeitraums von wenigstens einer Stunde vor der Kommunion aller Speisen und Getränke mit Ausnahme von Wasser und Arznei zu enthalten. In der Haltung (Gesten, Kleidung) werden sich die Ehrfurcht, die Feierlichkeit und die Freude äußern, die diesem Moment entsprechen, in dem Christus unser Gast wird.
Vgl. Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1384-1387

Das Geheimnis betrachten
Ähnlich wie man ein Staatsoberhaupt dieser Erde empfängt - mit viel Pracht, viel Licht und festlicher Kleidung -, müssen wir den Herrn in der Eucharistie empfangen - nur noch feierlicher!
Fragst du mich, was Sauberkeit, Schmuck und Licht in diesem Falle bedeuten, so antworte ich dir: Lauterkeit in deinen Sinnen, in jedem einzelnen, Schmuck in jedem einzelnen deiner geistigen Vermögen und Licht in deiner ganzen Seele.
Im Feuer der Schmiede, 834

Hast du schon einmal darüber nachgedacht, wie du dich auf den Empfang der Eucharistie vorbereiten würdest, wenn du nur ein einziges Mal im Leben kommunizieren könntest?
Danken wir Gott, weil Er es uns so leicht macht, uns Ihm zu nähern! Danken wir Ihm, indem wir uns sehr gut darauf vorbereiten, Ihn in der heiligen Kommunion zu empfangen.
Im Feuer der Schmiede, 828

4.Wann ist es angebracht zu kommunizieren?
Es entspricht dem Sinn der Eucharistie, daß die Gläubigen, falls sie die Voraussetzungen erfüllen, jedesmal kommunizieren, wenn sie an der Messe teilnehmen.

Hast du schon einmal darüber nachgedacht, wie du dich auf den Empfang der Eucharistie vorbereiten würdest, wenn du nur ein einziges Mal im Leben kommunizieren könntest?
Die Kirche verpflichtet die Gläubigen, „an den Sonn- und Feiertagen der Göttlichen Liturgie ... beizuwohnen" und, durch das Bußsakrament darauf vorbereitet, wenigstens einmal im Jahr die Eucharistie zu empfangen, wenn möglich in der österlichen Zeit. Die Kirche empfiehlt jedoch den Gläubigen nachdrücklich, die heilige Eucharistie an den Sonn- und Feiertagen oder noch öfter, ja täglich zu empfangen.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1388 u. 1389

Ds Geheimnis betrachten
Kommuniziere. - Das ist kein Mangel an Ehrfurcht. - Kommuniziere gerade heute, da du soeben dieser Schlinge entronnen bist.
Vergißt du Jesu Worte: Nicht die Gesunden bedürfen des Arztes, sondern die Kranken?
Der Weg, 536

Laß deinen Glauben an die heilige Eucharistie immer mehr wachsen. - Wie unaus-sprechlich staunenerregend ist doch diese Wirklichkeit! Gott ist unter uns, wir können uns jeden Tag mit Ihm vereinen und, wenn wir wollen, mit Ihm vertraute Gespräche führen: wie mit einem Freund, mit einem Bruder, mit dem Vater - mit der Liebe.
Im Feuer der Schmiede, 268

5.Was soll man nach dem Empfang der Kommunion angemessenerweise tun?
Es ist ratsam, nach der Kommunion einige Minuten zu verweilen, um Jesus für seine reale Gegenwart in unserer Seele zu danken. Dieses Zeichen des Respekts und der Liebe kann jeder auf seine persönliche Weise nutzen.

Das letzte Abendmahl, von Giotto
Das letzte Abendmahl, von Giotto
Das Geheimnis betrachten
Das christliche Leben entfaltet sich nicht nach starren Richtlinien; denn der Heilige Geist lenkt die Menschen nicht kollektiv, sondern Er schenkt jedem einzelnen jene Vorsätze, Eingebungen und Regungen, die ihm helfen werden, den Willen des Vaters zu erkennen und zu erfüllen. Ich denke jedoch, daß oft während der Danksagung nach der heiligen Messe der Kern unseres Gespräches mit Christus der Gedanke sein kann, daß für uns der Herr König, Arzt, Lehrer und Freund ist.
Christus begegnen, 92

Er ist König und will in unseren Herzen, den Herzen der Kinder Gottes, herrschen. Denken wir aber nicht an eine Herrschaft wie unter Menschen, so als wolle Christus uns beherrschen, noch sucht Er sich aufzudrängen, denn Er ist nicht gekommen, sich bedienen zu lassen, sondern zu dienen

Seine Herrschaft ist der Frieden, die Freude, die Gerechtigkeit. Christus, unser König, erwartet von uns nicht leere Beteuerungen, sondern Taten, denn nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Himmelreich eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut, der wird eingehen

Er ist Arzt und heilt unseren Egoismus, wenn wir seine Gnade bis ins tiefste unserer Seele eindringen lassen. Jesus hat uns gemahnt, daß die schlimmste Krankheit die Heuchelei ist, jener Stolz, der uns dazu bringt, die eigenen Sünden zu verhehlen. Beim Arzt ist eine absolute Aufrichtigkeit unerläßlich; es gilt, die Wahrheit lückenlos aufzudecken und zu sagen: Domine, si vis, potes me mundare, Herr, wenn Du willst - und Du willst immer -, kannst Du mich heilen. Du kennst meine Gebrechen; ich spüre diese Symptome, ich leide an jenen Schwächen; und wir zeigen Ihm einfach unsere Geschwüre und auch den Eiter, wenn es ihn gibt. Herr, Du hast ja so viele Menschen geheilt: Laß mich Dich als göttlichen Arzt erkennen, wenn ich Dich im Herzen habe oder Dich im Tabernakel anbete.

Er ist Lehrer einer Wissenschaft, die nur Er beherrscht: die Wissenschaft der grenzenlosen Liebe zu Gott und, in Gott, zu allen Menschen. In der Schule Christi lernen wir, daß unser Dasein nicht uns gehört: Er gab sein Leben für alle Menschen hin, und wenn wir Ihm nachfolgen, müssen wir begreifen, daß wir nicht egoistisch unser Leben für uns behalten, noch der Not der anderen aus dem Wege gehen dürfen. Unser Leben haben wir von Gott, und wir müssen es in seinem Dienst einsetzen, indem wir uns großzügig um die Menschen kümmern und ihnen mit Wort und Beispiel die Tragweite der christlichen Lehre zeigen.

Jesus erwartet, daß wir aufrichtig wünschen, uns diese Wissenschaft anzueignen, damit Er auch an uns die Worte richten kann: Wen dürstet, der komme zu mir und trinke . Und wir antworten: Lehre uns, uns selbst zu vergessen, damit wir an Dich und an alle Menschen denken. So wird uns der Herr mit seiner Gnade voranbringen, ähnlich wie da-mals, als wir - noch kleine Kinder - schreiben lernten: Erinnert ihr euch noch, wie der Leh-rer uns die Hand führte? Und wir werden uns immer mehr daran freuen, unseren Glauben, dieses Geschenk Gottes, durch unmißverständliche Züge einer christlichen Lebensführung, an denen alle Menschen die Großtaten Gottes ablesen können, bekannt zu machen.

Christus ist ein Freund, der Freund. Vos autem dixi amicos, sagt Er. Er nennt uns Freunde, Er, der den ersten Schritt getan hat; Er, der uns zuerst geliebt hat. Dennoch drängt Er uns seine Liebe nicht auf: Er bietet sie uns an und stellt seine Freundschaft deutlich unter Beweis: Eine größere Liebe hat niemand, als wer sein Leben hingibt für seine Freunde. Er war der Freund des Lazarus und weinte um ihn, als Er sah, daß er tot war: und Er erweckte ihn auf. Wenn Er uns kalt und lustlos sieht oder vielleicht sogar in unserem Innenleben so erstarrt, daß es abzusterben droht, dann wird sein Weinen für uns Leben sein: Ich befehle dir, mein Freund, steh auf und gehe, laß dieses Leben, das kein Leben ist, hinter dir.
Christus begegnen, 93