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Fragen und Antworten zum Glauben

Was ist eigentlich eine Wallfahrt?

Stichwörter: Kirche, Muttergottes
Das deutsche Wort „Wallfahrt“ beinhaltet einen Pilgerweg zu einem bestimmten Ort, meist zu Fuß. Im Spanischen hängt das Wort „romería“ damit zusammen, dass die ersten Pilgerfahrten der Christen Rom zum Ziel hatten. Später kamen Jerusalem und Santiago de Compostela und über ganz Europa verstreute Wallfahrtsorte hinzu. Eine Wallfahrt wird traditionsgemäß zu einem solchen Ort oder einem besonderen Heiligtum gemacht.

Eine Wallfahrt ist z. B. ein Besuch eines  Marienheiligtums. Auf dem sieht man Unsere Liebe Frau von  Einsiedeln (Schweiz)
Eine Wallfahrt ist z. B. ein Besuch eines Marienheiligtums. Auf dem sieht man Unsere Liebe Frau von Einsiedeln (Schweiz)
Im Monat Mai, den die Kirche Maria weiht, werden von vielen Pfarreien und Gruppen Wallfahrten zu marianischen Heiligtümern organisiert, um ihr dadurch unsere Verehrung zu bezeugen.

Der hl. Josefmaria war durchaus beeindruckt von den großen Wallfahrten, echte Zeichen der Liebe vieler Menschen zu Maria. Er selbst jedoch hatte eine Vorliebe für Wallfahrten im privaten Stil, allein oder in kleinen Gruppen von zwei oder drei Personen. „Ich respektiere und schätze jene öffentlichen Erweise der Frömmigkeit, aber ich ziehe es vor, Maria durch persönliche Besuche oder in kleinen Gruppen dieselbe Liebe und Begeisterung zu erweisen - in der Stille und Abgeschiedenheit persönlicher Hingabe“ (Christus begegnen, 139).

Im Jahr 1935 machte der Gründer des Opus Dei einen ersten Besuch dieser Art im Heiligtum von Sonsoles in der Nähe von Avila. Danach legte er fest, dass alle Gläubigen der Prälatur als Zeichen unserer Liebe zur Muttergottes jedes Jahr im Mai eine Wallfahrt zu einem ihr geweihten Heiligtum machen oder zu einem Ort, wo ein Marienbild verehrt wird. Seiher hat sich dieser Brauch unter zahlreichen Menschen, die in Kontakt mit seiner Botschaft gekommen sind, verbreitet.

Die Maiwallfahrt ist ein Besuch bei Maria, den man ihr mit kindlicher Liebe abstattet. Der hl. Josefmaria machte es so: Er betete drei Teile des Rosenkranzes, einen auf dem Hinweg; einen – normalerweise den des Wochentages, gefolgt von der Litanei – vor der Marienstatue oder dem Bild selbst, das er besuchen wollte; und den dritten auf dem Rückweg.

Bei diesem Besuch bietet sich normalerweise auch die Möglichkeit, der Gottesmutter kleine Opfer für eigene oder fremde Anliegen und die der Kirche anzubieten: wenigstens den letzten Teil des Weges zu Fuß zurückzulegen; freudig die Unannehmlichkeiten des Weges oder das jeweilige Wetter mit Hitze oder Regenschauern anzunehmen; auf den kleinen Imbiss, der für Spaziergänge und Ausflüge normal ist, zu verzichten, usw.

Die Maiwallfahrt hat einen eminent apostolischen Charakter. Der hl. Josefmaria ermunterte dazu, sie in Begleitung von Freunden oder Verwandten zu machen und den gemeinsamen Weg zu nutzen, ihnen zu helfen, in ihrem christlichen Leben einen Schritt nach vorn zu tun.

„Vielen Bekehrungen, vielen Entscheidungen zur Hingabe im Dienst Gottes ist eine Begegnung mit Maria vorausgegangen. Unsere Herrin hat unser Suchen unterstützt, hat die Unruhe der Seele in mütterlicher Sorge geschürt und hat uns nach einem anderen, einem neuen Leben verlangen lassen" (Christus begegnen, 149).

"Ein besonderer Hinweis auf die Mutterschaft Mariens – sagte der der heilige Johannes Paul II. in Fatima – sind die Orte, wo sie den Menschen begegnet, die Häuser, in denen sie lebt, kurz, Orte einer besonderen Gegenwart der Mutter. An allen diesen Orten erfüllt sich in wunderbarer Weise das einzigartige Testament des gekreuzigten Herrn. Dort wird der Mensch Maria anvertraut, dorthin geht er in aller Eile, um ihr wie der eigenen Mutter zu begegnen; er öffnet ihr sein Herz und erzählt ihr alles; er nimmt sie in sein Haus auf, das heißt er lässt sie an allen seinen Schwierigkeiten teilhaben."