Fragen und Antworten zum Glauben

Was ist die Kirche?

Stichwörter: Kirche, Papst, Jahr des Glaubens
1. Was ist die Kirche?
Das Wort Kirche bedeute „Volksversammlung" Dieser Ausdruck wird in der griechischen Übersetzung des Alten Testaments des öftern für die Versammlung des auserwählten Volkes vor Gott verwendet, vor allem für die Versammlung am Sinai, wo Israel das Gesetz erhielt und von Gott zu seinem heiligen Volk gemacht wurde [Vgl. Ex 19]. Die christliche Urgemeinde sah sich als Nachfolgerin dieser Versammlung und nannte sich deshalb Kirche. In der Kirche ruft Gott von allen Enden der Erde sein Volk zusammen.

Im christlichen Sprachgebrauch bezeichnet „Kirche" die liturgische Versammlung [Vgl. 1 Kor 11,18;14,19.28.34.35], aber auch die Ortsgemeinde [Vgl. 1 Kor 1,2; 16,1] oder die gesamte Gemeinschaft der Gläubigen [Vgl. 1 Kor 15,9; Gal 1,13; Phil 3,6]. Diese drei Bedeutungen lassen sich nicht voneinander trennen. Die „Kirche" ist das Volk, das Gott in der ganzen Welt versammelt. Sie besteht in den Ortsgemeinden und verwirklicht sich als liturgische, vor allem als eucharistische Versammlung. Sie lebt aus dem Wort und dem Leib Christi und wird dadurch selbst Leib Christi.
Katechismus der Katholischen Kirche, 751-752

Blick auf den Petersplatz in Rom
Blick auf den Petersplatz in Rom
Das Geheimnis betrachten
Das Wichtigste in der Kirche ist nicht der Blick für die Antwort der Menschen, sondern der Blick für das Handeln Gottes. Die Kirche ist Christus unter uns, sie ist Gott, der auf die Menschheit zugeht, um sie dadurch zu heilen, daß Er uns mit seiner Offenbarung ruft, mit seiner Gnade heiligt und uns erhält durch seinen immerwährenden Beistand in den kleinen und großen Kämpfen des Alltags.
Christus begegnen, 131

Menschen verschiedener Länder und Rassen, aus unterschiedlichen Lebensumständen und Berufen... Wenn du mit ihnen über Gott sprichst, verspürst du hautnah den menschlichen und übernatürlichen Wert deiner Berufung als Apostel. Es ist, als ob du das Wunder jener ersten Verkündigung der Jünger Christi in seiner vollen Wirklichkeit abermals erlebtest: Die Botschaft von einem neuen Weg, verkündet in einer fremden Sprache, wird von jedem Hörer in seiner Muttersprache verstanden und dringt in die Tiefe seines Herzens.
Und du begreifst, daß das Geschehen von einst wiederum Wirklichkeit wird: »Parther, Meder und Elamiter...« - sie alle haben sich voller Freude Gott genähert.
Die Spur des Sämanns, 186

2. Warum entstand die Kirche?
„Der ewige Vater hat die gesamte Welt nach dem völlig freien und verborgenen Ratschluß seiner Weisheit und Güte erschaffen; er hat beschlossen, die Menschen zur Teilhabe am göttlichen Leben zu erheben", zu dem er in seinem Sohn alle Menschen beruft. „Die aber an Christus glauben, beschloß er in der heilige Kirche zusammenzurufen."

Diese „Familie Gottes" wird nach dem Ratschluß des Vaters im Lauf der Menschheitsgeschichte schrittweise gebildet und verwirklicht. Die Kirche wurde nämlich „schon seit dem Ursprung der Welt vorausgestaltet, in der Geschichte des Volkes Israel und im Alten Bund auf wunderbare Weise vorbereitet, in den letzten Zeiten gegründet und durch die Ausgießung des Geistes offenbart" und wird „am Ende der Zeiten in Herrlichkeit vollendet werden" (LG 2).
Katechismus der Katholischen Kirche, 759

Das Geheimnis betrachten
Lieben wir den Herrn, unseren Gott; lieben wir seine Kirche. Ihn wie einen Vater, sie wie eine Mutter. (…) Wozu nützt es, den Vater nicht zu beleidigen, wenn dieser die Mutter, die ihr doch beleidigt, rächen wird? (Augustinus.Enarrationes in psalmos, 88, 2, 14 [PL37, 1140]) Und der heilige Cyprian erklärt in prägnanter Weise: Wer Gott nicht zum Vater hat, kann die Kirche nicht zur Mutter haben (Cyprian, De catholicae Ecclesiae unitate, 6 [PL 4, 502]).
Liebe zur Kirche, 13
Die Kirche ist göttlich, ihr einziges Ziel das Heil der Seelen. Suchen wir die Nähe des Herrn, sprechen wir mit Ihm im Gebet von Angesicht zu Angesicht, bitten wir Ihn um Vergebung für unsere eigenen Erbärmlichkeiten

Ganz das Gleiche gilt für das Leben der Institutionen und in besonderer Weise für das Leben der Kirche, der ja nicht beschränkte, menschliche Pläne zu Grunde liegen, sondern der Ratschluß Gottes. Die Erlösung, das Heil der Welt, ist die Frucht der liebevollen und kindlichen Treue Christi zum Willen des himmlischen Vaters, der ihn gesandt hat.
Gespräche, 1

Die Kirche ist göttlich, ihr einziges Ziel das Heil der Seelen. Suchen wir die Nähe des Herrn, sprechen wir mit Ihm im Gebet von Angesicht zu Angesicht, bitten wir Ihn um Vergebung für unsere eigenen Erbärmlichkeiten, sühnen wir für unsere Sünden und für die Sünden aller Menschen: auch für die Sünden der vielen, die sich inmitten einer derartigen Verwirrung vielleicht nicht darüber im klaren sind, daß sie Gott schwer beleidigen.
Liebe zur Kirche, 17

3.Wer hat die Kirche gegründet??
Aufgabe des Sohnes und Grund seiner Sendung ist es, in der Fülle der Zeiten den Heilsratschluß seines Vaters zu verwirklichen‘. „Denn der Herr Jesus machte den Anfang seiner Kirche, indem er die frohe Botschaft verkündete, nämlich die Ankunft des Reiches Gottes, das von alters her in den Schriften verheißen war" (LG 5). Um den Willen des Vaters zu erfüllen, gründete Christus auf Erden das Himmelreich. Die Kirche ist „das im Mysterium schon gegenwärtige Reich Christi" (LG 3).

„Dieses Reich aber leuchtet im Wort, in den Werken und in der Gegenwart Christi den Menschen auf" (LG 5). Die das Wort Jesu annehmen, „haben das Reich selbst angenommen". Die Kirche ging jedoch vor allem aus der Ganzhingabe Christi für unser Heil hervor, die in der Einsetzung der Eucharistie vorweggenommen und am Kreuz in die Tat umgesetzt wurde. „Der Anfang und das Wachstum [der Kirche werden zeichenhaft angedeutet durch Blut und Wasser, die aus der geöffneten Seite des gekreuzigten Christus heraustreten" (LG 3).
Katechismus der Katholischen Kirche,764; 766

Das Geheimnis betrachten
Christus hat seiner Kirche die sichere Lehre, den Gnadenstrom der Sakramente gegeben. Er hat es so gefügt, daß es Menschen gibt, die uns den Weg weisen, uns leiten und uns ständig an den rechten Weg erinnern. Uns steht ein unendlicher Wissensschatz zur Verfügung: das Wort Gottes, das die Kirche bewahrt; die Gnade Christi, die in den Sakramenten ausgespendet wird; das Zeugnis und das Beispiel jener, die ein aufrechtes Leben führen und es verstanden haben, einen Weg der Treue zu Gott einzuschlagen.
Wie in der Apostelgeschichte berichtet wird, sind die zwölf Apostel das offensichtlichste Zeichen des Willens Jesu bezüglich der Existenz und der Aufgabe der Kirche
Christus begegnen, 34

Werde mit jedem Tag mehr »römisch«. Liebe dieses wunderbare Merkmal, das die Söhne und Töchter der allein wahren Kirche schmückt. So hat es Jesus Christus gewollt.
Im Feuer der Schmiede, 586

Christus lebt in seiner Kirche. »Ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, daß ich hingehe. Denn wenn ich nicht hingehe, kommt der Beistand nicht zu euch; wenn ich aber hingehe, werde ich Ihn euch senden« . Das war der Plan Gottes: Durch seinen Tod am Kreuz gab Christus uns den Geist der Wahrheit und des Lebens. Christus lebt fort in seiner Kirche, in ihren Sakramenten, in ihrer Liturgie, in ihrer Verkündigung, in all ihrem Tun.
Christus begegnen, 102

4.Wie wird die Sendung Christi im Laufe der Geschichte weiter geführt?
Der Herr Jesus gab seiner Gemeinschaft eine Struktur, die bis zur Vollendung des Reiches bleiben wird. An erster Stelle steht die Wahl der Zwölf mit Petrus als ihrem Haupt. Sie repräsentieren die zwölf Stämme Israels und sind somit die Grundsteine des neuen Jerusalem. Die Zwölf und die weiteren Jünger haben an der Sendung Christi, an seiner Gewalt, aber auch an seinem Schicksal teil. Durch alle diese Akte gründet Christus die Kirche und baut sie auf.
Katechismus der Katholischen Kirce, 765
Christus übeergibt Petrus die Schlüssel der Kirche; ein Werk von Perugino.
Christus übeergibt Petrus die Schlüssel der Kirche; ein Werk von Perugino.

Wie in der Apostelgeschichte berichtet wird, sind die zwölf Apostel das offensichtlichste Zeichen des Willens Jesu bezüglich der Existenz und der Aufgabe der Kirche, die Garantie dafür, dass es keinen Gegensatz zwischen Christus und der Kirche gibt, sie vielmehr trotz der Sünden der Glieder der Kirche nicht zu trennen sind.

Die Apostel waren sich aufgrund ihres von Jesus empfangenen Auftrags bewusst, dass ihre Sendung für immer gegeben war. Daher sorgten sie dafür, Nachfolger zu finden, so dass die ihnen anvertraute Aufgabe nach ihrem Tod weiter geführt wurde. So bezeugt es der Text der Apostelgeschichte. Durch ihr apostolisches Amt hinterließen sie eine strukturierte Gemeinschaft unter der Führung der autorisierten Hirten, die sie aufbauen und in der Einheit mit Christus und dem Heilige Geist erhalten, in der alle Menschen gerufen sind, die vom Vater angebotene Erlösung zu erfahren.

Das Geheimnis betrachten
Aber was ist die Kirche? Wo ist die Kirche? Benommen und verwirrt erhalten viele Christen keine sichere Antwort auf diese Fragen und verfallen vielleicht auf den Gedanken, daß die Antworten, die das Lehramt Jahrhunderte hindurch gegeben hat - und die die guten Katechismen mit einer das Wesentliche erfassenden Genauigkeit und Einfachheit wiedergaben -, überholt sind und durch neue ersetzt werden müssen. (…)

Sie irren sich. Die Kirche ist heute dieselbe, die Christus gestiftet hat, und sie kann keine andere sein. Die Apostel und ihre Nachfolger sind Stellvertreter Gottes für die Regierung der Kirche, die auf den Glauben und auf die Sakramente des Glaubens gegründet ist. Und so wie es ihnen nicht gestattet ist, eine andere Kirche zu stiften, dürfen sie auch keinen anderen Glauben verkünden oder andere Sakramente einsetzen; denn es heißt, daß die Kirche durch die Sakramente, die aus der Seite des am Kreuz hängenden Christus geflossen sind, gebildet worden ist (Thomas von Aquin, S.Th. III, q 64, a 2, ad 3).

Die Kirche muß an jenen vier Merkmalen erkannt werden können, die im Glaubensbekenntnis eines der ersten Konzilien zum Ausdruck gebracht werden und die wir im Credo der Messe betend wiederholen. Sie ist die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche (Konstantinopolitanisches Glaubensbekenntnis, DS 150 [86]). Das sind die Wesenseigenschaften der Kirche, die sich aus ihrer Natur, wie Christus sie gewollt hat, ableiten. Und als Wesenseigenschaften sind sie auch Merkmale, Zeichen, die sie von allen anderen menschlichen Gemeinschaften unterscheiden, selbst wenn in diesen der Name Christi ausgesprochen wird.
Liebe zur Kirche, 19

5. Wer bildet die Kirche?
In seinen Briefen bezeichnet der hl. Paulus die Kirche als «Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes, aufgebaut auf das Fundament der Apostel und Propheten; der Schlussstein ist Christus Jesus selbst» (Epheser 2,19-20).

„Gläubige sind jene, die durch die Taufe Christus eingegliedert, zum Volke Gottes gemacht und dadurch auf ihre Weise des priesterlichen, prophetischen und königlichen Amtes Christi teilhaft geworden sind; sie sind gemäß ihrer je eigenen Stellung zur Ausübung der Sendung berufen, die Gott der Kirche zur Erfüllung in der Welt anvertraut hat" (CIC, can. 204, § 1) [Vgl. LG 31].

„Unter allen Gläubigen besteht, und zwar aufgrund ihrer Wiedergeburt in Christus, eine wahre Gleichheit in ihrer Würde und Tätigkeit, kraft der alle je nach ihrer eigenen Stellung und Aufgabe am Aufbau des Leibes Christi mitwirken" (CIC, can. 208) [Vgl. LG 32].
Das Christsein, der Empfang der Taufe, darf nicht als etwas Gleichgültiges angesehen werden, das keine besondere Beachtung ver-dient; es muß tief und beglückend das Bewußtsein des Getauften prägen
Katechismus der Katholischen Kirche, 871-872

Das Geheimnis betrachten
Der Anruf Gottes, das Siegel der Taufe und die Gnade bewirken, daß jeder Christ den Glauben voll und ganz verwirklichen kann und muß. Jeder Christ muß unter den Menschen alter Christus, ipse Christus (ein anderer Christus, Christus selbst) sein. Der Heilige Vater hat es unmißverständlich ausgesprochen: »Wir müssen der Tatsache, daß wir getauft und durch dieses Sakrament dem mystischen Leibe Christi, der Kirche, eingepflanzt sind, ihre volle Bedeutung wiedergeben. (...) Das Christsein, der Empfang der Taufe, darf nicht als etwas Gleichgültiges angesehen werden, das keine besondere Beachtung ver-dient; es muß tief und beglückend das Bewußtsein des Getauften prägen.«
Gespräche, 58

Auch ihr werdet euch dabei sicherlich mehr zur Kirche gehörig fühlen, mehr als Brüder all eurer Brüder, die in diesen Tagen in vielfältiger Weise ihrer Zuneigung zu Maria Ausdruck geben.
Wie bei einem Familienfest finden sich die älteren Brüder, die durch die Umstände des Lebens voneinander getrennt wurden, wieder bei ihrer Mutter ein. Und wenn sie auch hin und wieder Streit hatten und einander unfreundlich behandelten: an diesem Tag fühlen sie sich einig, an diesem Tag finden sie zueinander in gegenseitiger Zuneigung.
Christus begegnen, 139

6. Muss man zur Kirche gehören, um gerettet zu werden?
Das griechische Wort „mysterion" [Geheimnis] wurde auf lateinisch durch zwei Ausdrücke wiedergegeben durch „mysterium" und „sacramentum". In der späteren Deutung drückt der Begriff „sacramentum" mehr das sichtbare Zeichen der verborgenen Heilswirklichkeit aus, die mit dem Begriff „mysterium" bezeichnet wird. In diesem Sinn ist Christus selbst das Heilsmysterium: „Das Mysterium Gottes ist nichts anderes als Christus". Das Heilswerk seiner heiligen und heiligenden Menschennatur ist das Heilssakrament, das sich in den Sakramenten der Kirche (die von den Ostkirchen auch als „die heiligen Mysterien" bezeichnet werden) bekundet und in ihnen wirkt. Die sieben Sakramente sind die Zeichen und Werkzeuge, durch die der Heilige Geist die Gnade Christi, der das Haupt ist, in der Kirche, die sein Leib ist, verbreitet. Die Kirche enthält und vermittelt also die unsichtbare Gnade, die sie bezeichnet. In diesem analogen Sinn wird sie „Sakrament" genannt.

„Die Kirche ist in Christus gleichsam das Sakrament, das heißt Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott und für die Einheit des ganzen Menschengeschlechts" (LG 1). Das erste Ziel der Kirche ist, das Sakrament der tiefen Vereinigung der Menschen mit Gott zu sein. Weil die Gemeinschaft unter den Menschen in der Vereinigung mit Gott wurzelt, ist die Kirche auch das Sakrament der Einheit des Menschengeschlechtes. In ihr hat diese Einheit schon begonnen, denn sie sammelt Menschen „aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen" (Offb 7,9). Gleichzeitig ist die Kirche „Zeichen und Werkzeug" des vollen Zustandekommens dieser noch ausstehenden Einheit.

Als Sakrament ist die Kirche Werkzeug Christi. Die Kirche ist in den Händen Christi „Werkzeug der Erlösung aller" (LG 9), „allumfassendes Sakrament des Heiles" (LG 48), durch das Christus die „Liebe Gottes zum Menschen zugleich offenbart und verwirklicht" (GS 45,1). Sie ist „das sichtbare Projekt der Liebe Gottes zur Menschheit".
Katechismus der Katholischen Kirche, 774-776

Das Geheimnis betrachten
In der Kirche gibt es verschiedene Dienste, aber nur ein einziges Ziel: die Heiligung der Menschen. Und an diesem Werk haben auf irgendeine Weise kraft des in Taufe und Firmung empfangenen Prägemales alle Christen teil. Alle müssen wir uns für diese Sendung der Kirche verantwortlich fühlen, die ja die Sendung Christi ist. Wer kein Verlangen nach der Rettung der Seelen verspürt, wer sich nicht mit aller Kraft dafür einsetzt, daß der Name und die Lehre Christi bekannt und geliebt werden, der wird die Apostolizität der Kirche nicht verstehen.
Liebe zur Kirche, 32

Die Kirche hat es nicht nötig, den Beifall der Menschen zu suchen, denn von den Menschen - weder von einem allein noch von allen zusammen - wird niemals das ewige Heil kommen: Gott ist es, der uns errettet.
Liebe zur Kirche, 12

Unser Herr Jesus Christus, der die Heilige Kirche stiftet, erwartet, daß die Angehörigen dieses Volkes sich ständig bemühen, die Heiligkeit zu erreichen. Nicht alle folgen loyal seinem Ruf. Und an der Braut Christi sieht man einerseits, wie sie auf wunderbare Weise der Heilsweg ist, und man sieht andererseits die Erbärmlichkeit der Menschen, die auf ihm wandeln.
Liebe zur Kirche, 23

7. Was kennzeichnet die Christen, die Glieder des Gottesvolkes
Dem Volk Gottes sind Merkmale zu eigen, die es deutlich von allen anderen religiösen, ethnischen oder kulturellen Gruppen unterscheidet:

- Das Volk Gottes weist Besonderheiten auf, die es von allen Religionsund Volksgruppen, von allen politischen und kulturellen Gruppen der Geschichte klar unterscheiden:

- Es ist das Volk Gottes. Gott gehört keinem Volk zu eigen. Er hat sich aber aus denen, die einst kein Volk waren, ein Volk erworben: „ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, einen heiligen Stamm" (1 Petr 2,9).

- Glied dieses Volkes wird man nicht durch die leibliche Geburt, sondern durch die „Geburt von oben", „aus Wasser und Geist" (Joh 3,3-5), das heißt durch den Glauben an Christus und die Taufe.

- Dieses Volk hat Jesus, den Christus [Gesalbten, Messias] zum Haupt. Weil ein und dasselbe Salböl, der Heilige Geist, vom Haupt in den Leib hinabfließt, ist es „das messianische Volk".

- „Es hat als Stand die Würde und die Freiheit der Kinder Gottes, in deren Herzen der Heilige Geist wie in einem Tempel wohnt."

- „Es hat als Gesetz das neue Gebot, zu lieben, wie Christus uns geliebt hat" (LG 9). Das ist das „neue" Gesetz des Heiligen Geistes (Vgl. Röm 8,2; Gal 5,25).

- Es hat als Sendung, Salz der Erde und Licht der Welt zu sein (Vgl. Mt 15,13-16). Es ist „für das ganze Menschengeschlecht die unzerstörbare Keimzelle der Einheit, der Hoffnung und des Heils".

- „Es hat schließlich als Ziel das Reich Gottes, das von Gott selbst auf Erden grundgelegt wurde und weiter ausgedehnt werden muß, bis es am Ende der Zeiten von ihm auch vollendet wird" (LG 9).
Bitte Gott darum, daß in der heiligen Kirche, unserer Mutter, die Herzen aller - wie zur Zeit der Urchristen - als ein einziges Herz schlagen
Katechismus der Katholischen Kirche, 782

Das Geheimnis betrachten
Als der Herr dich in seine Kirche rief, prägte er deiner Seele durch die Taufe ein unauslöschliches Siegel ein: du bist Sohn Gottes, Tochter Gottes. - Vergiß das nie!
Im Feuer der Schmiede, 264

Gott ist im Innersten deiner und meiner Seele, er ist in der Seele jedes Menschen gegenwärtig, der im Stande der Gnade lebt. Er ist dort, um das »Salz« und das »Licht« in uns zu vermehren und uns fähig zu machen, daß wir an unserem Platz in der Welt diese Gabe Gottes austeilen können.
Und wie können wir diese Gaben Gottes austeilen? In Demut, in Frömmigkeit, eng verbunden mit unserer Mutter, der Kirche.
Erinnerst du dich an den Weinstock und die Reben? Wie fruchtbar ist die Rebe, die mit dem Weinstock verbunden bleibt! Wie üppig trägt sie Trauben! Und wie unfruchtbar der abgetrennte Rebzweig, verdorrt, tot!
Im Feuer der Schmiede, 932

Bitte Gott darum, daß in der heiligen Kirche, unserer Mutter, die Herzen aller - wie zur Zeit der Urchristen - als ein einziges Herz schlagen, damit das Wort der Schrift sich bis zum Ende der Zeiten wirklich erfülle: »Multitudinis autem credentium erat cor unum et anima una« - die Gläubigen waren ein Herz und eine Seele.
Ich meine das sehr ernst: du darfst diese heilige Einheit nicht verletzen. Betrachte dies in deinem Gebet!
Im Feuer der Schmiede, 632
Papst Franziskus während des Weltjugendtags in Río de Janeiro, 2013.
Papst Franziskus während des Weltjugendtags in Río de Janeiro, 2013.

8. Was ist die Aufgabe der Kirche?
Als „Zusammenrufung" aller Menschen zum Heil ist die Kirche ihrer Natur nach missionarisch, von Christus zu allen Völkern gesandt, um alle Menschen zu Jüngern zu machen [Vgl. Mt 28,19-20; AG 2; 5-6].

Um seine Sendung zu vollziehen, „bereitet und lenkt" der Geist die Kirche „durch die verschiedenen hierarchischen und charismatischen Gaben" (LG 4). Durch ihn „empfängt die Kirche, die mit den Gaben ihres Gründers ausgestattet ist und seine Gebote der Liebe, der Demut und der Selbstverleugnung treulich hält, die Sendung, das Reich Christi und Gottes anzukündigen und in allen Völkern zu begründen. So stellt sie Keim und Anfang dieses Reiches auf Erden dar". „Die Kirche ... wird erst in der himmlischen Herrlichkeit vollendet werden" (LG 48), bei der Wiederkunft Christi in Herrlichkeit. Bis dahin „schreitet die Kirche auf ihrer Pilgerschaft dahin zwischen Verfolgungen der Welt und Tröstungen Gottes" (Augustinus, civ. 18,51); LG 8)
Katechismus der Katholsichen Kirche, 767-769

Das Geheimnis betrachten
Wie gut war Christus, als Er seiner Kirche die Sakrament hinterließ! - Sie sind Heilmittel für alle Not. Verehre sie, und sei dem Herrn und seiner Kirche sehr dankbar.
Der Weg, 521

Unsere heilige Mutter, die Kirche, streut in wunderbar weitherziger Liebe den Samen des Evangeliums über die ganze Welt aus. Von Rom bis in die fernsten Winkel der Erde.
Deine Mitarbeit am Werk der Glaubensverbreitung in der ganzen Welt muß darauf zielen, die Peripherie mit dem Zentrum, das heißt mit dem Papst, zu verbinden, damit die ganze Erde dies sei: eine einzige Herde, ein Hirt, ein Apostolat!
Im Feuer der Schmiede, 638

Ein Christ darf sich nicht bloß mit seinen persönlichen Problemen beschäftigen, er muß die ganze Kirche vor Augen haben und an die Rettung aller Menschen denken.
Christus begegnen, 145

Alle lieben heißt daher das Apostolat zu allen tragen, heißt tatkräftig und ehrlich - soweit es an uns liegt - den göttlichen Impuls aufnehmen, denn Gott will, daß alle Men-schen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen
Freunde Gottes, 230
Wenn wir die Einheit der Kirche verteidigen wollen, müssen wir eng mit Christus vereint leben, der unser Weinstock ist. Wie? Indem wir unsere Treue zum immerwährenden Lehramt der Kirche vertiefen

9. Welche Merkmale hat die Kirche?
Die Kirche ist eine: Sie hat nur einen Herrn, bekennt nur einen Glauben, geht aus einer einzigen Taufe hervor, bildet nur einen Leib, wird von einem einzigen Geist beseelt auf eine einzige Hoffnung hin [Vgl. Eph 4,3-5] ist diese einmal erfüllt dann werden alle Trennungen überwunden sein.

Die Kirche ist heilig Der heilige Gott ist ihr Urheber Christus ihr Bräutigam hat sich für sie hingegeben um sie zu heiligen der Geist der Heiligkeit belebt sie Zwar gehören ihr auch Sünder an doch ist sie die Sündenlose die aus Sündern besteht In den Heiligen erstrahlt ihre Heiligkeit in Maria ist sie schon vollkommen heilig.

Die Kirche ist katholisch. Sie verkündet den ganzen Glauben sie hat und spendet die Fülle der Heilsmittel: sie ist zu allen Völkern gesandt sie wendet sich an alle Menschen sie umfaßt alle Zeiten sie ist „ihrem Wesen nach missionarisch" (AG 2).

Die Kirche ist apostolisch. Sie ist auf feste Grundlagen gebaut auf die zwölf Apostel des Lammes (Ofb 21 14) sie ist unzerstörbar [Vgl. Mt 16,18] sie ist unfehlbar in der Wahrheit gehalten Christus leitet sie durch Petrus und die anderen Apostel die in ihr en Nachfolgern dem Papst und dem Bischofskollegium, bei ihr sind.

"Die einzige Kirche Christi die wir im Glaubensbekenntnis als die eine heilige katholische und apostolische bekennen ist verwirklicht in der katholischen Kirche die vom Nachfolger des Petrus und von den Bischöfen in Gemeinschaft mit ihm geleitet wird auch wenn sich außerhalb ihres Gefüges vielfältige Elemente der Heiligung und der Wahrheit finden" (LG 8).
Katechismus der Katholischen Kirche, 866-870

Das Geheimnis betrachten
Wir betrachten das Geheimnis der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche. Es ist Zeit, daß wir uns fragen: Teile ich mit Christus seinen Eifer für die Seelen? Bete ich für diese Kirche, der ich angehöre und in der mir eine besondere Aufgabe zukommt, die niemand an meiner Statt erfüllen kann? In der Kirche sein ist schon viel, aber es ist nicht genug. Wir müssen selbst Kirche sein, denn unsere Mutter darf uns niemals etwas Fremdes, Äußerliches, unseren tiefsten Gedanken Fernes sein.
Liebe zur Kirche, 33

Wenn wir die Einheit der Kirche verteidigen wollen, müssen wir eng mit Christus vereint leben, der unser Weinstock ist. Wie? Indem wir unsere Treue zum immerwährenden Lehramt der Kirche vertiefen, denn den Nachfolgern Petri wurde der Heilige Geist nicht verheißen, damit sie aufgrund seiner Offenbarung eine neue Lehre verkündigen, sondern damit sie kraft seines Beistandes die durch die Apostel überlieferte Offenbarung beziehungsweise die Glaubenshinterlage heilig bewahren und treu darlegen (I. Vatikanisches Konzil, Dogm. Konstitution über die Kirche, DS 3070 [1836]). So werden wir die Einheit bewahren: durch die Ehrfurcht vor dieser unserer fleckenlosen Mutter, durch die Liebe zum Papst.
Liebe zur Kirche, 20

Und indem wir uns als Glieder der Kirche wissen und uns als Brüder im Glauben fühlen, begreifen wir die Brüderlichkeit tiefer, die uns mit der ganzen Menschheit verbindet, denn die Kirche wurde durch Christus zu allen Menschen und zu allen Völkern gesandt.
Christus begegnen, 139