StartseiteFragen und Antworten zum GlaubenDas Apostolat: Die Freude des Evangeliums weitergeben
Fragen und Antworten zum Glauben

Das Apostolat: Die Freude des Evangeliums weitergeben

Stichwörter: Freude, Apostolat, Eucharistie, Evangelium, Evangelisierung
Jeder Christ ist in dem Maß Missionar, in dem er der Liebe Gottes in Jesus Christus begegnet ist; wir sagen nicht mehr, dass wir „Jünger“ und „Missionare“ sind, sondern immer, dass wir „missionarische Jünger“ sind. Wenn wir nicht überzeugt sind, schauen wir auf die ersten Jünger, die sich unmittelbar, nachdem sie den Blick Jesu kennen gelernt hatten, aufmachten, um ihn voll Freude zu verkünden: »Wir haben den Messias gefunden « (Joh 1,41). Kaum hatte die Samariterin ihr Gespräch mit Jesus beendet, wurde sie Missionarin, und viele Samariter kamen zum Glauben an Jesus »auf das Wort der Frau hin« (Joh 4,39). Nach seiner Begegnung mit Jesus Christus machte sich auch der heilige Paulus auf, »und sogleich verkündete er Jesus … und sagte: Er ist der Sohn Gottes. « (Apg 9,20). Und wir, worauf warten wir?
Papst Franziskus, Evangelii Gaudium

Habt ihr nicht manchmal gute Lust, den jungen Menschen um euch herum zuzurufen: Dummköpfe, jetzt lasst doch einmal diesen weltlichen Kram beiseite! Er macht euch das Herz eng... Oft erniedrigt er es... Lasst das und folgt mit uns den Spuren der Liebe?  <i>Der Weg, 790</i>
Habt ihr nicht manchmal gute Lust, den jungen Menschen um euch herum zuzurufen: Dummköpfe, jetzt lasst doch einmal diesen weltlichen Kram beiseite! Er macht euch das Herz eng... Oft erniedrigt er es... Lasst das und folgt mit uns den Spuren der Liebe? Der Weg, 790
1. Was ist das Apostolat?

Das griechische Wort „apostoloi" bedeutet Gesandter. Jesus bezieht die Apostel in die vom Vater erhaltene Sendung ein. In ihnen setzt er seine eigene Sendung fort: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch" (Joh 20,21)1. Sie sind „Gesandte an Christi Statt" (2 Kor 5,20), „Diener Christi ... und Verwalter von Geheimnissen Gottes" (1 Kor 4,1).
Alle Glieder der Kirche haben, wenn auch auf verschiedene Weisen, an dieser Sendung, das Reich Christi auf der Erde zu verbreiten, teil.
Katechismus der Katholischen Kirche, 858-859; 863

Das Geheimnis betrachten
Apostel: das ist der Christ, der sich, durch die Taufe Christus einverleibt, eins mit Ihm weiß; der durch die Firmung zum Kampf für Christus gerüstet ist, der gerufen ist, Gott in der Welt zu dienen auf Grund des allgemeinen Priestertums aller Gläubigen, das eine gewisse - wenngleich von der des Amtspriestertums wesentlich verschiedene - Teilnahme am Priestertum Christi verleiht und dazu befähigt, am Kult der Kirche teilzunehmen und den Menschen auf ihrem Weg zu Gott zu helfen im Zeugnis von Wort und Beispiel, durch Gebet und Sühne.
Jeder von uns muss ipse Christus sein. Christus ist der einzige Mittler zwischen Gott und den Menschen, und wir vereinigen uns mit Ihm, um durch Ihn alles dem Vater darzubringen. Unsere Berufung als Kinder Gottes inmitten der Welt fordert von uns, dass wir nicht nur unsere persönliche Heiligkeit suchen, sondern dass wir die Wege der Erde in Pfade verwandeln, auf denen die Menschen durch alle Hindernisse hindurch zu Gott gelangen, dass wir als normale Bürger am zeitlichen Geschehen teilnehmen, um Sauerteig zu sein, der den ganzen Teig durchsäuert.
Christus begegnen, 120

Die wahre Liebe ist aus sich herausgehen, sich hingeben
Wenn du den Willen hast, die Wege der Kontemplation mitten in deiner gewöhnlichen Arbeit zu gehen, dann fühlst du dich sogleich als Freund des Meisters und mit der göttlichen Sendung beauftragt, allen Menschen die Wege Gottes auf Erden zu erschließen. Ja, in der Tat, mit deiner Arbeit trägst du dazu bei, dass sich das Reich Christi über die ganze Welt ausbreitet. Immer wieder wirst du die Arbeitsstunden aufopfern: für ferne Länder, in denen der Glaube wächst, für die Völker des Ostens, denen die Glaubens- und Bekenntnisfreiheit brutal vorenthalten wird, für die Länder alter christlicher Tradition, in denen das Licht des Evangeliums zu verlöschen scheint und die Seelen ins Dunkel der Unwissenheit versinken... Wie wertvoll wird auf diese Weise eine solche Stunde Arbeit! Wie wertvoll dieses Ausharren: noch eine Welle, noch ein paar Minuten, bis die Arbeit vollendet ist. Aus der Beschauung ist dann Apostolat geworden, ganz natürlich und einfach dem Drang eines Herzens gehorchend, das nunmehr gemeinsam schlägt mit dem liebenswürdigsten und barmherzigen Herzen Jesu.
Freunde Gottes, 67

Das Apostolat besteht aus einem persönlichen Gespräch, in dem der andere Mensch sich ausdrückt und seine Freuden, seine Hoffnungen, die Sorgen um seine Lieben und viele Dinge, von denen sein Herz voll ist, mitteilt.
Das Apostolat besteht aus einem persönlichen Gespräch, in dem der andere Mensch sich ausdrückt und seine Freuden, seine Hoffnungen, die Sorgen um seine Lieben und viele Dinge, von denen sein Herz voll ist, mitteilt.
2. Warum apostolisch sein?
Die Laien haben, wie alle Gläubigen, kraft der Taufe und der Firmung von Gott den Auftrag zum Apostolat erhalten; daher haben sie das Recht und die Pflicht, einzeln oder in Gemeinschaft mit anderen daran zu arbeiten, dass alle Menschen auf der ganzen Erde die göttliche Heilsbotschaft kennenlernen und aufnehmen.

Bei den Laien erhält diese Evangelisation „eine eigentümliche Prägung und besondere Wirksamkeit von daher, dass sie in den gewöhnlichen Verhältnissen der Welt erfüllt wird". Dieses Apostolat besteht „nicht nur im Zeugnis des Lebens. Ein wahrer Apostel sucht nach Gelegenheiten, Christus auch mit seinem Wort zu verkünden, sei es den Nichtgläubigen, ... sei es den Gläubigen".
Katechismus der Katholischen Kirche, 900; 905

Das Geheimnis betrachten
Habt ihr nicht manchmal gute Lust, den jungen Menschen um euch herum zuzurufen: Dummköpfe, jetzt lasst doch einmal diesen weltlichen Kram beiseite! Er macht euch das Herz eng... Oft erniedrigt er es... Lasst das und folgt mit uns den Spuren der Liebe?
Der Weg, 790

Unsere heilige Mutter, die Kirche, streut in wunderbar weitherziger Liebe den Samen des Evangeliums über die ganze Welt aus. Von Rom bis in die fernsten Winkel der Erde.
Deine Mitarbeit am Werk der Glaubensverbreitung in der ganzen Welt muss darauf zielen, die Peripherie mit dem Zentrum, das heißt mit dem Papst, zu verbinden, damit die ganze Erde dies sei: eine einzige Herde, ein Hirt, ein Apostolat!
Im Feuer der Schmiede, 638

Mit der verblüffenden Natürlichkeit des Göttlichen drängt die beschauliche Seele im Apostolat über sich hinaus: Mir brennt das Herz in der Brust und ein Feuer entzündet sich bei meiner Betrachtung. Welches andere Feuer könnte dies sein als das, von dem Christus sagt: Feuer auf die Erde zu werfen, bin ich gekommen und was will ich anderes, als dass es brenne. Feuer des Apostolates, das sich im Gebet entfacht: es gibt kein besseres Mittel, um in die ganze Welt jenen friedfertigen Kampf zu tragen, an dem sich jeder Christ beteiligen muss, als dieses: zu ergänzen, was am Leiden Christi noch fehlt.
Deshalb werde ich nicht müde zu wiederholen, dass die Welt geheiligt werden kann und dass besonders uns Christen diese Aufgabe zufällt: die Welt von ihrem Anreiz zur Sünde, durch die wir Menschen sie entstellen, zu reinigen und sie, würdig geworden durch die Gnade Gottes und durch unser Bemühen, dem Herrn als eine geistige Opfergabe darzubringen. Streng genommen kann man dann nicht mehr sagen, irgend etwas, das in sich gut ist, sei ausschließlich profaner Natur, nachdem sich das Wort herabgelassen hat, die volle menschliche Natur anzunehmen und unsere Erde durch seine Gegenwart und durch die Arbeit seiner Hände zu heiligen. In der Taufe erhalten wir den erhabenen Auftrag, Miterlöser zu sein. Die Liebe Christi drängt uns, einen Teil dieser göttlichen Aufgabe, die Seelen loszukaufen, auf unsere Schultern zu nehmen.
Christus begegnen, 120

Das christliche Apostolat - und ich meine hier konkret das Apostolat eines gewöhnlichen Christen, das Apostolat eines Mannes oder einer Frau, die ohne Besonderheiten unter ihresgleichen leben - ist eine große Katechese, in der durch den persönlichen Umgang, durch eine echte und aufrichtige Freundschaft in den Mitmenschen der Hunger nach Gott geweckt und ihnen geholfen wird, einen ungeahnten Horizont zu entdecken: mit Natürlichkeit, Einfachheit, wie ich schon sagte, mit dem Beispiel gelebten Glaubens, mit einem liebenswürdigen Wort, aber erfüllt mit der Kraft der göttlichen Wahrheit.
Ja, in der Tat, mit deiner Arbeit trägst du dazu bei, dass sich das Reich Christi über die ganze Welt ausbreitet.
Seid kühn. Ihr könnt mit der Hilfe Mariens, Regina apostolorum, rechnen. Unsere Liebe Frau weiß jedem ihrer Kinder seine persönliche Verantwortung klar vor Augen zu führen, ohne deswegen aufzuhören, sich wie eine Mutter zu verhalten. Wer sich ihr nähert und ihr Leben betrachtet, dem erweist sie mit Sicherheit den unschätzbaren Dienst, ihn zum Kreuz hinzuführen, ihm das Beispiel des Sohnes Gottes vor Augen zu halten. Und bei dieser Begegnung, in der sich das Leben eines Christen entscheidet, legt Maria Fürbitte für uns ein, damit unser Tun und Lassen in der Versöhnung des jüngeren Bruders - in deiner und meiner Versöhnung - mit dem erstgeborenen Sohn des Vaters vollendet werde.
Christus begegnen, 149

3. Warum verbreitet das Apostolat eine Fülle an Licht?

„Ihr seid das Licht der Welt und das Salz der Erde“ (Mt 5, 11-16). Das Licht des Evangeliums ist „ein Licht, das anzieht“. Wenn der Nächste die guten Werke des Christen sieht, bringt ihn das dazu, Gott die Ehre zu geben, die unaussprechliche Liebe Gottes zu entdecken und zu preisen. Das Apostolat bedeutet Zeugnis vom Licht zu geben.

Der erste Schritt dieser stets respektvollen und freundlichen Verkündigung besteht aus einem persönlichen Gespräch, in dem der andere Mensch sich ausdrückt und seine Freuden, seine Hoffnungen, die Sorgen um seine Lieben und viele Dinge, von denen sein Herz voll ist, mitteilt. Erst nach diesem Gespräch ist es möglich, das Wort Gottes vorzustellen, sei es mit der Lesung irgendeiner Schriftstelle oder erzählenderweise, aber immer im Gedanken an die grundlegende Verkündigung: die persönliche Liebe Gottes, der Mensch geworden ist, sich für uns hingegeben hat und als Lebender sein Heil und seine Freundschaft anbietet. Es ist die Verkündigung, die man in einer demütigen, bezeugenden Haltung mitteilt wie einer, der stets zu lernen weiß, im Bewusstsein, dass die Botschaft so reich und so tiefgründig ist, dass sie uns immer überragt. Manchmal drückt man sie auf direktere Weise aus, andere Male durch ein persönliches Zeugnis, eine Erzählung, eine Geste oder die Form, die der Heilige Geist selbst in einem konkreten Umstand hervorrufen kann. Wenn es vernünftig erscheint und die entsprechenden Bedingungen gegeben sind, ist es gut, wenn diese brüderliche und missionarische Begegnung mit einem kurzen Gebet abgeschlossen wird, das die Sorgen aufnimmt, die der Gesprächspartner zum Ausdruck gebracht hat. Er wird dann deutlicher spüren, dass er angehört und verstanden wurde, dass seine Situation in Gottes Hand gelegt wurde, und er wird erkennen, dass das Wort Gottes wirklich sein Leben anspricht.
Aus der Begegnung mit Christus erwächst der Wunsch, diese Freude mit den anderen zu teilen, Papst Franziskus, Evangelii Gaudium, 3
Aus der Begegnung mit Christus erwächst der Wunsch, diese Freude mit den anderen zu teilen, Papst Franziskus, Evangelii Gaudium, 3
Evangelii Gaudium, 128

Da Christus, vom Vater gesandt, Quell und Ursprung des gesamten Apostolates der Kirche ist, kann es nicht anders sein, als dass die Fruchtbarkeit des Apostolates" - der geweihten Amtsträger wie der Laien - „von ihrer lebendigen Vereinigung mit Christus abhängt". Stets aber ist die Liebe, die vor allem aus der Eucharistie geschöpft wird, „sozusagen die Seele des gesamten Apostolates".
Katechismus der Katholischen Kirche, 864

Das Geheimnis betrachten
Sei ein Mensch, der aus der Eucharistie lebt!
Wieviele Früchte der Heiligkeit und des Apostolates wirst du ernten, wenn dein ganzes Denken und Hoffen auf den Tabernakel gerichtet ist!
Im Feuer der Schmiede, 835

Die Liebe Christi drängt uns, einen Teil dieser göttlichen Aufgabe, die Seelen loszukaufen, auf unsere Schultern zu nehmen.
Welche anderen Ratschläge könnte ich euch noch geben? Nun, dass ihr all das tut, was die Christen immer getan haben, die wirklich Christus nachfolgen wollten, angefangen bei jenen ersten, die Jesu unmittelbare Nähe erfuhren: häufiger Umgang mit dem Herrn in der Eucharistie, kindliche Anrufung der allerseligsten Jungfrau, Demut, Mäßigkeit, Abtötung der Sinne - man soll nicht anschauen, was man nicht begehren darf, hat der heilige Gregor der Große gesagt - und die Buße.
Freunde Gottes, 186

Die Welt mit Licht erfüllen, Salz und Licht sein: So hat der Herr die Sendung seiner Jünger beschrieben. Bis an die äußersten Grenzen der Erde die Frohbotschaft von der Liebe Gottes tragen. Dafür müssen wir, dafür müssen alle Christen auf die eine oder andere Weise ihr Leben einsetzen.
Man muss jene, die in diesen bösen Schlaf gefallen sind, aufwecken, sie daran erinnern, dass das Leben kein Spiel ist, sondern ein göttlicher Schatz, der Früchte bringen soll. Und es ist auch notwendig, allen, die guten Willens und voll bester Absichten sind, sie aber nicht in die Tat umsetzen können, den Weg dazu zu zeigen. Christus drängt uns. Jeder von euch muß nicht nur Apostel sein, sondern Apostel von Aposteln, der andere mit sich zieht, der andere mit sich reißt, damit auch sie Christus verkünden.
Christus begegnen, 147