StartseiteDokumentationFragen und Antworten Escriva wurde während des Bürgerkriegs ein sicheres Versteck angeboten, das er aber nicht annahm? Was hat ihn dazu veranlasst, zumal er als Priester durch die religiöse Verfolgung extrem gefährdet war?
Dokumentation
Zum Film "There be dragons"

Escriva wurde während des Bürgerkriegs ein sicheres Versteck angeboten, das er aber nicht annahm? Was hat ihn dazu veranlasst, zumal er als Priester durch die religiöse Verfolgung extrem gefährdet war?

Stichwörter: Bürgerkrieg, Priestertum, Heilige Reinheit
Frage von Pablo - Spanien

Bischof Alvaro del Portillo schildert dieses Ereignis in dem Buch: Über den Gründer des Opus Dei

“Wir hielten uns in einem Chalet der Serrano-Straße versteckt, als mein Bruder Ramón kam, um uns zu warnen. Die Milizen wären dabei, verschiedene Häuser des gleichen Eigentümers zu kontrollieren. Der Vater bat daraufhin Juan Jimenez Vargas, sich nach einem anderen Versteck umzusehen. Als er unsere Ratlosigkeit sah, riet er meinem Bruder Pepe und mir, ruhig noch einen weiteren Tag dort zu bleiben, bis sich unser weiterer Verbleib geklärt hätte. Inzwischen konnten wir nach verschiedenen Versuchen endlich José Maria González Barredo telefonisch erreichen, der uns versicherte, dass er ein weiteres Versteck in Aussicht hätte. Unser Gründer machte sich daraufhin auf den Weg, um ihn am späteren Nachmittag zu treffen, Er kehrte erst zu uns zurück, nachdem sich die Beobachtungsposten des ehemaligen Sicherheitsdienstes schon zurückgezogen hatten. Er begrüßte mich und brach danach in Weinen aus. „Vater, warum weinen Sie?”, fragte ich ihn.

Ich war bei Anblick des Vaters sehr bewegt. Der Vater war, obwohl er sehr übernatürlich war, gleichzeitig sehr menschlich. So liebte er auch seine Freunde aus ganzem Herzen. „ Ich habe erfahren, dass Don Lino umgebracht worden ist“, sagte er, und er erzählte mir, dass er in diesen Stunden, in denen er durch die Straßen von Madrid gestreift war, einmal von der Ermordung seines priesterlichen Freundes Lino Vea-Murguía gehört habe und er neue Einzelheiten vom Martyrium des Pedro Poveda, des Gründer der Theresianerinnen, erfahren habe, der ebenfalls ein guter Freund von ihm war. Er hoffe, dass sehr bald sein Seligsprechungsprozess beginnen würde.

Danach erklärte er mir, warum er wieder zu uns zurückgekehrt sei. Er habe sich mit José María an der vereinbarten Stelle auf der Castellana getroffen. José María habe ihn liebevoll und mit großer Freude begrüßt und dann einen kleinen Schlüssel aus seiner Hosentasche gezogen und ihm beim Überreichen die Anschrift mitgeteilt.

„Gehen Sie zu diesem Haus, treten Sie ein und bleiben Sie dort. Es gehört einer befreundeten Familie, die sich momentan außerhalb von Madrid aufhält. Der Pförtner ist eine Vertrauensperson.“

-„Wie kann ich denn in ein völlig fremdes Haus gehen? Was sage ich, wenn jemand schellt oder anruft?“

Jener Sohn antwortet sofort, ohne vorher viel zu überlegen: „Machen Sie sich keine Sorgen, es wohnt dort eine Hausangestellte, die ebenfalls vertrauenswürdig ist. Sie kann bei allem behilflich sein, was Sie brauchen.“

- "Wie alt ist die Frau?"

- "Vielleicht 22 oder 23."

Der Gründer überlegte kurz: „Ich kann und will nicht mich mit einer jungen Frau Tag und Nacht alleine im einem fremden Haus aufhalten. Ich habe mich Gott hingegeben. Das hat vor allem anderen Vorrang. Ich würde lieber sterben, als Gott zu beleidigen und gegen mein Hingabeversprechen zu verstoßen.“ Und während er sich langsam einem Gully näherte, ließ er den Schlüssel dort hineinfallen.

Aus dem Buch:
Über den Gründer des Opus Dei, Álvaro del Portillo – Ein Gespräch mit Cesare Cavalleri, Adamas Verlag, Köln, 1996

Antwort von
www.josemariaescriva.info