Persönliche Zeugnisse

Ein tolles Abenteuer

Mariana González, Lehrerin, und Germán Iramendi, Bankangestellter

6 Februar 2009

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Der heilige Josefmaria ist "schuld" daran, dass sich unser Leben, zuerst als Verlobte und dann als Verheiratete, in ein "tolles Abenteuer" verwandelt hat.

Während der Verlobungszeit befolgten wir seinen Rat, "euch zu lieben, euch kennenzulernen, Umgang miteinander zu pflegen; und respektiert einander, als ob jeder ein Schatz wäre, der einem anderen gehört...". Selbstverständlich ist es schwer, während der Verlobungszeit die Tugend der Reinheit zu leben, aber es lohnt sich.

Man sollte diese Zeit nutzen, um miteinander zu sprechen. Und wovon? Von allem und nichts, von wichtigen und banalen Dingen, dann gibt es nach der Hochzeitsreise keine "bösen Überraschungen". Wenn die Verlobten ihrer Liebe Ausdruck verleihen, indem sie das eheliche Leben vorwegnehmen, lernen sie sich wahrscheinlich nicht wirklich gut kennen. Es war wunderbar, gemeinsam stundenlang über unsere Zukunft zu sprechen: Wo wir leben würden, wieviel Kinder wir haben und wie wir sie erziehen würden. Wir sprachen sogar schon über die Schule und versuchten vorauszusagen, wie das tägliche Zusammenleben sich gestalten würde, worin jeder nachgeben müßte, worin er sich ändern müßte und vieles mehr. Wir versuchten auch schon, die Fehler des anderen zu erkennen, damit wir schaffen würden, mit Worten des Vaters "alle Fehler des anderen zu lieben, die keine Beleidigung Gottes sind".

Das alles half uns, ruhig und in voller Freiheit die Ehe einzugehen. Wir wussten, dass die Ehe geschlossen wird "zwischen einem und einer und für immer". Und wenn wir uns jeden Tag darum bemühen, das, was wir besitzen, zu bewahren, wird uns die Gnade Gottes nicht fehlen. Wir beide glauben, dass ein großer Teil der Probleme, die zur Scheidung so vieler junger Paare führen, daher kommt, dass diese einen Fluchtweg, einen Ausgang im Kopf haben, den sie meinen nehmen zu können, wenn etwas nicht klappt. Das nimmt ihnen die Möglichkeit, sich füreinander aufzuopfern, die alltäglichen Schwierigkeiten aus verschiedenen Perspektiven anzugehen in dem Bewußtsein, sich für das Fortkommen eines gemeinsamen Unternehmens verpflichtet zu haben.

Der Gründer des Opus Dei machte auch allen Mut, keine Angst vor dem Leben zu haben, d.h. die Quellen des Lebens nicht zu verschließen und sich nie über die Kinder zu beklagen, sie mit Liebe anzunehmen als das, was sie sind, "ein Beweis des Vertrauens, das Gott zu euch hat, der euch diese Geschöpfe schenkt, um aus eurem Haus einen Himmel zu machen". Dieser Gedanke brachte uns dazu, großzügig zu sein, denn manchmal sind die Kinder natürlich, finanziell gesehen, eine Belastung oder fordern enorm viel Aufmerksamkeit ein. Bis jetzt haben wir María Paz und wir sind uns einig, dass ihr Erscheinen das größte ist, was uns je passiert ist.

Wir wissen, dass wir erst frisch verheiratet sind und dass wir, wenn Gott will, noch viele gemeinsame Jahre auf dieser Erde vor uns haben. Aber in diesen zwei Jahren haben wir schon gelernt, daß man keine Angst haben darf, sich mit dem Vergehen der Zeit zu "verbrauchen". Der heilige Josefmaria hat uns gute Ratschläge mit auf den Weg gegeben: "Ihr dürft euch streiten, aber nur selten. Und danach müssen beide anerkennen, daß sie schuld daran sind, sich gegenseitig um Verzeihung bitten und sich liebevoll umarmen...". Und er riet, nie vor den Kindern ernsthaft und heftig zu streiten.

Er forderte auch von Mann und Frau, sich nicht "gehenzulassen". Den Frauen sagte er, daß sie "jung und hübsch" bleiben müssten, "denn die gut zurechtgemachte Frau hält den Mann von fremden Türen fern". Und den Männern, daß sie ihrer Frau immer ihre Liebe zeigen sollten. „Seid nicht so 'sparsam'! Man muss das ganze Leben ein bisschen wie ein Verlobter leben... Müde nach Hause kommen und ein langes Gesicht machen... Das geht nicht! Eure Frau braucht mindestens zwei Küsse, wenn ihr reinkommt..." Und so zeigte er uns, dass die Ehe auch Opfer bedeutet, aber ein Opfer, das man gern bringt. Sie bedeutet, sich ganz zu verausgaben, "damit die anderen weich auftreten können". Dann verwandelt sie sich nicht nur in einen Weg der Treue, sondern des Glücks.

Es ist sehr schwierig, genau zu bestimmen, in welchem Grad eine bestimmte Person in den erst kurz zurückliegenden Lebensphasen Einfluss genommen hat. Durch dieses Zeugnis, das wir geben, sehen wir es selbst ein wenig klarer. Wir sind dem heiligen Josefmaria auf ewig dankbar für seine vielen Hinweise und wir wissen, daß Gott von uns Rechenschaft fordern wird, weil wir ihn "gekannt" haben. Er möge uns helfen, daß dieses "tolle Abenteuer", von dem wir anfangs sprachen, in dieser Richtung weitergehen möge, und dass nach María Paz noch viele weitere Kinder kommen.