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Persönliche Zeugnisse

Ein kleines Buch, das ich immer bei mir habe

Emily Mwangi, Kenia

10 Januar 2009

Stichwörter: Der Weg, Gebet, Arbeit
Emily Mwangi erzählt, welchen Einfluß die Botschaft des heiligen Josemaría Escrivá auf ihr Leben gehabt hat.

„Ich habe das Opus Dei im Kibondeni College kennengelernt, wo ich sehr glücklich war und mit Feuereifer meine Ausbildung machte, die ich mit dem National Hotel Management Certificate abschloss. Heute bin ich mir bewusst, dass ich außer der beruflichen Ausbildung eine ziemliche Dosis kultureller und christlicher Bildung erhalten habe, die nicht nur mir selbst hilft, ein ehrlicher und geradliniger Mensch zu sein, sondern auch meiner Umgebung.

Meine erste Stelle trat ich in einer Firma für Rohrleitungen an. Ich arbeitete in der Küche, wo ich für die Chefetage, 16 Personen insgesamt, kochte. Mein Essen schmeckte ihnen und sie kamen häufig in die Küche, um sich zu bedanken. In der ersten Woche blieb ich jeden Tag länger dort, um die Wände, die Einrichtung und den Boden gründlich zu säubern. In der zweiten Woche kam der dienstälteste Chef und fragte mich, wann die Küche denn gestrichen worden sei, da dies eigentlich nicht vorgesehen war. Als ich ihm erklärte, dass ich sie nur geputzt hätte, konnte er es kaum glauben.

Nach dieser ersten Stelle fand ich eine Arbeit in der Diätküche eines Krankenhauses. Dort musste ich die Mahlzeiten für 240 Personen zubereiten, was eine enorme berufliche Herausforderung war. Dazu kamen Probleme mit den Angestellten, da ich bald bemerkt hatte, daß ich einige ihrer Verhaltensweisen nicht dulden konnte. In dieser Situation erinnerte ich mich an einen Rat des heiligen Josefmaria: "Fasse keinen Entschluß, ohne die Angelegenheit vor Gott erwogen zu haben.“

Ich entschloss mich, das Problem von langer Hand anzugehen. Als erstes fragte ich die Angestellten während der Arbeit, warum sie sonntags nie zur Kirche gingen. Alle waren ganz überrascht und einer antwortete: „Wie sollen wir denn gleichzeitig kochen, das Essen pünktlich fertigstellen und in die Kirche gehen? Das ist unmöglich.“ Daraufhin machten wir sonntags turnusmäßig Dienst und so konnten alle zu ihrem jeweiligen Gottesdienst gehen (jeder der Angestellten gehört einer anderen christlichen Kirche an).

Als ich schon mehr Routine hatte und meine Mannschaft gut kannte, wagte ich, die eigentlichen Schwierigkeiten anzugehen. Dabei bat ich alle um ihre Mitarbeit. Staunend stellte ich fest, dass sich die Probleme nach und nach lösten und in der Küche nach kurzer Zeit ein herzliches und kameradschaftliches Verhältnis unter den Angestellten herrschte.

Später fasste sich ein anderer Abteilungsleiter ein Herz und tat dasselbe. Er sprach mit seinen Angestellten und kam ihren Bedürfnissen entgegen. Auf dem Fuß erfolgte eine Änderung des Klimas zum Positiven. Als dieser Chef sich bei mir bedankte, sagte ich ihm, dass diese Ideen nicht von mir stammten, sondern aus dem Weg, einem Büchlein des heiligen Josefmaria, dem Gründer des Opus Dei, das ich immer bei mir habe.“