Dokumentation

Ein Abschiedslied

Pedro Casciaro

Stichwörter: Katechetische Reisen, Muttergottes
Der heilige Josefmaria war vom 15. bis zum 22. Juni 1970 in Mexiko.

Am Ende seines Aufenthalts in Mexiko traf der Vater am 22. Mai mit Studenten zusammen. Einer von ihnen griff nach einer Gitarre und sagte, er wolle gern ein Lied singen, das man der Jungfrau von Guadalupe als Morgenständchen bringt. Der Vater nickte zustimmend, und der junge Mann sang das Lied mit kräftiger Stimme:

Ich möchte dir, Herrin
das schönste meiner Lieder singen ...
Dir gehört mein Herz,
Stern meiner Zuneigung,
meine Liebe gehört nur dir.
Dir weihe ich mich ganz,
mein Leben verschönt
eine himmlische Hoffnung
...
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Plötzlich erhob sich der Vater und sagte: „Sollten wir nicht alle zur Villa gehen und der Mutter Gottes dort dieses Abendständchen bringen?“

Um acht Uhr abends waren wir alle wie vereinbart in der Villa. Gleich nach seiner Ankunft begab sich der Vater in den Chor und kniete sich vor dem Hauptaltar unter dem Bild der Gottesmutter nieder. Er stimmte ein Salve an. Die Kirche war übervoll von Menschen, die zusammen mit dem Vater der Guadalupana voll Verehrung und Liebe ein abendliches Ständchen bringen wollten. Dann trat der Vater nach rechts zur Seite und stellte sich neben eine Kniebank. Jetzt erklangen die Gitarren:

Dir gehört mein Herz,
Stern meiner Zuneigung
...

Die Augen fest auf das Bild der Gottesmutter von Guadalupe gerichtet, blieb der Vater dort eine Weile stehen. Dann kniete er sich hin und verbarg das Gesicht in den Händen, sichtlich bemüht, seine Tränen zurückzuhalten. Es folgte ein zweites Lied:

... Ich habe ihr gesagt,
daß ich ganz in sie verliebt bin
und daß ihre Augen mich
wie zwei Sterne bezaubern.
Je häufiger ich an sie denke,
um so mehr liebe ich sie
...
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Und schließlich ein drittes Lied:

Danke,
daß ich dir begegnet bin
...
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Bei diesen Worten verließ der Vater sichtlich bewegt die Kirche. Einige von uns folgten ihm, alle anderen blieben im Gotteshaus und fuhren fort, das Lied von Liebe und Dankbarkeit zu singen. Durch die Sakristei, vollgehängt mit Weihegaben, und die sich anschließende Galerie der Wunder gelangten wir zum Wagen. Auf unserem Heimweg rief der Vater nach einer Zeit verlegenen Schweigens, das niemand zu brechen wagte, halblaut aus: „Was für ein Land, dieses Mexiko!“
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Aus dem Buch: „Nicht einmal im Traum“, von Pedro Casciaro