Heiliger Josefmaria
Seine Botschaft

Die letzten Dinge

Stichwörter: Gottvertrauen, Himmel, Tod
In der Heiligen Schrift bezeichnet man als die letzten Dinge das, was den Menschen am Ende seines Lebens erwartet: Tod, persönliches Gericht und sein ewiges Schicksal: Himmel oder Hölle. Die Kirche erinnert uns besonders im Monat November an diese Wirklichkeiten und lädt die Christen ein, darüber nachzudenken.

Der hl. Josefmaria spricht über die Flüchtigkeit der Zeit:
Heute also möchte ich über die Zeit sprechen, über die Zeit, die verrinnt. Uns Christen sollte die Flüchtigkeit des Irdischen zu einer besseren Ausnützung unserer Zeit anspornen, auf keinen Fall aber in Furcht vor unserem Herrn versetzen und schon gar nicht den Tod als ein schlimmes Ende auffassen lassen.
Wenn ich daran denke, begreife ich sehr gut die Mahnung des Apostels Paulus an die Korinther: Tempus breve est! (1 Kor 7,29) Wie kurz ist die Dauer unseres irdischen Weges! Im Herzen eines Christen, der es ganz ernst meint, hallen diese Worte wie ein Vorwurf wider, weil er oft so wenig großzügig ist, aber auch wie eine ständige Ermunterung, treu zu bleiben. Ja wirklich, die Zeit ist kurz, in der wir lieben, uns hingeben und sühnen können. Deshalb wäre es unrecht, sie zu vergeuden und einen solchen Schatz in unverantwortlicher Weise zum Fenster hinauszuwerfen.
Freunde Gottes, 39

Ein unvermeidlicher Moment
Der Tod wird kommen, unerbittlich. Deshalb ist es leerer Wahn, unsere Existenz ausschließlich mit diesem irdischen Leben gleichzusetzen. Sieh doch, wie sehr viele Menschen darunter leiden: die einen, weil das Leben zu Ende geht und sie es hinter sich lassen müssen, die anderen, weil es nicht enden will und ihnen zur Last wird... Auf jeden Fall ist es abwegig, aus unserem Lebensweg das Lebensziel zu machen.
Man muß die Fesseln einer solchen, rein innerweltlichen Betrachtungsweise sprengen und sich der kurzen Dauer der eigenen Existenz bewußt werden. Dazu bedarf es eines radikalen inneren Umschwungs: Sich vom eigenen Ich und von allen zeitlichen, egoistischen Motivationen ganz und gar loslösen und in Christus, der ewig ist, neu geboren werden.
Die Spur des Sämanns, 879

Die Zeit ist unser Kapital: mit seinem Ertrag "kaufen" wir die Ewigkeit...
Die Spur des Sämanns, 882

Ohne Angst
Mach aus dem Tod kein Trauerspiel! Das ist er nämlich nicht. Nur herzlose Kinder freuen sich nicht auf die Begegnung mit ihren Eltern.
Die Spur des Sämanns, 885

Fürchte dich trotz deiner Sünden nicht, wenn du an den Tod denkst... Denn Er weiß ja, daß du Ihn liebst. Und ebenso weiß Er, aus welchem Stoff du gemacht bist...
Wenn du den Herrn suchst, wird Er dich so empfangen, wie der Vater den verlorenen Sohn empfing - aber suchen mußt du Ihn!
Die Spur des Sämanns, 880


Nicht sterben! Leben!
Der wahre Christ ist immer bereit, vor Gott zu erscheinen. Denn wenn er sich bemüht, als Jünger Christi zu leben, dann ist er in jedem Augenblick darauf vorbereitet, seine Pflicht zu erfüllen.
Die Spur des Sämanns, 875

Im Angesicht des Todes - heiter, gelassen... So möchte ich dich sehen. - Nicht mit der stoischen Kälte eines Heiden, sondern mit der Sicherheit des Gotteskindes, das in seinem Herzen weiß: sein Leben wird verwandelt, nicht genommen...
Sterben? Nein: Leben!
Die Spur des Sämanns, 876

Ein lohnenswerter Preis
Er war Doktor der Jurisprudenz und der Philosophie und stand im Begriff, einen Lehrstuhl an der Universität von Madrid zu erhalten. Nach einem glanzvollen Studienabschluß winkte eine glanzvolle Laufbahn.
Er ließ mir mitteilen, daß er krank sei und mich sehen möchte. Als ich zu der Pension kam, wo er wohnte, begrüßte er mich mit den Worten: »Vater, ich sterbe«. Liebevoll machte ich ihm Mut. Er legte eine Lebensbeichte ab. In derselben Nacht starb er.
Ein Architekt und ein Arzt halfen mir, den Leichnam herzurichten. - Wir standen vor einem jugendlichen Leib, der schon zu verwesen begann. Und wir drei waren uns darin einig: der Glanz einer Laufbahn mit zwei abgeschlossenen Hochschulstudien war ein Nichts, gemessen an der anderen, der entscheidenden Laufbahn, die er als guter Christ vollendet hatte.
Die Spur des Sämanns, 877

Alles läßt sich zurechtrücken, nur der Tod nicht..., er rückt schließlich alles zurecht.
Die Spur des Sämanns, 878

Ich war froh, daß du mich verstanden hattest. Ich hatte dir gesagt: Du und ich müssen handeln, leben und sterben als Liebende. Nur so werden wir ewig leben.
Im Feuer der Schmiede, 988

Sich vorbereiten
Stell dir deine Todesstunde vor Augen - wenn es auch nur einmal am Tag ist -, und erwäge in ihrem Licht die Ereignisse des Tages.
Ich versichere dir: Du wirst erfahren, wieviel innerer Frieden von diesem Gedanken ausgeht.
Im Feuer der Schmiede, 1038

Du wurdest sehr ernst, als ich dir sagte: Ich nehme den Tod an, wann Er will, wie Er will, wo Er will; und gleichzeitig halte ich es für zu »bequem«, früh zu sterben. Denn wir müssen uns wünschen, viele Jahre für Ihn und - Ihm zuliebe - für unsere Mitmenschen zu arbeiten.
Im Feuer der Schmiede, 1039

Die Kinder der Welt neigen sehr dazu, die Barmherzigkeit Gottes zu betonen – Das ermutigt sie dann, auf ihren Abwegen weiterzugehen.
Es ist wahr, daß Gott, unser Herr, unendlich barmherzig ist. Aber Er ist auch unendlich gerecht: es gibt ein Gericht, und Er ist der Richter.
Der Weg, 747



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