Heiliger Josefmaria
Seine Botschaft

Die Arbeit außer Haus

Stichwörter: Familie und Beruf, Ehe, Arbeit
Der Reichtum der alltäglichen Arbeit
Wenn wir den Christen die herrlichen Worte der Genesis ins Gedächtnis rufen, daß Gott den Menschen geschaffen hat, damit er arbeite, dann haben wir dabei besonders das Beispiel Christi vor Augen, der fast sein ganzes Leben auf Erden damit verbracht hat, als Handwerker in einem kleinen Dorf zu arbeiten. Wir lieben die Arbeit, denn Christus hat sie als Lebensform erwählt, bejaht und geheiligt. Wir sehen in der Arbeit, in dem guten schöpferischen Mühen des Menschen, nicht nur einen der höchsten menschlichen Werte, ein unersetzliches Mittel für den Fortschritt der Gesellschaft und für eine gerechtere Ordnung der zwischenmenschlichen Beziehungen; wir sehen in ihr zugleich auch ein Zeichen der Liebe Gottes zu seinen Geschöpfen und ein Zeichen unserer Liebe zu den Mitmenschen und zu Gott: So ist sie Mittel der persönlichen Vervollkommnung und Weg der Heiligkeit.
Gespräche, 10

Die Würde jeder Arbeit
Die berufliche Arbeit - gleichgültig, um welche es sich handelt - wird zu einer Leuchte, die euren Berufskollegen und Freunden Licht spendet. Deshalb sage ich oft denen, die sich dem Opus Dei anschließen - und das gilt ebenso für euch alle, die ihr jetzt hier seid -: Was habe ich davon, wenn ich höre, der Soundso sei ein guter Sohn von mir und ein guter Christ, aber ein schlechter Schuster? Bemüht er sich nicht um Sachkenntnisse und um Sorgfalt in seinem Beruf, dann wird er diesen Beruf nicht heiligen und Gott nicht anbieten können. Und gerade die Heiligung der gewöhnlichen Arbeit ist für uns, die wir mitten in der Welt entschlossen den Umgang mit Gott suchen, die Achse echter Spiritualität.
Freunde Gottes, 61

Gleiche berufliche Chancen für die Frau
Jede Berufstätigkeit erfordert eine gründliche Ausbildung und dann eine ständige Weiterbildung, um sich den neuen Umständen anzupassen, und diese Forderung verpflichtet insbesondere all diejenigen, die eine leitende Stellung in der Gesellschaft anstreben, denn sie haben einen wichtigen Dienst zu leisten, von dem das Wohlergehen aller abhängt.
Einer Frau mit der entsprechenden Vorbildung sollten auf jeder Ebene des öffentlichen Lebens alle Möglichkeiten offenstehen. In diesem Sinn kann man daher nicht von spezifischen Aufgaben sprechen, die allein der Frau zukämen.
Gespräche, 90

Reichtum bedeutet Verantwortung
Männer wie Frauen, und nicht nur die, die in materieller Bedürftigkeit leben, sind verpflichtet zu arbeiten. Reichtum und materieller Wohlstand sind nur ein äußerer Hinweis darauf, daß man eine um so größere Verantwortung gegenüber der ganzen Gesellschaft trägt.
Gespräche, 111

Durch die Arbeit wird die Gesellschaft aufgebaut
Die überwiegende Zahl der Mitglieder des Werkes sind Laien, gewöhnliche Christen - Menschen also, zu deren Dasein ein Beruf gehört: eine Arbeit, eine sie oft voll beanspruchende Tätigkeit, durch die sie ihren Lebensunterhalt verdienen, die Familie ernähren, zum Gemeinwohl beitragen und ihre Persönlichkeit entfalten.
Die Berufung zum Opus Dei bekräftigt all dies, so daß eines der Wesensmerkmale dieser Berufung gerade darin besteht, in der Welt zu leben und hier eine Arbeit auszuüben, und zwar vom Menschlichen wie vom Übernatürlichen her, trotz der menschlichen Unzulänglichkeit, so vollkommen wie möglich. Es soll eine Arbeit sein, die wirkungsvoll zum Aufbau des Irdischen und zur Heiligung der Welt beiträgt, weshalb sie mit fachlichem Können und im Geist des Dienens getan werden muß. Wenn es so ist, dann ist die Arbeit etwas Heiligendes und Geheiligtes.
Gespräche, 70

Erfolg und Mißerfolg
Kehren wir zum Thema unserer Betrachtung zurück. Ich sagte, daß selbst die größten gesellschaftlichen oder beruflichen Erfolge letztlich nur klägliches Scheitern sind, wenn ihr euch im inneren Leben gehen laßt und euch vom Herrn abwendet.
Freunde Gottes, 12

Bleibe wach und nüchtern! Damit die beruflichen Erfolge und Mißerfolge - auch die werden ja nicht ausbleiben - keine Sekunde lang das eigentliche Ziel deiner Arbeit verdunkeln: die Ehre Gottes!
Im Feuer der Schmiede, 704

Die Liebe verleiht den letzten Wert
Ich zitiere gern folgende Verse - sicher keine hohe Poesie, aber, wie ich aus eigener Erfahrung weiß, doch sehr treffend: Liebe füllt mein ganzes Leben, / daß ich mich darin versteh' / hat das Leid es mir gegeben, / denn hoch kann sich Lieb' erheben, / wenn sie kommt aus großem Weh. Laß es mich noch einmal sagen: Gehe deine beruflichen Pflichten mit Liebe an, tu alles aus Liebe. Und wenn du trotz bitterem Unverständnis anderer, trotz Ungerechtigkeit, Undank oder sogar Mißerfolgen diese Liebe in dir bewahrst, wirst du über die Früchte deiner Arbeit staunen: es werden reife Früchte sein und Samenkörner für die Ewigkeit!
Freunde Gottes, 68


Die Arbeit als Sendung
Die Berufung zündet ein Licht an, das uns den Sinn unseres Lebens erkennen läßt. Im klaren Licht des Glaubens sehen wir das Warum unseres irdischen Daseins. Unser Leben - das vergangene, das gegenwärtige und das zukünftige - erscheint dann in einer neuen Dimension, mit einer nicht geahnten Tiefe. Alles, was in unserem Leben geschieht, gewinnt so seinen wahren Bezugspunkt: Wir begreifen, wohin uns der Herr führen will, und wir fühlen uns mitgerissen von der uns anvertrauten Aufgabe.
Christus begegnen, 45

Gott interessiert sich für euren Einsatz
Wenn ich euch hier mit mir zur Feier dieses Tages versammelt sehe, muß ich unweigerlich daran denken, daß ihr Menschen seid, die den verschiedensten Berufen nachgehen; ihr habt eure eigene Familie, kommt aus den verschiedensten Ländern und Rassen, sprecht verschiedene Sprachen. Ihr habt eure Ausbildung im Hörsaal einer Hochschule, im Büro eines Unternehmens oder in einer Fabrikhalle erhalten; durch eure Arbeit sind berufliche und persönliche Kontakte zu euren Kollegen entstanden, mit eurer Arbeit beteiligt ihr euch an der Lösung der gemeinsamen Probleme, die sich in eurer Arbeitswelt und in der Gesellschaft stellen.
Nun, ich möchte euch erneut daran erinnern, daß alles dies den göttlichen Plänen nicht zuwiderläuft. Eure menschliche Berufung ist Teil, und zwar ein wichtiger Teil eurer göttlichen Berufung. Dies ist der Grund, weshalb ihr euch heiligen sollt, indem ihr zugleich zur Heiligung der anderen Menschen beitragt; anders gesagt: ihr sollt euch heiligen, indem ihr eure Arbeit und eure Umgebung heiligt: diesen Beruf, der eure Tage ausfüllt, eure Eigenart prägt und euer Dasein in der Welt bestimmt; euer familiäres Zuhause und dieses Land, die Heimat, die ihr liebt.
Christus begegnen, 46

Gebet und Arbeit
Wir wollen arbeiten. Und wir wollen viel und gut arbeiten. Aber vergessen wir nicht, daß unsere stärkste Waffe das Gebet ist. Deshalb werde ich nicht müde zu wiederholen: Wir müssen kontemplative Seelen mitten in der Welt sein, darum bemüht, Arbeit in Gebet zu verwandeln.
Die Spur des Sämanns, 497

Falscher Eifer
Sicher, es ist wichtig, daß du dich voll und ganz einsetzt - dennoch mußt du deiner beruflichen Arbeit den ihr zukommenden Stellenwert geben: Sie ist nur Mittel, um ein Ziel zu erreichen. Auf keinen Fall darfst du sie jemals für das Wesentliche halten.
Wie oft verhindert die Vergötzung des Berufs das Einswerden der Seele mit Gott!
Die Spur des Sämanns, 502

Apostolat
Benimm dich so, als ob die Atmosphäre an deinem Arbeitsplatz von dir allein abhinge. Es soll eine Atmosphäre der Arbeitsamkeit und der Freude sein, geprägt vom Bewußtsein der Gegenwart Gottes und von der Sicht des Glaubens.
Ich verstehe deine Schlaffheit nicht. Da stößt du auf eine Gruppe von Kameraden, die im Umgang etwas schwieriger sind - vielleicht kommt es auch daher, daß du dich längere Zeit nicht um sie gekümmert hast -, gleich gehst du ihnen aus dem Weg, drückst dich und hältst sie für nichts weiter als Ballast; sie scheinen deinem Apostolat hinderlich, weil unfähig, dich zu verstehen.
Aber wie sollen sie auf dich hören, wenn du für sie weder betest noch Opfer bringst, ja nicht einmal das Gespräch mit ihnen suchst?
Wie viele Überraschungen wirst du erleben, wenn du dich einmal dazu entschließt, mit dem - und dem - und diesem dritten ernsthaft Kontakt zu pflegen! Außerdem: Wenn du deine gegenwärtige Einstellung nicht änderst, werden sie allen Grund haben, einst mit dem Finger auf dich zu weisen und zu sagen: »Hominem non habeo!« - ich finde keinen Menschen, der mir hilft!
Die Spur des Sämanns, 954

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Ich habe nie Zeit übrig

Ein Arzt fragt den hl. Josefmaria: "Es gibt Tage, an denen uns die beruflichen Aufgaben keine Zeit mehr für andere Dinge lassen. Wie können wir uns dann trotzdem der Familie widmen und so heilig werden?"

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