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Dokumentation

Der dritte Band der historischen Fachzeitschrift „Studia et Documenta“ ist erschienen

Stichwörter: 2. Oktober 1928, Gründung des Opus Dei, Geschichte
Neue Entdeckungen in Bezug auf die Gründung des Opus Dei

Historiker und an der Geschichte des Opus Dei und seines Gründers interessierte Leser werden interessante Neuigkeiten finden in der Nummer 3 der Fachzeitschrift Studia et Documenta, die im März 2009 herausgekommen ist.
In der Zeitschrift sind bislang unveröffentlichte Bilder dieser Epoche im Leben des hl. Josefmaria zu sehen
In der Zeitschrift sind bislang unveröffentlichte Bilder dieser Epoche im Leben des hl. Josefmaria zu sehen

Bis jetzt haben uns über den hl. Josefmaria in den Dreißiger-Jahren die Biographien berichtet, die Einblick geben in viele Einzelheiten aus dem Leben des jungen aragonesischen Priesters während der Jahre, die der Gründung des Opus Dei folgten. Aber es gibt noch viele unveröffentlichte Aspekte dieser Geschichte. Zum Beispiel war immer die Rede von der Gruppe von Priestern, die er in diesen Jahren um sich sammelte, um sie mit seinen Idealen anzustecken. Aber wir wussten sehr wenig über sie und ihre Beziehung zum Gründer. Zum ersten Mal gibt es jetzt eine ins Detail gehende Arbeit über diesen Weg mit den Priestern, aus der auch eine interessante Perspektive hinsichtlich des Lebens des Klerus im Madrid der Jahre der Zweiten spanischen Republik resultiert. Zwei Spezialisten der Religionsgeschichte der Zeit zwischen den Kriegen, José Luis Gonzáles Gullón und Jaume Aurell, haben sie geschrieben.

Dieser Artikel ist Teil eines monographischen Heftes der Zeitschrift, die dem heiligen Josefmaria im Madrid der Dreißiger Jahre gewidmet ist. Sie beginnt mit einer Einführung in die gesellschaftlichen, kulturellen und religiösen Gegebenheiten in der spanischen Hauptstadt. Julio Montero – Professor für die Geschichte der Kommunikation – und Javier Cervera – einer der größten Spezialisten für die Geschichte der Zweiten Republik und des Bürgerkriegs – zeichnen uns sein lebendiges, aber auch getreues Bild. Ihre übersichtlichen Informationen erlauben eine besseres Verständnis des Kontextes, in dem das Opus Dei begann.

Bis jetzt wusste man sehr wenig von Luis Gordon, einem jungen Unternehmer in der Brauereibranche, der einer der Allerersten war, die dem hl. Josemaría Escrivá folgten. Er starb allzu früh und zerstörte damit die Hoffnungen, die der Gründer auf ihn gesetzt hatte. Pedro Pablo Ortúñez, Spezialist in Wirtschaftsgeschichte, und Luis Gordon Beguer, Neffe eben dieses Mannes, bringen einen interessanten Beitrag zum Leben eines ganz „normalen“ Katholiken, der ganz ohne stereotype Vorstellungen die Botschaft von der Säkularität und der Heiligung im Alltag, für ihn in seinem Brauereiberuf, verstanden hat.

Auch das Studium der Beziehung von Josemaría Escrivá zum „Werk der Barmherzigen Liebe“ ist sehr aufschlussreich. Die Bezüge zu diesem Aspekt seiner Biographie waren immer sehr rar. Und doch entdecken wir, dass der Gründer des Opus Dei mit dieser mit dem Heiligsten Herzen eng verwandten Strömung gut vertraut war. Sie war damals in Spanien sehr verbreitet, verschwand aber nach dem Bürgerkrieg. Diese Seiten verdanken wir Federico M. Requen, dem vielleicht glaubwürdigsten Erforscher dieser frommen Bewegung.

Die Historikerin Beatriz Comella beschließt das monographische Heft mit einem Beitrag zu einem Thema, das sie gut kennt: das Patronat von Santa Isabel in Madrid, das Josemaría Escrivá viele Jahre lang pastoral betreute.

Doch wo die Spezialisten den vielleicht interessantesten und neuesten Artikel finden werden, ist in der Abteilung Studien und Hinweise. Es handelt sich um die großartige Arbeit des Leiters des Historischen Instituts, José Luis Illanes, der zum ersten Mal eine komplette chronologische Rezension der Schriften des hl. Josefmaria vorlegt. Nicht nur von den publizierten oder posthumen – was keine Neuheit ist –, sondern auch von den unveröffentlichten.

Illanes hat die Schriften und Aufzeichnungen, die vom Gründer erhalten sind, und ebenso wie die Aufzeichnungen aus seiner mündlichen Predigt im Archiv der Prälatur aufbewahrt werden, gewissenhaft untersucht. Als Frucht dieser Arbeit legt er eine umfassende Darstellung des hl. Josefmaria als Autor und Prediger vor, vor allem über seine Arbeit bei der Zusammenstellung der verschiedenen Texte, dazu die Briefe und "Instruktionen", die weiterhin der Veröffentlichung harren. Natürlich kann sich Illanes nur kurz auf den Inhalt dieser Schriften beziehen, die eine beträchtliche Masse bilden, die darauf wartet, eines Tages innerhalb der vom Institut erarbeiteten Sammlung der Vollständigen Werke von Josemaría Escrivá an die Öffentlichkeit zu gelangen. Aber das Gesamtbild ist schon sehr erhellend: Wir stehen vor einem reichen Erbe für die ganze Kirche, wie auch schon Paul VI. 1976 zu Bischof del Portillo sagte.

Kaum bekannt, aber erwähnenswert ist die Geschichte der Lehrtätigkeit des hl. Josefmaria, der zwei weitere Artikel gewidmet sind. Der erste, von Constantino Ánchel – einem der größten Kenner der Geschichte des Opus Dei – bezieht sich auf seine Tätigkeit als Lehrer für Kirchenrecht und Römisches Recht im Institut Amado und in der Akademie Cicuéndez (zwischen 1926 und 1932). Der andere Artikel, von Pablo Pérez López – Professor für Zeitgenössische Geschichte –, behandelt die Unterrichte in Ethik und Berufsmoral, die der hl. Josefmaria im Ausbildungspflichtkurs für Journalisten 1940-1941 in Madrid hielt. Die Rubrik Studien und HInweise wird ergänzt durch den zweiten Teil einer ausführlichen Arbeit des Theologen Guillaume Derville über die historisch-kritische Ausgabe vom Weg.

In der Abteilung für Dokumentation findet sich die Gesamtausgabe eines der Schriftstücke, die uns die ersten Lebensjahre des Opus Dei nahe bringen. Es handelt sich um schriftliche Unterlagen des hl. Josefmaria über seine Treffen zwischen 1934 und 1938 mit Francisco Morán, dem Generalvikar der Diözese von Madrid. Dieser Text vervollständigt das Bild, das im monographischen Heft dem Gründer des Opus Dei im Madrid der Dreißiger Jahre gewidmet ist. Der Herausgeber ist Santiago Casas, Professor für Kirchengeschichte und Experte für den zeitgenössischen spanischen Katholizismus.

In der Abteilung Chronik erzählt Alfredo Méndiz von Ereignissen zwischen 2006 und 2008, die mit der Geschichte des Opus Dei oder seinem Gründer zusammenhängen.

Außer kurzen und ausführlichen Rezensionen enthält die Bibliographie den zweiten Teil der kostbaren Bücherliste, welche die "Allgemeine Bibliographie" über den hl. Josefmaria und das Opus Dei bis 2002 fortführt, die im ersten Band von Studia et Documenta begonnen wurde. In dieser dritten Ausgabe findet man den zweiten Teil der zum hl. Josefmaria veröffentlichten Werke, die folgendermaßen aufgeteilt sind: Theologische, juristische Arbeiten und andere Arbeiten. Insgesamt 350 Referenzen, die zum Teil von kurzen Erläuterungen begleitet sind.

Weitere Informationen auf der Website des Historischen Instituts Heiliger Josemaría Escrivá