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Das Stoßgebet „Sancta Maria, Stella Orientis...“

9 Februar 2006

Stichwörter: Marienheiligtum
Am Samstag, den 3. Dezember 2005, wurde sowohl im Wiener Stephansdom als auch im ostungarischen Wallfahrtsort Mária Pócs ein Jubiläumsgottesdienst gefeiert. Die Gottesdienste galten dem 100. Jahrestag eines Tränenwunders der in Maria Pócs verehrten barocken Kopie einer Ikone, deren Original – Maria Pötsch genannt – sich seit 1697 in Wien befindet.

"Stern des Ostens"
In Wien wurde bei der Messfeier mit Kardinal Paskai eines zweiten Jubiläums gedacht: Vor 50 Jahren besuchte der - inzwischen heilig gesprochene - Gründer des Opus Dei, Josemaría Escrivá, den Stephansdom und war von der Ikone fasziniert. Er formulierte ein Gebet um Befreiung der damals unter kommunistischer Herrschaft stehenden ost- und mitteleuropäischen Völker: „Sancta Maria, Stella Orientis, filios tuos adiuva“ („Heilige María, Stern des Ostens - Morgenstern, hilf deinen Kindern“).

Der heilige Josefmaría Escrivá besuchte Österreich einige Male. Das erste Mal im Jahre 1949 zunächst nur auf der Durchreise nach München, wo er Kardinal Faulhaber traf. 1955 eine Woche vor dem Abschluss des österreichischen Staatsvertrages kam er dann nach Wien, um sich ein Bild über die Möglichkeiten der Arbeit des Opus Dei in Österreich zu machen. Fünf Monate später war er wieder in Wien. Nachdem er am 4. Dezember die heilige Messe im Stephansdom gefeiert hatte, betete er von dem Gnadenbild von Maria Pötsch. Damals entstand das erwähnte Stoßgebet.

1955 wusste er natürlich nicht, woher das Bild kam und noch weniger, dass die Kopie des Bildes 50 Jahre zuvor in Máriapócs geweint hatte. Erst Erzbischof-Koadjutor Franz Jachym, der statt des damals bereits erkrankten Kardinals Innitzer den heiligen Josefmaria empfing, klärte ihn über den Ursprung und die Bedeutung des Bildes auf.

Tränen als Zeichen des Mitgefühls
Der Alterzbischof von Esztergom erinnerte in seiner Predigt daran, dass Tränen immer ein Zeichen des Mitgefühls und des Mitleids sind. In der Bibel werde oft berichtet, dass Jesus Mitleid mit den Menschen hatte. Diese "jesuanische Gesinnung des Mitgefühls" habe auch Escrivá beseelt, als er im gerade frei gewordenen Österreich im Dezember 1955 an die Situation der Menschen in den kommunistisch beherrschten Ländern dachte.