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Dokumentation

Das heilige Kreuz – die Kreuzverehrung des Gründers des Opus Dei

Javier Echevarría

Stichwörter: Kreuz, Jesus Christus
„Der Gründer des Opus Dei hatte eine große Verehrung zum Kreuz Christi, wie er es auch im Punkt 302 vom Weg zum Ausdruck bringt.

Er empfahl oft, daß man es küßt, bevor man eine Arbeit in Angriff nimmt oder sie beendet, wenn man aufsteht und wenn man zu Bett geht. Dabei kann man einen Akt des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe verrichten und Gott bitten, daß wir es schaffen, in unserem Leben zu ergänzen, „was an den Leiden Christ noch fehlt“, wie der Apostel Paulus sagt.

Ich selbst durfte miterleben, wie andächtig er jeden Abend das Kruzifix, das er tagsüber bei sich trug, küßte und in die obere Jacke seines Schlafanzuges steckte. Er wollte es nahe bei seinem Herzen haben, wenn er nachts wach wurde.

In Rom ließ er zwei Kreuze mit dem gekreuzigten Christus in Lebensgröße anbringen. Eins, das in einer Kapelle hängt, trägt eine Aufschrift mit den Worten des Petrus, der seine Untreue Christus gegenüber bitter bereut: Domine, tu omnis nosti, tu scis quia amo te! [„Herr, du weißt alles, du weißt auch, daß ich dich liebe“, Joh, 21, 17]. Neben das andere Kreuz, das in einem Hof hängt, ließ er ein Schild anbringen mit dem Satz: Quia T es Deus fortitudo mea! [„Denn du, oh Herr, bist meine Stärke“, Ps 42, 2]. Für das Internationale Zentrum des Opus Dei in Rom und für das Marienheiligtum von Torreciudad veranlaßte er die Herstellung einer Skulptur, die Christus am Kreuz vor seinem Tod darstellt, der die geöffneten Augen auf den vor ihm Betenden richtet. Im Jahr 1970 kamen in Mexiko einige Fotos des Gipsmodells an. In einem Beisammensein erklärte er, worum es ging: Ich habe ein Kreuz mit Gekreuzigtem ohne den Lanzenstich anfertigen lassen – der lebende Christus, der Schreckliches leidet, bevor er stirbt, und der gerne stirbt, da er sich freiwillig hingegeben hat, um uns zu erlösen und unsere Liebe zu gewinnen. Ich möchte, daß wir diesen Christus anschauen können, der voller Friede für dich und für mich, für alle leidet. Entscheiden wir uns, darauf mit ganzer und bedingungsloser Hingabe zu reagieren, selbst wenn es uns das Leben kosten sollte. Man hat mir das Modell, vielmehr ein Foto des Modells zugeschickt, und ich bin sehr bewegt. Der Bildhauer hat ein männliches Gesicht gemeißelt, das sehr viel Ähnlichkeit mit den Statuen hat, die er von Maria, seiner Mutter, geschaffen hat. Und mir scheint es nur natürlich, daß er bis in dieses Detail hinein die Einheit aufzeigt, die zwischen der Mutter und ihrem Sohn besteht, zwischen dem Sohn und allen seinen Brüdern, die wir sind.

„Seine Andacht nahm auch in der Einrichtung der Zentren des Opus Dei Gestalt an: ich meine das Holzkreuz, von dem er im Weg Nr. 178 und 277 spricht. Meiner Ansicht nach fassen Worte von 1951 die frohe und starke Liebe zusammen, die er empfand, wenn er die Passion Christi betrachtete: Beten wir das Kreuz an. Es ist das Kennzeichen des Christen und das Zeichen seiner Siege. Das Kreuz und das Blut – wie blieb wohl der Kreuzesstamm nach Christ Tod zurück! Er war vom Blut des Erlösers getränkt; wenn du also ein Kreuz siehst, dann denke an das Blut Christi, das für dich vergossen wurde. Und verweigere ihm nicht, was er von dir erbittet. Als wir das erste Zentrum eröffneten, ließ ich ein Kreuz ohne Gekreuzigten anbringen. Es sollte wie ein Schrei sein, ein lauter Ruf, eine liebevolle Wiedergutmachung für unseren Gott, eine Einladung an jeden, die Leiden, die im eigenen Leben auftauchen können, nicht zu verachten.

Aus dem Buch: Memoria del Beato Josemaría Escrivá, Javier Echevarría und Salvador Bernal Fernández, Madrid 2000