Aus seinem Geist

Centro ELIS

Stichwörter: Sport, Bildung, Papst, Arbeit, Zweites Vatikanum
ELIS bedeutet auf italienisch „Educazione, Lavoro, Istruzione, Sport“ – (Erziehung, Arbeit, Bildung, Sport: In diesen vier Bereichen entfalten sich die Tätigkeiten. Außerdem beziehen sie sich auf die Prinzipien der Gründung des Vereins Centro Elis

Der Ursprung von Centro ELIS, das vor mehr als 40 Jahren in Rom entstand, geht auf einen Entschluss von Papst Pius XII. zurück, der die aus Anlass seines 80. Geburtstags von Katholiken aus der ganzen Welt aufgebrachten Spenden für ein Sozialprojekt in der Stadt Rom bestimmte. Johannes XXIII. vertraute diese Initiative dem Opus Dei an. Sein Nachfolger Paul VI. weihte das Zentrum offiziell am 21. November 1965 ein. Er erinnerte daran, dass er nach dem Krieg die Randzonen der Stadt besuchte und dabei verstand, dass der Ausbildung absolute Priorität zukam, um die Situation der arbeitslosen Jugendlichen aus armen Familien zu verbessern. An eben diesem 21. November weihte Paul VI. auch die Pfarrei San Giovanni Battista in Collatini ein, die dem Centro ELIS angeschlossen ist und die Hotelfachschule SAFI, die ebenfalls zum Verein Associazione ELIS gehört.

Der heilige Josefmaria, der Entstehung und Vollendung des Centro ELIS Schritt für Schritt verfolgt und unterstützt hatte, nahm an der Einweihung teil. An jenem Tag sagte er in seiner Ansprache an den Papst unter anderem: „Das Opus Dei hat mit besonderer Dankbarkeit den Auftrag angenommen, die Arbeiterjugend sowohl in menschlicher und beruflicher wie auch in christlicher Hinsicht auszubilden; nicht allein, weil – wie ich schon oft wiederholt habe – das Opus Dei der Kirche dienen möchte, wie sie es braucht, sondern auch, weil die ihm anvertraute Aufgabe ganz den geistlichen und apostolischen Merkmalen unseres Werkes entspricht. Denn in der Tat stützt es sich bei der Ausbildung der Mitglieder und in der apostolischen Arbeit auf die Heiligung der beruflichen Arbeit jedes einzelnen.“

Es war immer das Ziel von Centro ELIS, den jungen Männern zu helfen, ihre Talente voll auszuschöpfen ungeachtet der Schwierigkeiten bei der sozialen und beruflichen Eingliederung, die sich durch Familie und Umfeld ergeben. Auch wenn sich im Laufe der Jahre der gesellschaftliche Kontext geändert hat, hat dieses Ziel nichts von seiner Gültigkeit verloren. Mehr als 10.000 junge Leute aus verschiedenen Regionen Italiens und aus dem Ausland haben dank der Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern Nutzen aus den Angeboten gezogen, die ihnen Centro ELIS zur Verfügung stellt.

Der Verein Centro Elis ist als NGO für die Entwicklungshilfe anerkannt. In Ländern wie Argentinien, Ecuador, Uruguay, Vietnam, Brasilien, China, Kamerun, den Philippinen, der Elfenbeinküste und anderen mehr wurden Ausbildungsstätten geschaffen oder sind im Aufbau. Entsprechend der Methode der NGO ELIS werden vor allem Menschen des jeweiligen Landes ausgebildet, so dass die Kontinuität der Projekte gewährleistet ist.

ELIS ist auch der Kern einer Reihe von Unternehmen mit spezifischen Charakteristika und unabhängiger Verwaltung, die alle ein gemeinsames „Manifest“ vertreten, das dieselben Erziehungsideale und -prinzipien vertritt.

Cedel – ELIS Sozial- und Erziehungskooperative – z.B. wurde 1985 gegründet. Sie verwaltet die Wohnheime ELIS und SAFI in Rom, wo ausschließlich Auszubildende der dort ansässigen Schulen wie auch ihre Tutoren und Lehrer unterkommen. Im Studentenheim ELIS leben und lernen junge Männer zwischen 19 und 24 für zwei Jahre kostenlos. Sie kommen vorwiegend aus dem Norden Italiens und belegen Kurse in Multimedia, Telekommunikation und Instandhaltung, die von den Firmen finanziert werden, die mit der Schule zusammenarbeiten. Cedel verwaltet auch die Tätigkeiten der ELIS ICT Academy, die junge Leute und Berufstätige auf den Erwerb eines beruflichen Abschlusses in Informations- und Kommunikationstechnologie vorbereitet.

ELIS Consel-Consorzio entstand 1992, um langfristige Verbindungen mit Unternehmen herzustellen. Es setzt sich aus mehr als 40 großen Firmen aus den Bereichen von Telekommunikation, Energie und Medien zusammen. Das vorrangige Ziel ist die Vermittlung zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitsplätzen. Außerdem wird eine bessere Vernetzung von Schulen, Universitäten und Firmen gefördert. Zu diesem Zweck werden hochrangige Ausbildungswege angeboten, die den Erwerb einer angemessenen beruflichen Kompetenz gewährleisten. Consel-Consorzio ELIS begünstigt dabei Projekte, die die gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen einbeziehen.

Die Sportschulen ELIS und SAFI bieten Aktivitäten an, die Sport und Charakterbildung verbinden. Sie greifen damit eine Tradition der ELIS Sportgruppen auf, die seit dem Beginn der 60er Jahre existieren.

ELIS fördert auch Veröffentlichungen und Seminare für Einzelne und Gruppen, die den Wert der Arbeit für den Dienst am Menschen und den Aufbau der Gesellschaft herausstellen.

Der heilige Josefmaria bezog sich einmal auf die geistliche Bildungsarbeit und bemerkte dazu, daß man wertvolle Steine „einzeln“ bearbeitet. Das ist genau der Gedanke, an dem sich alle Aktivitäten von Centro ELIS orientieren: die Sorge um jeden einzelnen Schüler, keine „serienmäßige“ Behandlung. Es gilt, den Reifungsprozess des Heranwachsenden, seine Einstellungen und Haltungen im Bereich der Arbeit und des Zusammenlebens mit anderen positiv zu beeinflussen. Diesem Ziel dienen auch die wöchentlichen Vorträge zu konkreten Themen des Tugend- und Glaubenslebens, die jeder, der es wünscht, hören kann. Ebenso gibt es Gelegenheit, sich im Laufe des Tages für ein paar Augenblicke zum Gebet zurückzuziehen oder an Gesprächskreisen zu theologischen Fragen teilzunehmen. Diese und andere Möglichkeiten bietet die Prälatur Opus Dei den Jugendlichen an, damit sie entsprechend ihrer jeweiligen Vorbildung den Glauben und die Moral der katholischen Kirche besser kennen lernen, sich selbst als Kinder Gottes begreifen und verhalten, und immer mehr in ein wahrhaft christliches Leben hineinwachsen.

Weitere Informationen: www.elis.org

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Video

Statue am Petersdom

In einer Nische an der Außenseite des Petersdoms in Rom wurde 2006 eine Statue des hl. Josefmaria aufgestellt und von Papst Benedikt XVI. gesegnet.

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Persönliche Zeugnisse