Heiliger Josefmaria
Seine Botschaft

Bekehrung, Reue, Liebe

Stichwörter: Bußgesinnung, Reue, Bekehrung, Heiligkeit, Liebe
Jesus sagte zu ihnen: Ebenso wird auch im Himmel mehr Freude über einen einzigen Sünder herrschen, der umkehrt, als über neunundneunzig Gerechte, die es nichgt nötig haben umzukehren (Aus dem Evangelium des hl. Lukas, 15, 7)

Wann endlich werde ich mich bekehren?

Mein Gott: Wann endlich werde ich mich bekehren?
Alles erwarte ich von Dir, mein Jesus: bekehre mich!
Im Feuer der Schmiede, 112

Wenn du einen Fehler begangen hast, sei er groß oder klein, wirf dich sofort in die Arme Gottes!
Richte dich auf an den Worten des Psalms: »Cor contritum et humiliatum, Deus, non despicies« - ein zerknirschtes, gedemütigtes Herz wird der Herr niemals verschmähen, niemals von sich weisen.
Im Feuer der Schmiede, 172

Jetzt! Kehre jetzt zu deinem guten Streben zurück. - Täusche dich nicht: »Jetzt« ist es nicht zu früh... noch zu spät.
Der Weg, 254

»Nunc coepi!« - Jetzt fange ich an! - Das ist der Ruf der liebenden Seele, die, mag sie treu oder kleinlich gewesen sein, in jedem Augenblick ihren Wunsch erneuert, mit ungeteilter Hingabe unserem Gott zu dienen - Ihn zu lieben!
Die Spur des Sämanns, 161

Alles erwarte ich von Dir, mein Jesus: bekehre mich!
Im Feuer der Schmiede, 170

Gott erwartet uns

Christsein ist kein bequemer Weg: Es ist nicht damit getan, der Kirche anzugehören und dann einfach Jahr um Jahr verstreichen zu lassen. Die erste Bekehrung - ein einmaliger, unvergesslicher Augenblick, in dem wir klar erkannt haben, was Gott von uns erwartet - ist in unserem Leben, im Leben des Christen, sehr wichtig; aber noch wichtiger und schwieriger sind alle anderen Bekehrungen, die der ersten folgen. Und um das Wirken der Gnade in diesen späteren Bekehrungen zu erleichtern, müssen wir die Seele jung erhalten, den Herrn anrufen, hellhörig sein, um Falsches in uns zu entdecken, und um Verzeihung bitten.
Christus begegnen, 57
El Greco, Die Tränen des Apostels Petrus
El Greco, Die Tränen des Apostels Petrus

In gewisser Weise ist das menschliche Leben eine ständige Heimkehr ins Haus unseres Vaters. Heimkehr durch die Reue, diese Bekehrung des Herzens, die den Wunsch, uns zu ändern, in sich schließt, den festen Entschluss, unser Leben zu bessern, und die sich daher auch in Werken des Opfers und der Hingabe äußert.

Gott erwartet uns, wie der Vater im Gleichnis, mit ausgebreiteten Armen, obgleich wir es nicht verdienen. Unsere Schuld spielt keine Rolle. Wie beim verlorenen Sohn zählt allein, daß wir unser Herz öffnen, Sehnsucht nach dem Hause des Vaters haben und uns freuen über die Gabe Gottes, durch die wir Kinder Gottes heißen und es tatsächlich sind, obwohl wir sooft der Gnade nicht entsprechen.
Christus begegnen, 64

Sprich langsam, aufrichtig: »Nunc coepi!« - jetzt beginne ich!
Laß den Mut nicht sinken, wenn du - leider - in dir zunächst keine Wirkung der starken Hand des Herrn, keine »Wandlung« wahrnimmst... Aus der Tiefe deiner Niedrigkeit rufe zu Ihm: Hilf mir, Jesus, denn ich will Deinen Willen - Deinen liebenswerten Willen - erfüllen!
Im Feuer der Schmiede, 398

Schmerz aus Liebe
Sprich langsam, aufrichtig: »Nunc coepi!« - jetzt beginne ich!

Die Erfahrung der Sünde muss uns schmerzen und zu einem reiferen und tieferen Entschluss führen, treu zu sein, wirklich mit Christus eins zu werden.
Christus begegnen, 96

Schmerz aus Liebe also, und dann werden wir voller Schmerz und Demut wagen, Gott zu sagen, dass es auch in unserem Leben viel Liebe gibt. Auch wenn es ein echter Fehltritt war, so ist doch auch die Liebe echt, die er selbst in unser Herz legt und die es uns möglich macht, ihm mit aller Kraft zu dienen. Sagt ihm häufig als Stoßgebet den Reueakt, mit dem Petrus seine dreimalige Verleugnung wieder gut machte: Domine, tu omnia nosti; tu scis, quia amo te! (Joh 21,17).
Brief 24.3.1931, Nr. 24

Man muss lernen, wie ein Kind zu sein; man muss lernen, ein Kind Gottes zu sein. (...)Dann erheben wir uns immer wieder ohne Zögern, auch wenn wir den abscheulichsten Fehler begangen haben, und finden so auf den Hauptweg der Gotteskindschaft zurück, der uns in die weit geöffneten Arme Gottes, unseres Vaters, führt.
Freunde Gottes, 148

Auf die Macht Gottes vertrauen

In diesem Kampf aus Liebe dürfen uns Stürze nicht betrüben - selbst schwere nicht -, wenn wir reuevoll und mit guten Vorsätzen im Sakrament der Buße bei Gott unsere Zuflucht suchen. Der Christ ist nicht krampfhaft darauf bedacht, von Gott einen tadellosen Leistungsnachweis zu erhalten. So sehr Jesus Christus, unser Herr, ergriffen ist von der Unschuld und Treue des Johannes - als Petrus nach seinem Fall reuevoll umkehrt, wendet Er sich ihm voll Liebe wieder zu. Jesus hat Verständnis für unsere Schwachheit und zieht uns wie über eine sanft ansteigende Ebene zu sich hin. Er erwartet nur, daß wir uns immer wieder bemühen, täglich ein wenig höher zu kommen.
Christus begegnen, 75

»Was ich Gott als Christ schuldig bin und was ich angesichts dieser Schuldigkeit versäume, läßt mich weinen vor Schmerz, Schmerz aus Liebe. `Mea culpa!´«
Gut, daß du allmählich deine Schulden erkennst. Bedenke aber, wie man sie bezahlt: mit Tränen... und mit Werken.
Der Weg, 242